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Job-Fails: Diese Katastrophen wurden von Mitarbeitern ausgelöst

Erstellt am 2. September 2019

Job-Fails: Diese Katastrophen wurden von Mitarbeitern ausgelöst

Vor drei Jahren gab es bei BASF eine Explosion – nun ist das Urteil gegen einen Mitarbeiter gefallen. Dabei passieren immer wieder Katastrophen im Job. Wir zeigen, was noch passieren kann.

Am 17. Oktober 2016 kam es auf dem Gelände der BASF in Ludwigshafen zu einer folgenschweren Explosion: fünf Menschen kamen ums Leben und 44 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Sachschaden lab bei drei bis fünf Millionen Euro, wobei die mittelbaren Folgen durch den Produktionsausfall mit 500 Millionen Euro beziffert werden.

Die Katastrophe wurde von einem Leiharbeiter ausgelöst. Eigentlich sollte dieser eine entleerte Propylenleitung abtrennen, erwischte jedoch eine, die mit einem leicht entzündbaren Gasabfallgemisch aus Buten befüllt war.

Doch das war nicht der einzige Katastrophe, die von Mitarbeitern ausgelöst wurde. Die folgenden Katastrophen sind ebenfalls in Jobs passiert.

Explosion bei BASF

Rohrtrasse bei BASF

Bild: BASF

Vor Gericht wurde nun ein Schweißer eines von der BASF beauftragten Rohrleitungsbau-Unternehmens zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Er hatte die Katastrophe ausgelöst, indem er aus Unachtsamkeit mit einem Winkelschleifer eine Butenleitung angeschnitten hatte. Das unter hohem Druck austretende Butengemisch entzündete sich sofort und befeuerte danebenliegende Leitungen. Das wiederum erhitzte eine Ethylenleitung so stark, dass es etwa sechs Minuten nach dem Schnitt in das Rohr zu einer Explosion kam. Diese verursachte weitere Brände und Explosionen an anderen Rohren.

Bomben-Fehlalarm Hawaii: Panik unter Palmen

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Hawaii Bombenalarm

“Drohende ballistische Rakete. Sofort Zuflucht suchen. Das ist keine Übung”, hieß es in der Nachricht, die automatisch am 13. Januar 2018 per SMS an Hunderttausende Hawaiianer und gleichzeitig an alle Fernseh- und Radiostationen versendet wurde. Doch die Meldung war ein Versehen, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Ein Mitarbeiter der Katastrophenbehörde hatte nicht realisiert, dass es sich um eine Übung gehandelt hatte, und versehentlich eine echte Warnung abgesetzt. Allerdings kam die Entwarnung erst nach langen 40 Minuten. Mittlerweile wurde der 50- bis 60-jährige Mitarbeiter entlassen.

Bild: bosshawaii/Twitter

Säurewolke über Oberhausen

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Hawaii Bombenalarm
Im Februar 2017 bildete sich über Oberhausen in Nordrhein-Westfalen eine große Säurewolke. Mitarbeiter hatten beim Entladen eines Chemieschiffs die Leitungen für Schwefel- und Salzsäure vertauscht. Dadurch leiteten sie Salzsäure aus dem Schiff in einen Schwefelsäure-Tank, was eine heftige Reaktion auslöste. Die Säurewolke zog mehrere Stunden über Teile der Stadt. Beim Unfall wurden keine Menschen verletzt, die Feuerwehr machte Durchsagen, dass Türen und Fenster geschlossen bleiben sollten.

Bild: Kachelmannwetter/Twitter

British Airways: Strom ausgeschaltet

Job-Fails - die größten Mitarbeiter-Pannen

Bild: pixabay

Ein Fehler im Rechenzentrum von British Airways hatte die Fluggesellschaft Ende Mai 2017 tagelang lahmgelegt. Entgegen der ersten Aussage, dass es sich um einen technischen Defekt handeln würde, war der wirkliche Grund ein anderer: menschliches Versagen. Ein Techniker einer externen Wartungsfirma soll die Stromversorgung versehentlich abgeschaltet haben. Bis dahin habe die Anlage vollkommen fehlerfrei gearbeitet, hieß es in einem Bericht der Times. Die Folgen der Job-Panne waren jedenfalls gravierend: Die britische Fluggesellschaft musste daraufhin viele Flüge weltweit streichen, vor allem von und zu den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick. Tausende Reisende saßen fest, der Schaden belief sich laut Guardian auf mehr als 100 Millionen Euro.

Bild: British Airways

Tippfehler legt Amazon-Server lahm

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Tippfehler legt Amazon-Server lahm
Ein falscher Befehl führte zum bislang größten Ausfall des Cloud-Giganten Amazon. Die wirtschaftlichen Folgen waren für 54 der 100 größten Onlinehändler der Welt enorm. Eigentlich sollte nur das interne Abrechnungssystem überarbeitet und beschleunigt werden. Dafür sollten einige Server in den Rechenzentren abgeschaltet werden. Leider wurden dabei manuell falsche Parameter in die „bewährte“ Software eingegeben, und aus “ein paar” Servern wurden “ein paar mehr” Server. Das wiederum setzte eine Kettenreaktion in Gang: Beispielsweise zeigte Amazon Video keine Filme mehr, das Reiseportal Expedia war nicht mehr erreichbar, Soundcloud spielte keine Audiodateien mehr ab und die Airbnb-Website hakte.

