Abgas-Manipulation bei BMW?
06.12.2017

Abgas-Manipulation bei BMW?

Die Deutsche Umwelthilfe hat fünf BMW 320d auf zu hohe Abgaswerte untersucht – und wurde fündig. Doch BMW wehrt sich.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat fünf BMW 320d unter die Lupe genommen und die Abgaswerte sowohl auf dem Teststand als auch im realen Betrieb gemessen. Dabei gab es zwei Ergebnisse: Zum einen waren die Emissionen von Stickoxiden (NOx) waren bei Messungen auf der Straße bis zu sieben Mal so hoch wie im Labortest nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Die Messergebnisse der DUH liegen dem ZDF und dem Tagesspiegel vor.

Beschleunigung schaltet Abgasrückführung ab

Zum Anderen zeigen die Werte der gemieteten Testwagen, dass die Abgasrückführung ab 2.000/min reduziert und ab 3.500/min abgeschaltet werde. Mit Hilfe eines Tuners hatte die DUH die Motorsteuerung der Autos ausgelesen. Dabei sei ein Programmteil aufgefallen, das die Abgasrückführung ab einer Drehzahl von 2.000/min reduziert und ab 3.500/min abschaltet.

Der Test fand auf einer 31,5 Kilometer langen Strecke im Südwesten von Berlin statt, die den EU-Zyklus NEFZ abgebildet hat. Darüber hinaus fuhren die Tester den Zyklus mit um zehn Prozent erhöhter Geschwindigkeit. Der CO2-Ausstoß hätte dabei im Durchschnitt bei 212 Gramm gelegen, so der Tagesspiegel. Der TÜV Nord habe die Messergebnisse der DUH bestätigt.

Für DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch seien die vorliegenden Messergebnisse sehr klare Indizien dafür, „dass hier Abschalteinrichtungen in der Motorsteuersoftware vorhanden sind“.

BMW weist Vorwürfe zurück

BMW dementiert die Vorwürfe. Niemand fahre über einen relevanten Zeitraum in einem so hohen Drehzahlbereich, das sei lediglich bei kurzfristigen Beschleunigungen der Fall. “Wenn ein Tester bewusst und zielgerichtet untypische Fahrweisen im Randbereich erzwingt, um plakative Emissionswerte zu konstruieren, dann hat das Züge einer gezielten Kampagne”, sagte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich der “Welt”. Sein Unternehmen wies sämtliche Manipulationsvorwürfe zurück.

Tatsächlich musste die DUH das Fahrzeug anscheinend manipulieren, um zu ihren Testergebnissen zu kommen, schreibt Produktion.de. Denn der Wagen ist eigentlich mit einem Automatikgetriebe ausgerüstet, das schon bei wesentlich niedrigeren Drehzahlen hochschaltet. Diese wurde wohl deaktiviert und so mit teils wesentlich höheren als den vorgesehenen Drehzahlen operiert.

Bild: BMW

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