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Zetteln die USA jetzt selbst einen Währungskrieg an?

Erstellt am 9. August 2019

Zetteln die USA jetzt selbst einen Währungskrieg an?

China hat seine Währung nicht mehr – wie sonst – gestützt, und die USA werfen dem Land Währungsmanipulation vor. Nun spekulieren US-Politiker offen darüber, den US-Dollar gezielt abzuwerten. Mit drastischen Folgen.

Seit gut 50 Jahren ist der US-Dollar die weltweite Leitwährung und der Eckpfeiler des globalen Finanzsystems. Doch das könnte bald vorbei sein, denn sowohl die US-Republikaner als auch die Demokraten denken öffentlich darüber nach, die amerkanische Währung gezielt zu schwächen.

Hilfe für Unternehmen und Arbeiter

Ihr Gedanke dahinter: Ein günstigerer Dollar beflügelt Exporte aus den Vereinigten Staaten, hilft also den Unternehmen und soll dadurch letztendlich auch dem “kleinen Mann am Fließband” nutzen.

“Wenn wir auf den Märkten aggressiv intervenieren können, um die Interessen der Wohlhabenden und jener mit guten Verbindungen zu schützen, wie wir das mit Rettungspaketen und Subventionen jahrzehntelang getan haben, dann können wir all die zur Verfügung stehenden Instrumente doch auch verdammt gut dazu nutzen, die Interessen der amerikanischen Arbeitnehmer zu schützen”, zitiert die Süddeutsche Zeitung Elizabeth Warren, Senatorin und Anwärterin auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur.

Weltweite Auswirkungen eines schwachen Dollar

Abgesehen davon, dass Einkäufe in den USA günstiger würden, wären diese (erhofften) inneramerikanischen Wirkungen bei Weitem nicht die einzigen. Es gäbe ein weltweites Währungsbeben, sind sich Experten einig.

Denn viele Länder rund um den Globus haben ihre eigenen Währungen an den US-Dollar gekoppelt, um sich selbst vor Devisenschwankungen zu schützen. Das macht den Dollar zur mächtigsten Währung der Welt, die den USA ihre politische Vormachtstellung sichern. Darüber hinaus profitieren die Vereinigten Staaten durch eine geringe Inflation, den Wegfall von Wechselkursrisiken beim Import wichtiger Rohstoffe wie Öl.

Die Folge war in den vergangenen Jahren gut zu beobachten: Die USA haben sich fast unbegrenzt verschuldet. Daher war es bislang auch stets in ureigensten US-Interesse, den Dollar als starke Währung zu erhalten. Nun könnte es zu einem Paradigmenwechsel kommen.

Mit welchen Methoden könnte die USA den Dollar schwächen?

Eine Möglichkeit, mehr Dollars in den Markt zu pumpen wären weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Doch diese ist unabhängig und nicht weisungsgebunden – auch, wenn Donald Trump den Druck in letzter Zeit erhöht hat.

Eine andere diskutierte Variante – unter seltener Einigkeit von Demokraten und Republikanern erarbeitet – sieht eine Art “Marktzugangsabgabe” vor. Ausländer, die in den USA Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Vermögenswerte kaufen wollen, müssen diese dann künftig zahlen – gleich ob es sich bei den Käufern um Bürger, Firmen oder Staaten handelt.

So sollen Kapaitalanlagen teurer und damit unattraktiver gemacht werden. Als Folge davon – so hätten es die Erfinder gerne – würde die Nachfrage nach Dollars, die für den Kauf notwendig sind, sinken und die US-Währung dauerhaft an Wert verlieren.

Ob dieser Vorschlag letztendlich uch als Gesetz verabschiedet wird, steht jedoch noch nicht fest.

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[1] China wertet Yuan ab: Einkäufe werden billiger: https://www.technik-einkauf.de/news/china-wertet-yuan-massiv-ab-einkaeufe-werden-billiger/

[2] No Deal Brexit: Johnson plant Crash am 31. Oktober: https://www.technik-einkauf.de/news/no-deal-brexit-johnson-plant-crash-am-31-oktober/

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