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So machen Sie Ihre Lieferkette fit gegen Störungen

So machen Sie Ihre Lieferkette fit gegen Störungen

03.04.2017

So machen Sie Ihre Lieferkette fit gegen Störungen

Welche Fehler und Risiken die Lieferkette bedrohen und wie Einkäufer Gefahren frühzeitig erkennen und gegensteuern können.

Nichts geht mehr. Als am 31. August 2016 die zweitgrößte Reederei der Welt, die südkoreanische Hanjin Shipping, Insolvenz anmeldet, erreichen auf 70 Schiffen und in gut 400.000 Containern verstaute Komponenten und Vorprodukte im Wert von über zwölf Mrd. Euro ihre Ziele nicht mehr. Die Folge: Fertigungsstraßen und Fließbänder standen still.

Ursachen für Lieferkettenunterbrechungen

Welche Ursachen für eine Betriebsunterbrechung werden am meisten gefürchtet? Quelle: Allianz Risk Barometer 2017

Wie der Logistik-GAU zeigt, waren Lieferketten noch nie so eng vernetzt und damit so störungsanfällig wie heute. Im Bestreben, Kosten zu senken, sourcen Einkaufsmanager heute bis zu 85% der Vorleistungen, die ihre Unternehmen benötigen, bei Anbietern in aller Welt. Gleichzeitig reduzieren einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge zwei von drei Einkäufern die Anzahl ihrer Lieferanten. Um Kosten zu drücken, hält jedes zweite Unternehmen immer weniger Vorprodukte auf Lager.

Die Strategie funktioniert, so lange keine Streiks, Naturkatastrophen oder der Ausfall eines Zulieferers durch Insolvenz, Brände oder Explosionen die Lieferkette stören. Dies jedoch ist nach Ansicht der vom Münchner Versicherungskonzern Allianz für sein aktuelles Risk Barometer befragten Experten immer häufiger der Fall. Vier von zehn Teilnehmern der Studie sehen in einer Betriebsunterbrechung die größte Bedrohung für Unternehmen. Damit ist der Stillstand der Produktion nach Ansicht der befragten Riskmanager 2017 im fünften Jahr in Folge die größte Gefahr für den Bestand von Unternehmen.

Einkaufsmanager standen daher noch nie so sehr unter Druck wie heute, mögliche Störungen ihrer Lieferketten frühzeitig zu erkennen. Um zu vermeiden, dass der Nachschub für ihre Fertigung ausbleibt, wählen vorsichtige Sourcing-Verantwortliche Zulieferer deshalb strategisch aus und prüfen neben der Liefertreue und Qualität ihrer Partner regelmäßig auch deren finanzielle Situation. Außerdem stützen verantwortungsbewusste Einkäufer ihr Risikomanagement auf einschlägige Software und wägen sorgfältig ab, gegen wie sie Risiken versichern wollen.

Naturkatastrophen und Wetterextreme bringen Einkaufsmanager ins Schwitzen

Wer global einkauft, ist dem Risiko ausgesetzt, dass Partner ausfallen und die Lieferkette zusammenbricht. Für vier von zehn der über 1.200 von der Allianz befragten Fachleute geht dabei von Bränden sowie Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Stürmen die größte Gefahr aus. Das sieht auch der ebenfalls in München ansässige Rückversicherer Munich Re so. Seinen Berechnungen zufolge verursachen Wetterextreme in Folge des Klimawandels heute drei Mal so viele Schäden wie noch in den sechziger Jahren. Darunter leidet der Einkauf in Schwellenländern ebenso wie die Beschaffung vor Ort. So zerstören Hagelunwetter in Baden-Württemberg heute 16 Mal häufiger Werkshallen und Lkw als noch 1987.

Neben Naturkatastrophen stellt die Insolvenz eines Lieferanten nach Ansicht jedes dritten von der Allianz befragten Riskmanagers die größte Gefahr für eine stabile Lieferkette dar. Das bestätigt der Supply Chain Resilience Report 2016 des auf das Risikomanagement von Betrieben spezialisierten US-amerikanischen Business Continuity Institute (BCI). Die Pleite eines Lieferanten landete in der BCI-Studie im vergangenen Jahr erstmals seit 2012 wieder unter den zehn größten Bedrohungen für eine stabile Lieferkette.

Globale Vernetzung macht Lieferketten anfällig für Angriffe von Cyberkriminellen

Jeder dritte Risikoexperte sieht die Sicherheit von Supply Chains zudem durch Angriffe aus dem Internet bedroht. Im Risk Barometer der Allianz landet Cyberkriminalität damit 2017 im vierten Jahr in Folge unter den größten Bedrohungen für Unternehmen. Betriebe werden dabei vor allem durch ihre zunehmende Vernetzung mit Zulieferern und Logistikdienstleistern zu Opfern von Cyberkriminellen.

