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Beschaffung in Hongkong: Länderanalyse für den Einkauf

Beschaffung in Hongkong: Länderanalyse für den Einkauf

04.04.2018

Beschaffung in Hongkong: Länderanalyse für den Einkauf

Hongkong ist vor allem als Beschaffungsland für Dienstleistungen interessant. Was deutsche Einkäufer noch über die Beschaffung in Hongkong wissen müssen, fassen wir in unserer Länderanalyse zusammen.

Industriebetriebe produzieren in Hongkong schon lange nicht mehr. Die Fabriken, die es einst gab, sind in das Perflussdelta in der südchinesischen Provinz Guandong abgewandert. In dem Stadtstaat selbst trägt das verarbeitende Gewerbe nur noch 2,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Im Dienstleistungssektor dagegen entstehen ganze 92 Prozent der Wertschöpfung. Kaum eine andere Volkswirtschaft der Welt wird derart intensiv durch den Servicesektor geprägt.

Beschaffung in Hongkong

Foto: Pixabay

In Hongkong  bieten vor allem Firmen ihre Dienste an, die Investoren auf ihrem Weg nach China beraten, versichern oder finanzieren. Über 70 der 100 größten weltweit tätigen Banken sind in Hongkong ansässig. Die Börse des Stadtstaates ist der sechstgrößte Handelsplatz der Welt und der viertgrößte in Asien.

Außerdem sitzen in Hongkong zahlreiche Transport- und Logistikdienstleister sowie gut 100.000 Handelsunternehmen und Beschaffungsbüros, die von dem Stadtstaat aus in der Volksrepublik oder für chinesische Firmen in aller Welt einkaufen. Unter anderem unterhalten ALDI, Lidl, Kaufland, Rewe, Tchibo und s.Oliver sowie traditionsreiche deutsche Außenhandelshäuser wie Illies, Melchers oder Schütte Beschaffungsorganisationen in Hongkong.

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Das Außenhandelsvolumen der Sonderverwaltungszone in Höhe von über einer Billion US-Dollar entsteht daher zu 99 Prozent durch Reexporte. Hongkong ist damit der siebtgrößte Exporteur der Welt.  Die Volksrepublik ist mit einem Anteil von 54 Prozent den an den Ein- und Ausfuhren der wichtigste Handelspartner Hongkongs, gefolgt von der EU und den USA mit einem Anteil von je neun Prozent. Weitere wichtige Partner sind Taiwan, Singapur, Japan Südkorea und Indien. Hongkongs Ausfuhren auf den Subkontinent legten im vergangenen Jahr um 22,2 Prozent zu. Dennoch setzt die starke Abhängigkeit von China den Wachstumsraten der Wirtschaft in der Sonderverwaltungszone Grenzen. Da die Dynamik in der Volksrepublik nachließ, legte auch das BIP der Sonderverwaltungszone zwischen Januar und September 2017 nur um 3,9 Prozent zu.

Wirtschaftliche Fakten zur Beschaffung in Hongkong

Offizieller Name Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China
Hauptstadt keine
Amtssprache Englisch, Chinesisch
Bevölkerung 7,38 Millionen
Bruttoinlandsprodukt 2017 334,1 Mrd. US-Dollar
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf pro Monat
44.999 US-Dollar
Wirtschaftswachstum 2016/2017/2018* 2,0% /3,5% / 2,7%
Inflationsrate 2017 / 2018* 2,0% / 2,2%
Importe 2016 547 Mrd. US-Dollar
Exporte 2016 517 Mrd. US-Dollar
Freihandelsabkommen Volksrepublik China, ASEAN (Brunei-Darussalam, Indonesien, Laos, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam), EFTA (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz)

* geschätzt

Beschaffung in Hongkong: Die wichtigsten Ausfuhrgüter

Deutsche Einkäufer beschaffen in Hongkong vor allem elektronische und elektrotechnische Waren, die Unternehmen im Süden Chinas produziert haben. Allerdings gibt es in dem Stadtstaat auch noch einige Unternehmen, die sehr kapital- und forschungsintensive Elektronik herstellen.

Deutsche Importe aus Hongkong 2016 1,55 Milliarden Euro
Deutsche Exporte nach Hongkong 2016 6,75 Milliarden Euro
Deutsche Einfuhren aus Hogkong nach Warengruppen
(in Prozent der gesamten Importe aus Hongkong)
· Elektronik (22,5%)
· Elektrotechnik (20%)
· Optik (7,5%)
· Maschinen (6,2%)
· Textilien/Bekleidung (4,8%)
· Sonstige (39%)

Einkauf in Hongkong: Rohstoffe

Als Stadtstaat verfügt Hongkong weder über mineralische noch über agrarische Rohstoffe. Selbst für die Versorgung ihrer Bürger mit Nahrungsmitteln ist die Sonderverwaltungszone fast vollständig auf Importe angewiesen.

