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Tantal: Versorgung bleibt angespannt

Foto: Norsk Hydro

08.11.2018

Tantal: Versorgungslage bleibt angespannt

Die Versorgung mit Tantal auf dem Weltmarkt bleibt angespannt. Ausweichstrategien können Preis- und Lieferrisiken jedoch minimieren, so die Deutsche Rohstoffagentur DERA.

Tantal gehört zu den relativ seltenen, aber für die Industrie äußerst wichtigen Rohstoffen. Das Metall ist vielseitig einsetzbar und findet sich als Werkstoff in den unterschiedlichsten Produkten der Elektro-, Luft- und Raumfahrtindustrie oder im Prozessanlagenbau.

Tantal ist kritischer Rohstoff

Von der EU wird Tantal zu den „kritischen Rohstoffen“ gezählt, bei denen es erhebliche Preis- und Lieferrisiken gibt. In ihrer neuesten Studie „Rohstoffrisikobewertung – Tantal“ stützt die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) diese Einschätzung und kommt zu dem Urteil: „Die Versorgungslage auf dem Weltmarkt bleibt mittelfristig angespannt.“

Tantal-Abbau in instabilen Ländern

Weltweit werden aktuell knapp 2.000 Tonnen Tantal gefördert. Die Hälfte davon stammt aus den Ländern Kongo und Ruanda. Dort wird der Rohstoff im Artisanal- und Kleinbergbau gewonnen. Erst mit weitem Abstand zu den beiden zentralafrikanischen Staaten folgen Brasilien (12 % Weltmarktanteil) und China (10 %) als weitere Produzenten.

„Aufgrund der hohen Angebotskonzentration und der instabilen politischen Verhältnisse insbesondere in der DR Kongo besteht für Tantal in Bezug auf die Versorgungssituation ein nicht unerhebliches Preis- und Lieferrisiko“, erklärt DERA-Rohstoffexpertin Sophie Damm.

Mehr Tantal-Förderung in Australien

Die DERA geht weiterhin von einer bedeutenden Rolle des Artisanal- und Kleinbergbaus aus. Zusätzliche Förderraten werden jedoch mittelfristig eine wichtige Ergänzung für die Tantalversorgung darstellen. Diese kommen aus geplanten Kapazitätserweiterungen in bestehenden Bergwerken außerhalb Afrikas sowie neuen Explorationsprojekten vor allem in Australien, bei denen Tantal im Zuge der Lithiumproduktion als Beiprodukt im industriellen Maßstab gewonnen werden soll.

Beides könne, so DERA, zu einer Verschiebung der Angebotssituation sowie einer abnehmenden Dominanz der zentralafrikanischen Produktion führen. Demgegenüber steht jedoch eine weiter wachsende Nachfrage nach dem begehrten Rohstoff, der u.a. für die Herstellung von Mikrokondensatoren, z. B. für Laptops, Tablets und Mobiltelefone – wichtigstes Anwendungsfeld des Metalls – benötigt wird.

Überdurchschnittliche Nachfragesteigerungen erwartet die DERA bei chemischen Produkten, Halbzeugen, Sputtertargets und im Bereich der so genannten Superlegierungen für den Flugzeugbau, in denen ebenfalls Tantal als Werkstoff eingesetzt wird.

Neue Sorgfaltspflichen für Lieferketten

Deutschen Unternehmen in der tantalverarbeitenden Industrie empfiehlt die DERA, die aktuellen Entwicklungen in den zentralafrikanischen Abbaugebieten genau zu beobachten. Importeure des Metalls haben auf europäischer Ebene ab 1.1.2021 zudem die Regeln der neuen EU-Verordnung zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten in den Lieferketten für Tantal zu beachten (gilt auch für Wolfram, Zinn und Gold).

„Für den Produktions- und Technologiestandort Deutschland bergen gerade die kleinen, stark konzentrieren Rohstoffmärkte wie Tantal erhöhte Risiken. Durch eine politische und wirtschaftliche Destabilisierung in aktuellen Förderregionen können potenzielle Beschaffungsrisiken schnell zu realen Preis- und Lieferproblemen werden“, betont Damm. Daher sollten die Firmen Ausweichstrategien in Betracht ziehen.

Langfristige Lieferverträge mindern Versorgungsrisiken

Langfristige Lieferverträge sowie eine Rückwärtsintegration beispielsweise über Joint Ventures könnten zusätzlich für Planungssicherheit sorgen und potenzielle Versorgungsrisiken minimieren, so der Rat der DERA-Expertin.

Zudem bieten die neuen Bergbauprojekte sowie die geplanten Kapazitätserweiterungen eine Möglichkeit zur Diversifizierung der Bezugsquellen.

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