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US-Zölle auf deutsche Autos: Wirtschaft geht auf die Barrikaden

US-Zölle auf deutsche Autos: Wirtschaft geht auf die Barrikaden

04.07.2018

US-Zölle auf deutsche Autos: Wirtschaft geht auf die Barrikaden

 BDI und DIHK haben einen Brief an die US-Regierung geschrieben. Sie wehren sich gegen die von Trump geplanten Autozölle und zielen auf dessen Eigeninteresse ab.

Die beiden Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben eine Eingabe an den US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross gestarte. Der Grund: Die von Präsident Donald Trump angekündigten Vergeltungszölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos. Sie sollen als Vergeltung gemeint sein, da die EU ihrerseits Zölle auf Importe von unter anderem Harley-Davidson-Motorrädern eingeführt hatte.

Die Botschaft des Schreibens: Vor allem die Autoindustrie sei mitnichten Parasiten oder Verhinderer der wirtschaftlichen Stärke der USA, im Gegenteil: Sie zählten zu den maßgeblichen Mit-Urhebern. Wer nun Importe dieser Firmen mit hohen Zöllen belegen wolle, schade somit nur sich selbst.

USA als Exporteur deutscher Autos

Aus Sicht des BDI und DIHK hat Trump bislang nicht verstanden, wie viele Autos die deutschen Hersteller in den USA fertigen und wie die Lieferketten fast aller großen Hersteller der Welt mittlerweile funktionieren. Laut dem Schreiben sei es zwar noch 2009 so gewesen, dass deutsche Firmen mehr Pkw in die USA exportiert als dort gefertigt hätten. Seither jedoch habe sich die Lage drastisch verändert: 2017 war die Zahl der Autos, die deutsche Anbieter in den Vereinigten Staaten fertigten, mit 804.000 fast doppelt so hoch wie die Gesamtzahl der Fahrzeuge, die sie aus anderen Herstellerländern importierten. So baut etwa BMW seine SUV der X-Reihe fast ausschließlich in South Carolina und ist mittlerweile der größte Autoexporteur der USA.

Daher könnten die angedrohten Zöllen allein die Bundesrepublik fünf Milliarden Euro pro Jahr an Wirtschaftsleistung kosten.

Mitarbeiter in deutschen Firmen in USA besser ausgebildet

Dem Schreiben zufolge haben deutsche Pkw-Hersteller und Zulieferer fast 33 Milliarden Dollar in ihre US-Betriebe gesteckt. Insgesamt gibt es 5.300 Unternehmen in den USA, die deutsche Eigentümer haben.

Beschäftigte deutscher US-Firmen sind den Angaben zufolge nicht nur besser ausgebildet als andere Arbeitnehmer, sie verdienen mit durchschnittlich fast 90.000 Dollar im Jahr auch spürbar mehr als bei anderen Unternehmen. Zudem sorgten die Spezialisten, die die deutsche Wirtschaft in den USA ausbilde, mit dafür, dass die Vereinigten Staaten im technologischen Wettlauf der Wirtschaftsnationen an vorderer Stelle präsent blieben.

Falsch ist aus Sicht der Spitzenverbände auch Trumps Vorwurf, der Autobau in den USA werde durch das hohe Importvolumen gelähmt. Vielmehr habe sich die Zahl der im Inland gefertigten Klein-, Mittel- und Oberklassewagen zwischen 2009 und 2017 auf 10,9 Millionen verdoppelt. “Mittlerweile werden in den USA mehr Pkw produziert als importiert”, heißt es in dem Papier. “Folglich wurde die inländische Pkw-Fertigung nicht durch Importe verdrängt.”

Bild: Kalyakan/Fotolia.de

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