Rückruf: 774.000 Diesel von Daimler müssen in die Werkstatt
12.06.2018

Rückruf: 774.000 Diesel von Daimler müssen in die Werkstatt

Daimler muss europaweit 774.000 Diesel-Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung zurückrufen. In Deutschland seien 238.000 Fahrzeuge betroffen, so Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einem Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche.

Daimler-Chef Dieter Zetsche war zum Rapport ins Bundesverkehrsministerium geladen. Das Fazit: Der Bund will “unverzüglich” einen amtlichen Rückruf für europweit 774.000 Dieselfahrzeuge von Daimler anordnen.

Drei Modelle von möglichen Abgasmanipulationen betroffen

Nach Angaben des Ministeriums gehe es neben dem Kleintransporter Vito, bei dem das KBA schon vorher eine unzulässige Abschalteinrichtung moniert hatte, nun insbesondere um ein Modell der C-Klasse sowie um eine Variante des sportlichen Geländewagens GLC. Beides sind Volumenmodelle, werden also besonders häufig verkauft. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Autos nach Konzernangaben in den drei Millionen Diesel enthalten, für die Daimler bereits ein freiwilliges Update der Motor-Software angekündigt hat.

Daimler kündigt Widerspruch an

Zetsche kündigte an, man werde sich “unverzüglich” um die Software der betroffenen Fahrzeuge kümmern. Zugleich kündigte er Widerspruch an, um die rechtlichen Fragen zu klären. Für den Kleintransporter Vito 1,6 Liter Diesel mit der neuen Abgasnorm Euro 6 hat das KBA wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bereits einen Pflichtrückruf angeordnet. Betroffen sind weltweit 4.900 Fahrzeuge, darunter gut 1.370 in Deutschland.

Daimler hatte die Feststellung des KBA zum Vito zurückgewiesen. “Die Funktionen sind Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen soll”, hieß es nach Bekanntwerden des Bescheids zunächst. Den Vorwurf, dass die Programmierung zweier Funktionen der Motorsteuerung nicht den geltenden Vorschriften entsprechen soll, werde man zur Not auch vor Gericht klären lassen.

Ende der “Salamitaktik” gefordert

Verbraucherschützer forderten ein Ende der “Salamitaktik” im Abgas-Skandal. “Es kann nicht sein, dass ein Autokonzern nach dem anderen mit jahrelanger Verzögerung und erst nach Detektivarbeit entlarvt wird”, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller. “Diese Salamitaktik kostet immer mehr Verbrauchervertrauen und führt zu einem beträchtlichen Wertverlust bei den geschädigten Autobesitzern.” Scheuer müsse “die Daumenschrauben anziehen”. Daimler müsse Garantien abgeben, dass die Umrüstungen sinnvoll seien und keinen Schaden nach sich zögen.

Bild: Daimler

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