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Trotz moderatem Erdölpreis: Darum sind Spritpreise auf Rekordhoch

Foto: Vladimir Salman/Shutterstock

31.10.2018

Trotz moderatem Erdölpreis: Darum sind Spritpreise auf Rekordhoch

Zwar fällt der Preis für Erdöl Anfang Oktober 2018 von seinem bisherigen Jahresrekordstand – trotzdem kennen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen seitdem nur eine Richtung: nach oben. Woran liegt’s?

Würde man die zwei Kurven für die Preisentwicklung von Erdöl und dem Preis für Diesel im Oktober übereinander legen, fällt dem Betrachter eine Merkwürdigkeit auf: Sie verlaufen gegenläufig. Stieg der Dieselpreis vom 1. Oktober 2018 von 1,334 Euro im deutschlandweiten Durchschnitt auf 1,417 Euro – mit Spitzen von 1,55 Euro pro Liter -, sieht es beim Erdölpreis genau umgekehrt aus. Er fiel von seinem Jahreshöchststand am 3. Oktober (86,29 US-Dollar pro Barrel Brent) auf 75,91 US-Dollar zum Monatsende.

Hohe Logistik-Kosten treiben Spritpreise nach oben

Den Grund für die hohen Spritpreise sehen Experten zurzeit also nicht im Rohölpreis. Vielmehr ist die Logistik “Schuld” am derzeitigen Preishoch an den Tankstellen. Normalerweise transportieren Tankschiffe das Mineralöl. Aufgrund der anhaltenden Dürre im Sommer und der weiterhin ausbleibenden Regenfälle im Herbst, sind die Flusspegel in Deutschland auf einem Rekord-Tiefstand. So können wegen des Niedrigwassers die Rheinschiffer teilweise nur ein Fünftel ihrer üblichen Ladung transportieren

Von einer dramatischen Lage will der Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest in Mannheim, Hans-Jürgen Funke, nicht sprechen. Aber sie sei angespannt: “Und das bleibt sie auch noch bis Ende des Jahres.” Das Energiehandel-Unternehmen Wankmüller aus Nufringen (Kreis Böblingen) sagte dem SWR: “Jeden Tag, den es nicht regnet, steigt der Preis.”

Die Norddeutschen seien dagegen etwas besser dran, so der Verbands-Chef, dort koste der Liter Heizöl im Schnitt zehn Cent weniger.

Lage im Süden dramatischer als im Norden

Lkw und Züge können die fehlenden Mengen nicht ausgleichen und verteuern den Nachschub gleichzeitig. In Süddeutschland verschärft sich die Lage zudem noch, da Anfang September die Bayernoil-Raffinerie in der Nähe von Ingolstadt durch einen Brand zerstört wurde. In Bayern fällt damit ein Viertel der Raffineriekapazitäten weg, die nun unter anderem durch Baden-Württemberg, das allerdings sowieso nur eine Raffinerie besitzt, gedeckt werden müssen.

So kommt es dazu, dass bereits erste Tankstellen ohne Sprit dastehen, wie in Reutlingen auf der schwäbischen Alb. “Wir haben momentan eine Situation, dwohl seit der Ölkrise 1973 nicht mehr da war”, zitiert der SWR den Besitzer der Tankstelle auf seiner Webseite.

In Norddeutschland sei die Lage dagegen etwas entspannter, so Verbands-Chef Funke. Daher sind die Dieselpreise in Mecklenburg-Vorpommern bzw. Schleswig-Holstein mit 1,39 bzw. 1,40 Euro pro Liter  auch günstiger als im Saarland und Baden-Württemberg mit 1,53 Euro pro Liter.

Trotz moderatem Erdölpreis: Darum sind Spritpreise auf Rekordhoch

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