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Vdma_Maschinenbau

19.09.2013

VDMA: Noch kein Durchbruch im Maschinenbau

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wartet auf ein Wiederanziehen der Weltkonjunktur. Dafür gibt es erste Anzeichen. Der Exportrückgang ist im zweiten Quartal 2013 geringer ausgefallen als im ersten. Der Auftragseingang war im Juli zwar mit minus drei Prozent ebenfalls rückläufig.

FRANKFURT. Allerdings nahmen die Bestellungen aus dem Inland um zehn Prozent zu. „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld scheint wieder stabiler zu werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob wir an einem Wendepunkt zum nächsten Aufschwung stehen. Angesichts der Ungewissheit gehen wir weiter davon aus, dass die Produktion 2013 um ein Prozent zurückgehen wird“, sagte Richard Clemens, VDMA-Geschäftsführer für den Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen am Montag auf der VDMA Pressekonferenz anlässlich der Weltleitmesse „drinktec“ in München.  2012 hatte der Maschinenbau einen Produktionswert von 195 Milliarden Euro erzielt.

Im ersten Halbjahr 2013 exportierten die Maschinen- und Anlagenbauer Waren im Wert von 73,5 Milliarden Euro. Das waren drei Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach China, dem inzwischen wichtigsten Auslandsmarkt mit einem Exportanteil von elf Prozent, gingen die Ausfuhren um vier Prozent zurück. „Nach Jahren kontinuierlichen Aufschwungs ist vor allem das Wachstum großer Schwellenländer ins Stocken geraten. Kaum eine Branche merkt eine Abkühlung der Weltkonjunktur so schnell und so direkt wie die Maschinenbauindustrie, denn kaum eine ist derart exportorientiert“, sagte Clemens.

Sonderentwicklung Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Im Unterschied zum Maschinenbau als Ganzes befinden sich die Unternehmen im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Aufwind. Der Auftragseingang lag im Juli um 18 Prozent über den Vergleichswert des
Vorjahres. Im Zeitraum Januar bis Juli 2013 sind die Bestellungen um real drei Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen. Auch bei den Exporten befindet sich der fünftgrößte Maschinenbaufachzweig auf Wachstumskurs. Sie stiegen im ersten Halbjahr um gut vier Prozent, im Getränkemaschinenbau sogar um sechs Prozent. 2012 war der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau um neun Prozent auf einen Produktionswert von 11,6 Milliarden Euro gewachsen.

Getränkemaschinenbau profitiert vom weltweit steigenden Konsum

Die deutsche Getränketechnikbranche produzierte 2012 Maschinen im Wert von gut 2,2 Milliarden Euro. Davon entfielen mit 1,9 Mrd. Euro der Großteil auf Getränkeverpackungsmaschinen entsprechend einem Zuwachs von zwölf Prozent.
„Einschließlich der stark nachgefragten Streckblasmaschinen für Kunststoffbehälter und aller Komponenten schätzen wir den Branchenumsatz der deutschen Getränketechnik auf mindestens fünf Milliarden Euro“, sagte Volker
Kronseder, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Für 2013 erwartet der Getränkemaschinenbau insgesamt ein gemäßigtes Wachstum und für 2014 deutlichere Impulse.

Treiber für die Investitionen in Getränketechnik sind der steigende Konsum in vielen Regionen der Welt einerseits und ein starker Wettbewerb in den gesättigten Märkten andererseits. „Während der Konsum in Europa und Nordamerika auf hohem Niveau stagniert und kaum noch wächst, werden allein für China sieben und für Afrika sechs Prozent Wachstum jährlich erwartet“ so Kronseder. Zwei Drittel der Getränkemaschinenexporte gingen in 2012 bereits in Länder außerhalb Europas. Allen voran nach Asien mit einem Anteil von 25 Prozent, Afrika mit 14 Prozent und Südamerika mit zwölf Prozent.

Wachstumsmarkt Afrika

Für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen hat sich Afrika zu einem interessanten Absatzmarkt entwickelt. Von 2010 bis 2012 nahmen ihre Exporte nach Afrika um 33 Prozent zu, deutlich mehr als im Gesamtmaschinenbau (Plus 17 %). Die größten Absatzländer für die deutschen Hersteller sind Nigeria und Südafrika. Dorthin gingen 2012 Maschinen im Wert von jeweils 88 Millionen Euro. Damit haben beide Länder zusammen einen Anteil von rund 30 Prozent am afrikanischen Markt, der 2012 ein Volumen von 542 Millionen Euro erreichte.

Südafrika und Nigeria sind auch die größten Bierproduzenten in Afrika. Verglichen mit der Weltbierproduktion von 1.951 Millionen Hektolitern (2012) ist der afrikanische Anteil mit 128 Millionen Hektolitern (2012) und damit rund sechs Prozent gering. Aber die Aussichten auf weitere Steigerungen sind vielversprechend

Nachhaltigkeit am Beispiel PET

PET stellt weltweit über 40 Prozent der Getränkeverpackungen. Der Verbrauch an Erdöl zur Herstellung von PET ist gering. Nur noch etwa 27 Gramm wiegt heute eine Standard 1,5 Liter Flasche. PET ist zu hundert Prozent recycelbar. Auch
diese Eigenschaften machen den Werkstoff nachhaltig. Das ist er aber nur, wenn er auch tatsächlich wiederverwertet wird. Technisch ist die Wiederverwertung von Flasche zu Flasche gelöst. Mancherorts fehlen aber Sammelsysteme. Die Folge ist, dass die Sammelintensität sehr unterschiedlich ist. Wenig gesammelt wird in Nord- und Südamerika mit Quoten zwischen 30 und 36 Prozent. In Deutschland beträgt die Quote fast 80 Prozent. Spitzenreiter ist China mit einer
Sammelquote von 84 Prozent. „Bei allen Verbrauchern muss die Erkenntnis reifen, dass die leere Flasche ein Rohstoff ist und kein Müll“, sagte Kronseder. Die Politik müsse hier in allen Ländern die entsprechenden Rahmenbedingungen
schaffen, so Kronseder weiter.

Erwartungen des Maschinenbaus an die Politik

Die nächste Bundesregierung muss mit wichtigen Weichenstellungen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für den Maschinen- und Anlagenbau stimmen. Immerhin ist er mit knapp einer Million Beschäftigten größter industrieller Arbeitgeber.  „Eine der größten Sorgen, die unsere Unternehmen derzeit belasten, ist die Einführung einer Vermögenssteuer oder -abgabe. Mit einem solchen Eingriff in das Betriebsvermögen würde die Politik die Investitions- und damit auch die Innovationsfähigkeit unserer Branche abwürgen“, sagte Clemens. Aus demselben Grund lehnt die Branche auch eine Verschärfung der Erbschaftssteuer ab.

Der Maschinenbau fordert darüber hinaus klare Rahmenbedingungen in der Energiepolitik und die Einführung einer allgemeinen steuerlichen Forschungsförderung, die allen Unternehmen offensteht.

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