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So prägt die Digitalisierung den Einkauf 2019

Bild: Adobe Stock/Joachim Wendler

09.01.2019

So prägt die Digitalisierung den Einkauf 2019

Der Einkauf ist wie kaum ein Unternehmensbereich von der Digitalisierung betroffen. Das gilt sowohl für die strategische Ausrichtung, als auch für das operative Tagesgeschäft. Der Softwareanbieter Ivalua hat mit Hilfe von Experten und Studien neun Topthemen für 2019 identifiziert.

1. Datenqualität: unverzichtbar für alle Digitalisierungsinitiativen

Der Return on Investment der Digitalisierung steht und fällt mit der Qualität der Daten, insbesondere der Stammdaten. Ein funktionierendes Master Data Management, integriert mit allen Backend-Systemen, ist hierfür essenziell. Diese Erkenntnis ist inzwischen auch in den Unternehmen angekommen. Im BARC BI Trend Monitor 2019 findet sich das Thema Datenqualitätsmanagement daher auch auf dem ersten Platz.

2. Supply Chain für kleine Losgrößen

Die immer größere Variantenvielfalt hat auch Auswirkungen auf die Wahl von Zulieferern. Für die Autoren der Camelot-Studie „Quantum Leap in Supply Chain Performance“ ist die „Segmentierung & Differenzierung bis zur Losgröße 1“ ein wichtiger Stellhebel für die digitale Transformation der Supply Chains.

inkaufsorganisationen, die ihr Sourcing noch manuell machen, werden dies nicht bewerkstelligen können. Die Automatisierung des gesamten Source-to-Pay-Prozesses spielt daher eine zunehmend wichtige Rolle. Es gibt bereits Unternehmen, die ihre Prozesse im Einkauf und in der Kreditorenbuchhaltung vollständig automatisiert haben, so wie die französische Bank Crédit Agricole.

3. Modernisierung der Analytik

Auch die Analytik und Big Data dürfen 2019 nicht fehlen. Laut der Studie „Big Data – Die nächste Revolution im Einkauf“ des Beratungshauses Oliver Wyman und des BME betrachten inzwischen 73 Prozent der befragten Großkonzerne mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz Big Data als absolut erfolgsentscheidend.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Einkäufer gewinnen neue Erkenntnisse über ihr Ausgabenverhalten, einen vollständigen Überblick über den Projekterfolg und über die Performance von Prozessen, Transaktionen und Lieferanten.

4. Künstliche Intelligenz (KI)

Die Studie „Enabling Smarter Procurement“ von Forrester Research vom Frühjahr 2018 hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Beschaffungsabteilungen in den kommenden 24 Monaten KI einsetzen wollen. KI wird das Benutzererlebnis vieler Anwendungen vereinfachen, zum Beispiel durch Self-Service-Funktionalitäten, geführtes Einkaufen und Chatbot-Unterstützung.

5. Risikokontrolle in der Supply Chain

Je komplexer die Supply Chain, umso vielfältiger und größer die Risiken. Dazu gehören Verstöße gegen regulatorische Vorgaben, der Diebstahl geistigen Eigentums oder die Verletzung von Geheimhaltungsvereinbarungen. Auch Lieferschwierigkeiten und unethische Produktionsbedingungen beeinflussen das Geschäftsergebnis oder das Kundenvertrauen negativ.

Um Risiken schnell zu erkennen, sind Lieferantenbefragungen nicht ausreichend. Eingebundene, externe Spezial-Datenbanken helfen Probleme früh zu erkennen und gegenzusteuern.

6. Wirklich agil werden

Kunden erwarten immer kürzere Lieferzeiten und schnelleren Service. Geopolitische Ereignisse beeinflussen heute langjährige Geschäftsbeziehungen über Nacht. 64 Prozent der Einkaufsmanager wissen, dass sie ihre Agilität dringend verbessern müssen. Zu starre Systeme und Prozesse verhindern dies oft, so ein weiteres Ergebnis der Forrester Studie.

Unternehmen benötigen daher Systeme, die Best Practices abbilden und so flexibel sind, dass sie individuelle oder sich neu entwickelnde Anforderungen abdecken.

7. Innovationspotenziale nutzen

Die Innovationskraft gehört zu den großen Stärken der deutschen Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen arbeiten bei Innovationen auch mit Lieferanten zusammen. Eine systemgestützte und damit strukturierte Zusammenarbeit mit Zulieferern hilft hier zusätzliche Potenziale zu heben.

8. Alle Warengruppen im Blick

Der Einkauf braucht eine vollständige Sicht auf die Ausgabenvolumina in allen Warengruppen, auch bei den indirekten Kosten. Darüber hinaus gilt es, im direkten Einkauf sämtliche Source-to-Pay-Aufgaben digital abzuwickeln und damit die Produktivität zu steigern. Einkaufsorganisationen, die sowohl den indirekten als auch den direkten Einkauf über eine Plattform abwickeln, sind hier klar im Vorteil.

9. Abschied von Silo-Lösungen

Die Managementberatung Roland Berger erwartet in der Studie „Procurement Endgame“ die vollständige Digitalisierung des Einkaufs. Der hohe Reifegrad moderner Source-to-Pay-Plattformen ermöglicht bereits ein integriertes Arbeiten über alle Wertschöpfungsketten.

Laut BME Barometer „Elektronische Beschaffung“ vom März 2018 setzen bereits 17 Prozent der Unternehmen durchgängig auf einen Anbieter, weitere 33 Prozent treiben den Wechsel von bisherigen Einzellösungen auf ein End-to-End-System voran.

Die meisten der in letzter Zeit vorgestellten Studien sind sich einig: Noch nie waren die Chancen größer, noch nie stand so viel auf dem Spiel. Während die Automatisierung eine ganze Reihe von Aufgaben ersetzt, übernimmt der Einkauf zusätzliche Aufgaben und gewinnt an strategischer Bedeutung. „Die Digitalisierung und die Nähe zu den Lieferanten sind dabei sein größtes Pfund“, betont Franck Lheureux, General Manager EMEA bei Ivalua.

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Autor: Dörte Neitzel

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