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Beschaffung in China: Länderanalyse für Einkäufer

Beschaffung in China: Länderanalyse für Einkäufer

18.12.2017

Beschaffung in China: Länderanalyse für Einkäufer

China ist eines der größten Beschaffungsländer für deutsche Einkäufer. Doch was müssen sie bei der Beschaffung in China beachten? Unsere Länderanalyse gibt die Antworten.

China ist in jeder Hinsicht ein Riese: Auf einer Fläche, die mit 9,57 Millionen Quadratkilometern ganze 27 Mal so groß ist wie Deutschland, leben 1,4 Milliarden Menschen. Sie erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von fast zwölf  Billionen US-Dollar – mehr als die Wirtschaftleistung Deutschlands, Großbritanniens und Japans zusammengenommen.

Damit ist die Wirtschaft der Volksrepublik die zweitgrößte der Welt nach den USA. In Kaufkraftparitäten gerechnet schlägt sie sogar die Vereinigten Staaten. Einen großen Teil des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften die Maschinenbauer, Hersteller von Kfz-Teilen und –komponenten sowie Elektronikproduzenten des Landes. In Regionen wie dem Perlflussdelta, rund um Metropolen wie Shanghai, Peking oder Tianjin bilden sie die größten Cluster von Zulieferern weltweit.

Beschaffung in China

Bild: zhangyang/Shutterstock.com

Zwischen Januar und Juni 2017 legte die chinesische Wirtschaft Angaben der Zentralbank der Volksrepublik zufolge im Jahresvergleich um sieben Prozent zu. Das entspricht dem mittelfristigen Wachstumsziel der chinesischen Regierung. Ob China dieses Wachstum mittelfristig halten kann, ist fraglich. Institutionen wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds oder die OECD sehen das mittelfristige Wachstumspotenzial der Volksrepublik bei maximal 6,5 Prozent.

Mehr zum Thema: Business-Knigge China: 13 Tipps für Einkäufer in China

Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, ist sogar noch skeptischer. „Die Stabilisierung des Wachstums auf fünf Prozent ist schon eine Herausforderung“, befürchtet der Ökonom. Selbst diese Zuwächse erreicht China nur, wenn seine Unternehmen produktiver und innovativer werden. Laut Berechnungen  von McKinsey müssen die Unternehmen künftig wenigstens zwei bis drei Prozent des gesamten Wachstums der chinesischen Volkswirtschaft mit innovativen Produkten erwirtschaften. Erst damit könnte die Wirtschaft wenigstens um 5,5 Prozent zulegen.

Wirtschaftliche Fakten zur Beschaffung in China

Offizieller Name: Volksrepublik China
Hauptstadt: Peking
Amtssprache: Han-Chinesisch – in Hongkong und Macau auch Kantonesisch, Englisch und Portugiesisch, in einzelnen Provinzen anerkannte Regionalsprachen
Bevölkerung: 1.379 Millionen
Bruttoinlandsprodukt 2017: 11.938 Milliarden US-Dollar
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: 8.583US-Dollar
Wirtschaftswachstum 2016/2017/2018*: 6,7% / 6,8% / 6,5%
Inflationsrate 2017 / 2018*: 1,8% / 2,4%
Importe 2016: 1.587,9 Mrd. US-Dollar
Exporte 2016: 2097,6 Mrd. US-Dollar
Deutsche Importe aus China 2016: 94,2 Mrd. US-Dollar
Deutsche Exporte nach China 2016: 76,0 Mrd. US-Dollar
Freihandelsabkommen mit der ASEAN, Australien, Chile, Costa Rica, Georgien, Island, Neuseeland, Pakistan, Peru, Schweiz,  Singapur, Südkorea

* geschätzt

Einkauf in China: Die wichtigsten Rohstoffe

In China lagern Bodenschätze im Wert von gut 20 Billionen Euro. Damit rangiert das Land auf der Liste der rohstoffreichsten Staaten der Welt auf Rang sechs nach Ländern mit umfangreichen Erdöllagerstätten wie Russland, Saudi-Arabien, den USA, Kanada oder dem Iran. In der Volksrepublik konzentrieren sich dabei neben fossilen Brennstoffen vor allem Lagerstätten von Rohstoffen, wie Seltenen Erden, Molybdän, Uran, Mangan oder Wolfram. Diese sind woanders nur selten zu finden.

Rohstoffe in China im Überblick:

Beschaffung in China: Deutsche Einfuhren aus China

Die Volksrepublik ist für deutsche Einkäufer vor allen Dingen ein bedeutender Beschaffungsmarkt für elektronische und elektrotechnische Produkte sowie nach wie vor für Bekleidung und Textilien. Fast 55 Prozent der deutschen Importe aus dem Reich der Mitte entfallen auf diese Warengruppen. Was die deutsche Einfuhrstatistik nicht abbildet, ist die Beschaffung in China durch deutsche Unternehmen für ihre Standorte vor Ort. Sourcingprofis der chinesischen Werke beschaffen für ihre Betriebe vor Ort auch in großem Umfang Maschinen, Werkzeuge oder Kfz-Teile.