Produktivität, Qualität und Kosten im Beschaffungsland Hongkong

In der jüngsten PISA-Studie belegten Schüler aus Hongkong in Mathematik den zweiten Platz nach Singapur. In den Naturwissenschaften landeten sie unter den 72 teilnehmenden Staaten auf Rang neun. Dennoch verdient ein Betriebswirt in dem Stadtstaat nach Abschluss seines Studiums nur etwa 1200 Euro. Im Schnitt verdienten Arbeitnehmer 2017 in der Sonderverwaltungszone 1860 Euro im Monat. Das waren etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Mindestlohn beträgt seit 2017 umgerechnet vier Euro pro Stunde. Die bescheidene Lohnentwicklung erstaunt. Denn Hongkong hat mit durschnittlich 50,1 Stunden pro Woche die längsten Arbeitszeiten der Welt. In vielen Branchen gilt der Samstag als Arbeitstag. Außerdem herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,3 Prozent. Allerdings ist der Großteil der Hongkonger Unternehmen wenig produktiv. Anders als Singapur hat der Stadtstaat den Aufbau von Forschungs- und Entwicklungszentren in den vergangenen Jahren nicht gefördert. Zugleich stiegen die Lohnkosten im Perflussdelta rasant.

Für Hongkonger Unternehmen wird es daher immer schwieriger, durch Lohnveredelung im  Süden Chinas nennenswerte Margen zu erzielen.  Gleichzeitig machen die in Shenzhen, Guangzhou oder Macau ansässigen Unternehmen Hongkong zunehmend Konkurrenz. Dank einer intensiven Förderung durch die chinesische Regierung entwickeln sich zahlreiche Firmen im Perlflussdelta derzeit zu global wettbewerbsfähigen Anbietern von Hochtechnologie. In ihrem 13. Fünfjahresplan hat sich die Volksrepublik zudem das Ziel gesetzt, die „Greater Bay Area“ zwischen Hongkong, Macau und Ghuanzhou enger zu vernetzen und zum Silicon Valley Asiens zu entwickeln.

Durchschnittlicher Monatslohn
1.860 Euro
Analphabetenquote 6%
Durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs 9 Jahre
Anteil eines Jahrgangs, der in Schullen der Sekundarstufe eingeschrieben ist 80,4%
Anteil eines Jahrgangs, der an Hochschulen eingeschrieben ist
32,3%
Human Development Index k.A.
Global Competitiveness Index
Platz 7 von 138
Offizielle Arbeitslosenquote 2017 2,6%
Produktivitätswachstum (2017)
2,54%

Beschaffung in Hongkong: Infrastruktur und Logistik

Weder Hongkongs Straßen- noch das Schienennetz des Stadtstaats sind für den Warentransport von besonderer Bedeutung. So dient das 220 Kilometer lange Schienennetz ausschließlich dem öffentlichen Personennahverkehr. Hongkongs Airport Chek Lap Kok dagegen schlägt mehr Luftfracht um als jeder andere Flughafen der Welt. Derzeit erweitert ihn der Stadtstaat um eine dritte Startbahn. Hongkongs Freihafen war einst der größte Containerhafen der Welt. Inzwischen ist er auf Rang vier nach Shanghai, Singapur und Shenzhen zurückgefallen. Weiterhin erstklassig bleibt dagegen Hongkongs Digitalinfrastruktur. Der Stadtstaat hat einer der höchsten Internetgeschwindigkeiten der Welt.

Die Anbindung Hongkongs an die großen Industriestädte des Perlflussdeltas wird in den kommenden Jahren massiv ausgebaut. Schon 2018 soll eine neue Hochgeschwindigkeitszugstrecke nach Guangzhou mit Zwischenstopp in Shenzhen sowie die mit 32 Kilometern längste Seebrücke der Welt zwischen Hongkong und Macau in Betrieb gehen. In sechs Jahren soll eine weitere Brücke zwischen Shenzhen und Zhongshan fertiggestellt sein.

Wichtigste Seehäfen Hongkong
Wichtigste Flughäfen Hongkong
Autobahnnetz 231,8 Kilometer
Eisenbahnnetz 220 Kilometer

Risiken bei der Beschaffung in Hongkong

Zwischen Juni und Oktober treffen Hongkong regelmäßig tropische Stürme. Die Taifune führen zu Überschwemmungen und lösen in dem bergreichen Stadtstaat gefährliche Erdrutsche aus. Ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung Hongkongs ist auch die extreme Abhängigkeit der Sonderverwaltungszone von der Weltwirtschaft und der Konjunktur in China.

 Risiken:

  • Taifune,
  • Überschwemmungen,
  • Erdrutsche,
  • extreme Abhängigkeit von der Weltwirtschaft sowie von China

Quellen:gtai, WEF, World Bank, CEIC, Government of Hong Kong

Autor: Gerd Meyring

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Autor: Dörte Neitzel

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