Bild: Cybrain/Fotolia.de

Kanal voll in Berlin

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Job-Fails Kanal voll in Berlin
In 25 Häusern in Mariendorf konnte im Januar 2018 tagelang nicht geduscht werden. Wie der Sender RBB berichtett, floss von einer Baustelle versehentlich Flüssigbeton in die Abwasserrohre und setzte den Kanal auf einer Länge von 250 Metern zu. Eigentlich sollte auf der Baustelle lediglich ein Fundament verstärkt werden. Bei einigen Anwohnern liefen Abwasser und Flüssigbeton sogar bis in den Keller. Nun soll ein Spezialroboter die Rohre wieder von Beton frei fräsen. Für den Schaden aufkommen wird wohl die Baufirma HGHI.

Bild: Berliner Wasserbetriebe

KfW überweist Geld in Dauerschleife

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - KfW überweist Geld in Dauerschleife
Im Februar 2017 hatte das Überweisungssystem der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Schluckauf. Es überwies quasi in Dauerschleife Geld an vier Banken. Insgesamt belief sich die Summe auf fünf bis sechs Milliarden Euro. Glück im Unglück: Die zu viel gezahlten Beträge wurden von den jeweiligen Banken zurücküberwiesen. Tatsächlich handelte es sich bei der Job-Panne um menschliches Versagen, denn einem Programmierer war bei der Arbeit am Zahlungsverkehrssystem ein Konfigurationsfehler unterlaufen, teilte die KfW mit.

Bild: KfW

KfW überweist Millionen nach Lehmann-Pleite

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - KfW überweist Millionen nach Lehmann-Pleite
Einige Jahre zuvor hatte es die KfW zu Beginn der Bankenkrise zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht: Sie hatte der US-Investmentbank Lehman Brothers noch am Tag der Pleite fast 320 Millionen Euro aus einem Termingeschäft überwiesen. Die Zahlung wurde trotz der Neuigkeiten nicht gestoppt. Etwa zwei Drittel der in der Insolvenzmasse untergegangenen 320 Millionen Euro seien zwar durch die Verrechnung mit Forderungen von Lehman an die KfW wieder zugeflossen, trotzdem blieb die Bank letztlich auf einem Schaden von rund 100 Millionen Euro sitzen.

Bild: KfW

UBS Warburg: Zahlendreher mit Folgen

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - UBS Warburg: Zahlendreher mit Folgen
Die Bank UBS Warburg leistete sich im Dezember 2001 einen ausnehmend teuren Zahlendreher. Sie begleitete den Börsengang des japanischen Werbers Dentsu. Noch in der Graumarktphase vertippte sich ein UBS-Warburg-Händler. Statt 16 Dentsu-Aktien zu 600.000 Yen zu verkaufen, bot er 610.000 Aktien zu 6 Yen an. Die Order konnte zu Teilen rückgängig gemacht werden, dennoch verkaufte die UBS so 64.915 Aktien – gut die Hälfte des Emissionsvolumens – zu dem niedrigen Preis. Die UBS kostete die Job-Panne 100 Millionen Dollar, weil sie die Aktien selbst zum Marktpreis kaufen musste, um ihren Geschäftsverpflichtungen nachzukommen.

Bild: UBS Warburg

Oscar-Verleihung 2017: Koffer vertauscht

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Job-Fails - Oscar-Verleihung: Koffer vertauscht
Mehr als peinlich verlief die jüngste Oscar-Verleihung für einen Angestellten von PricewaterhouseCoopers. Die Prüfgesellschaft ist seit Jahrzehnten für die geheime Auszählung der Gewinner verantwortlich. Doch der Verantwortliche Brian Cullinan übergab diesmal versehentlich den falschen Umschlag für die Kategorie “Bester Film”. Das Laudatoren-Duo Warren Beatty und Faye Dunaway kündigten daraufhin La La Land als Gewinner an, obwohl der Film Moonlight gewonnen hatte. PwC entschuldigte sich zwar, Cullinan und seine Kollegin dürfen bei zukünftigen Shows jedoch nicht mehr dabei sein.

Bild: AMPAS

Pendler-Bahn: Tödliches Handy-Spiel am Steuer

Job-Pannen, die für Chaos sorgten - Tödliches Handy-Spiel am Steuer
Ein tragisches Ende nahm das Handy-Spiel eines Fahrdienstleiters: Er übersah durch die Ablenkung im Februar 2016 ein Signal, sodass sein Zug im bayerischen Bad Aibling mit einem anderen kollidierte. 12 Passagiere kamen bei dem Unfall des Pendlerzugs Meridian ums Leben.

Bild: Wikipedia


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