Ausfuhrgüter Prozentualer Anteil
Elektronik 32,5%
Elektrotechnik 11,4%
Textilien/Bekleidung 10,9%
Maschinen 7,3%
Metallwaren 4,2%
Sonstige 33,7%

Produktivität, Qualität und Kosten im Beschaffungsland China

Einkäufer, die in China Zulieferer zu Billigpreisen suchen, kommen zu spät. Die Volksrepublik ist längst nicht mehr die verlängerte Werkbank der Weltwirtschaft. Nach Angaben von Germany Trade and Invest (GTAI) legen die Löhne chinesischer Arbeiter jedes Jahr um rund 15 Prozent zu. Ihre Produktivität hält damit allerdings nicht mit. In den vergangenen beiden Jahren stieg sie nur um rund 6,5 Prozent pro Jahr, so die GTAI.

Mehr zum Thema: Die 20 größten chinesischen Industrie-Unternehmen

Insgesamt liegt die Produktivität im chinesischen Maschinenbau nur bei einem Fünftel des Branchendurchschnitts in den OECD-Staaten. Darüberhinaus beklagten vier von zehn Teilnehmern in einer Umfrage der Unternehmensberatung Bearing Point 2016, dass chinesische Arbeiter für ihren durchschnittlichen Monatslohn von gut 700 US-Dollar nicht engagiert genug und zu schlecht ausgebildet sind. Dies ebenso wie die hohe Fluktuation von Mitarbeitern und der Fachkräftemangel, unter dem viele chinesische Unternehmen leiden, treiben die Preise von Zulieferern in die Höhe ohne dass die Qualität folgen kann.

Die Regierung in Peking hat erkannt, dass die Unternehmen des Landes nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie innovativer werden und effizienter produzieren. Deshalb fördert sie die Einführung digitalisierter Produktionsprozesse im Rahmen des Masterplans „Made in China 2025“ mit 2,7 Milliarden Euro.

Durchschnittlicher Monatslohn im verarbeitenden Gewerbe 717 Euro
Analphabetenquote 4,9%
Durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs 7,6 Jahre
Anteil der Bevölkerung mit sekundärer Schulbildung 75%
Anteil der Bevölkerung mit Universitätsabschluss
17%
Human Development Index Platz 90 von 188
Global Competitiveness Index
Platz 28 von 138
Offizielle Arbeitslosenquote 2017 4,0%
Produktivitätswachstum 2017
6,8%

Beschaffung in China: Infrastruktur und Logistik

Die Regierung der Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge in den Ausbau der Infrastruktur investiert. Das chinesische Eisenbahnnetz ist daher heute mit 191000 Kilometern das längste Asiens und das umfangreichste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt. Mit insgesamt knapp 3,9 Millionen Kilometern hat die Volksrepublik außerdem das zweitlängste Straßennetz der Welt nach den USA.

Allerdings sind nur 123.000 Kilometer davon zu Autobahnen ausgebaut. Die Häfen der Volksrepublik zählen zu den größten der Welt – allen voran Shanghai und Shenzhen. Der Flughafen in Peking war 2017 mit 94 Millionen abgefertigten Passagieren der zweitgrößte Airport der Welt nach Atlanta.

Wichtigste Seehäfen Shanghai, Shenzhen, Hongkong, Ningbo-Zhoushan, Qingdao
Wichtigste Flughäfen Peking, Hongkong, Shanghai, Guangzhou, Chengdu
Autobahnnetz 123.000 Kilometer
Eisenbahnnetz 191.000 Kilometer

Risiken bei der Beschaffung in China

Im Himalaya treffen die eurasische und die indische Erdplatte aufeinander. Durch die dadurch ausgelöste seismische Aktivität und den Schub der indischen Platte nach Nordosten kommt es in Südchina regelmäßig zu starken Erdbeben. Betroffen ist davon vor allem die Provinz Sichuan.

In den chinesischen Gebirgen führen zwischen Juni und Oktober zudem heftige Regenfälle jedes Jahr zu Erdrutschen, bei denen zahlreiche Todesopfer zu beklagen sind. Den Süden und Südosten der Volksrepublik treffen in diesen Monaten außerdem Taifune. Auch sie lösen Erdrutsche aus und verursachen Überschwemmungen.

Mögliche Risiken im Überblick:

  • Erdbeben
  • Erdrutsche und Überschwemmungen
  • Taifune

Quellen:gtai, IMF, Auswärtiges Amt, OECD, UNESCO, UNDP, WEF, ADB, Statista

Bild: vege/Fotolia.de (Teaser)

Autor: Gerd Meyring

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Autor: Dörte Neitzel

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