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US-Sanktionen gegen Iran: Daimler knickt ein

US-Sanktionen gegen Iran: Daimler knickt ein

08.08.2018

US-Sanktionen gegen Iran: Daimler knickt ein

US-Präsident Donald Trump hat neue Sanktionen gegen Iran verhängt und droht Unternehmen, die weiterhin in das Land am Persischen Golf Waren exportieren. Obwohl die EU europäische Firmen untersützten will, hat Daimler verkündet, sich dem US-Diktat zu beugen.

Als vor nicht ganz drei Jahren im Januar 2016 die Sanktionen gegen Iran aufgehoben wurden, weil das Atomabkommen inkraft trat, waren die Worte euphorisch: Man wolle die Geschäfte mit dem Iran zügig wieder aufnehmen, hieß es bei der Lastwagensparte von Daimler. Schließlich sei der Nachholbedarf im Land enorm.

Trumps Drohung wirkt

Nun, Anfang August 2018, sieht die Welt anders aus: Donald Trump hat das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Zusätzlich droht er allen Unternehmen, die weiterhin Geschäfte mit Iran machen, dass sie “kein Geschäft mit den USA machen”, schreibt Trump auf Twitter.

Daimler lies aus seiner Konzernzentrale verlauten, dass man die Aktivitäten in Iran “bis auf Weiteres” eingestellt habe. Man wolle die politischen Entwicklungen insbesondere in Bezug auf die Zukunft des Nuklearabkommens genau beobachten, heißt es. Dabei hält die EU weiterhin am Atomabkommen fest, das heißt, Geschäfte mit dem Iran sind für Unternehmen hierzulande völlig legal.

Fehlende Zahlungsmöglichkeiten für Iran-Geschäfte

Mit einem Exportvolumen von knapp drei Milliarden Euro im Jahr 2017 ist Iran für die deutsche Wirtschaft ein eher kleiner, aber nicht unwichtiger Handelspartner. Doch es wird für Unternehmen auch immer schwieriger, sich gelieferte Waren bezahlen zu lassen, denn Banken zu finden, die die Geschäfte finanzieren oder Zahlungen abzuwickeln, wird immer schwieriger. Bundesregierung und EU suchen jetzt nach Lösungen, etwa eine virtuelle Handelsplattform oder eine staatliche europäische Bank. BDI-Chef Lang: “Für Geschäfte, die nach EU-Recht legal sind, müssen Finanzierungsmöglichkeiten bestehen bleiben.”

Bild: Daimler

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Autor: Dörte Neitzel

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