Wie der Spezialist für IT-Sicherheit Kaspersky Lab in einer Studie ermittelte, drangen die Täter in 18 Prozent der 5.500 untersuchten Fälle von Onlinekriminalität über Sicherheitslücken in der Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Zulieferern in die Firmen-IT ein. „Durch die Vernetzung steigt das Schadenspotenzial und das Risiko, dass sich einzelne Schäden zu einer gewaltigen Summe addieren“, warnt auch Michael Bruch, Head of Emerging Trends bei der auf Industrieversicherungen spezialisierten Allianz-Tochter AGCS.

Störungen der Lieferketten verursachen Millionenschäden

Schäden aus Betriebsunterbrechungen in Folge einer gestörten Lieferkette sind jedoch bei weitem kein fernes Donnergrollen mehr. Im vergangenen Jahr mussten ganze 70% der vom BCI befragten Unternehmen ihren Betrieb anhalten. Die Unternehmensberater von PwC kamen in ihrer Untersuchung sogar zu dem Ergebnis, dass jedes zehnte Unternehmen in den vergangen drei Jahren im Schnitt alle eineinhalb Monate mit einer Störung seiner Supply Chain zu tun hatte.

Wie das BCI berechnet hat, verursachten dabei alle Zwischenfälle eines Jahres zusammengenommen in jedem dritten betroffenen Unternehmen einen Schaden von wenigstens einer Million Euro. In immerhin jedem zehnten Betrieb kam es zu einem Stillstand, der als einzelnes Ereignis Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro verursachte.

Gerade in Betrieben, die ihre Kunden zeitnah beliefern müssen, können schon kleinste Verzögerungen in der Versorgung der eigenen Fertigung mit Rohstoffen und Vorprodukten teure Vertragsstrafen oder Schadenersatzforderungen auslösen. Je nach Vertrag berechnen Automobilkonzerne ihren Zulieferern bis zu 100.000 Euro Schadenersatz für jede Stunde, in der ihre Fertigung still steht.

Schaden für Unternehmensimage und der Marke

Da heute nicht nur Lieferketten und Handelsströme weltweit vernetzt sind, sondern sich auch Kunden in Sozialen Netzwerken zunehmend kritischer über ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Anbietern austauschen, erlitten 38 Prozent der von einer Unterbrechung ihrer Lieferkette betroffenen Unternehmen 2016 zudem einen Markenschaden. Das waren laut BCI elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Bis diese finanziellen Schäden wieder ausgeglichen sind vergeht viel Zeit. Als der US-Industrieversicherer FM Global jüngst 800 Unternehmen dazu befragte, welche finanziellen Auswirkungen ein Betriebsstillstand in Folge einer Störung in der Lieferkette für sie hatte, gaben die betroffenen Organisationen an, dass ihre Renditen in den drei auf den Zwischenfall folgenden Jahren um 33 bis 40% unter denen ihrer Wettbewerber lagen.

Unternehmen sorgen sich zu wenig um die Sicherheit ihrer Lieferketten

Für Volker Münch, den Leiter der Global Practice Group in der Sachversicherungssparte von AGCS steht in Anbetracht dieser Zahlen fest: „Je vernetzter die Welt wird, desto nötiger wird es Risiken proaktiv zu managen.“
Gründe gegen ein Supply Chain Management

Umso erstaunlicher ist es, dass der Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und Logistik (BME) in einer gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin durchgeführten Studie herausfand, dass 83 Prozent der deutschen Unternehmen bei ihrem Lieferantenmanagement nicht darauf achten, Risiken für ihre Lieferkette frühzeitig auszuschließen.

Reine Kostenorientierung wird langfristig teuer

Statt ihre Lieferketten so zu optimieren, dass diese möglichst wenig störanfällig sind, konzentriert sich die Mehrzahl der Betriebe bei ihrem Supply Chain Management darauf, wie sie die Zahl der Lieferanten ebenso reduzieren können wie die Beschaffungskosten und das Umlaufvermögen. „Dabei müssen Unternehmen darauf achten, dass sie im Bemühen, Kosten zu senken, nicht die Voraussetzungen für neue Schadensfälle schaffen“, warnt Norbert Fischer, Partner und Experte für Lieferantenrisikomanagement bei PwC.

Um dies zu vermeiden, sollten Unternehmen alle ihre Lieferanten regelmäßig überprüfen und ermitteln, von welchen Zulieferern sie in besonderem Maße abhängig sind, da die Geschäftsbeziehung mit ihnen erhebliche Auswirkung auf die eigene Liefertreue, den Umsatz, die Marge und den Gewinn hat.

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Autor: Gerd Meyring

Bild: Skylines/Shutterstock.com

Autor: Dörte Neitzel

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