Plagarius
13.02.2018

Plagarius 2018: Dreiste Fälschungen aufgedeckt

Das Geschäft mit Plagiaten und Fälschungen ist extrem lukrativ. Um so wichtiger ist es, dagegen vorzugehen. Der Plagarius-Award zeichnet auch in diesem Jahr die dreistesten Fälschungen aus.


Die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ sagt nichts darüber aus, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann kein Recht sprechen. Sie darf aber auf Unrecht aufmerksam machen. Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein. Der Jury geht es keinesfalls darum, legale Wettbewerbsprodukte, die sich durch optische und technische Eigenständigkeit auszeichnen, zu brandmarken.

Intention ist vielmehr, plumpe Nachahmungen, die dem Originalprodukt absichtlich zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen, in den Fokus zu rücken. Aus Angst vor der Prämierung mit dem Negativ-Preis haben bereits zahlreiche Nachahmer eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und u.a. Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder Lieferanten preisgegeben.

Plagiate: Mehr Profitgier und Skrupellosigkeit als wohlgemeintes Kompliment

Produkt- und Markenpiraterie wird häufig als harmloses Kavaliersdelikt abgetan. Dabei sprechen die Zahlen für sich. Allein 2016 haben die EU-Zollbehörden laut EU-Kommission mehr als 41 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von 670 Mio Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. China ist zwar einerseits Herkunftsland Nr. 1 für Fälschungen, gleichzeitig entwickeln sich aber immer mehr chinesische Firmen von der verlängerten Werkbank des Westens hin zu ernsthaften Mitbewerbern auf den Weltmärkten. Hinzu kommt: In Auftrag gegeben bzw. vertrieben werden die Nachahmungen häufig in Industrieländern.

Oftmals von ideenarmen Mitbewerbern oder aber ehemaligen Produktions- bzw. Vertriebspartnern. Für eine bestmögliche Abwehr von Produkt- und Markenpiraterie rät die Aktion Plagiarius Firmen auf eine ganzheitliche Strategie aus juristischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen zu setzen.

Nachgemachte Waren sind mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen erhältlich, von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber kaum günstiger als das Originalprodukt sind. Die Ausprägungen reichen von verunreinigten Parfums und Kosmetika, minderwertiger Unterhaltungselektronik und gepanschten Lebensmitteln über nachgemachte Schneid- und Haushaltwaren, Sanitärprodukte, Kinderspielzeug, Werkzeuge bis hin zu unsicheren Motorsägen und Autofelgen oder gar falsch dosierten Medikamenten und nicht funktionierenden medizintechnischen Produkten wie Notfallbeatmungsgeräten uvm.

Die Preisträger 2018:

PLAGIARIUS 2018 –  1. Preis: Küchen-Schneidgerät „Nicer Dicer Plus“

Links Original:            Genius GmbH, Limburg, Deutschland  Rechts Fälschung: Pingyang County Leyi Gift Co., Ltd., Zhejiang, VR China

Links Original:            Genius GmbH, Limburg, Deutschland

Rechts Fälschung:      Pingyang County Leyi Gift Co., Ltd., Zhejiang, VR China

Der Fälscher kopiert unzählige Genius-Produkte – jeweils inkl. der Marke „Genius“ und dem jeweiligen Produktnamen – und bewirbt diese Online, auf Messen, auf Märkten und per Katalog. Die Schneidklingen der Fälschung sind stumpf und brechen leicht, der verwendete Kunststoff enthält gesundheitsschädliche Substanzen.

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