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Schutzkleidung von MEWA

Bei der Wahl der richtigen Schutzkleidung muss vorher genau geprüft werden, wer vor was geschützt werden muss (Bild: MEWA).

25.06.2015

Die richtige Schutzkleidung ist das A und O

Ob Kleinbetrieb oder großes Unternehmen: Arbeitgeber sind für die Sicherheit ihrer Arbeitnehmer am Arbeitsplatz verantwortlich. Dazu gehört gegebenenfalls auch die Ausstattung der Mitarbeiter mit Persönlicher Schutzausrüstung (PSA). Doch bevor man sich für eine Kleidung entscheidet, sollte man sich Einsatzort und Tätigkeiten ganz genau ansehen.

Ausschlaggebend ist, wer vor was geschützt werden muss. Vor der Entscheidung, ob Schutzkleidung notwendig ist und wenn ja, welche, sollte eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden. Dazu ist jeder Arbeitgeber ohnehin gesetzlich verpflichtet. Außerdem schützt es ihn davor, Geld für unzureichende oder sogar falsche PSA auszugeben.

„Je genauer definiert ist, was die Kleidung können muss, umso eher findet man eine sichere Lösung. Wirklich beurteilen, welcher Schutz notwendig ist, kann ein Arbeitgeber nur auf der Basis einer Gefährdungsanalyse“, erklärt Nicole Kiefer, Leiterin der Produktentwicklung bei dem Textil-Serviceanbieter MEWA. Die Textiltechnikerin entwickelt gemeinsam mit ihrem Team bedarfsspezifische Lösungen für die Kunden der international tätigen MEWA Gruppe. „Wir unterstützen unsere Kunden bei der Frage, welcher PSA-Bedarf für den jeweiligen Arbeitsplatz sinnvoll und praxistauglich ist“, sagt sie.

Zu den Kriterien, welcher Schutzumfang notwendig ist, gehören mögliche Fremdeinwirkungen am Arbeitsplatz, die Höhe des Risikos, dass etwas passiert, und an welchen Teilen des Körpers eventuell ein besonderer Schutz erforderlich ist.

Mitarbeiter in die Auswahl einbinden

Die Funktionalität der Kleidung selbst ist das Eine. Ebenfalls wichtig ist ihr Tragekomfort. Wird aus Bequemlichkeit eine Jacke nicht zugeknöpft oder werden die Ärmel aufgekrempelt, verliert auch die beste Schutzkleidung an Funktion. Deshalb gilt: Je angenehmer sich eine Schutzkleidung trägt, umso höher ist ihre Akzeptanz und damit wiederum der Schutzfaktor.

Nicole Kiefer rät daher zur Einbindung der Mitarbeiter bei der Auswahl ihrer Schutzkleidung: „Am besten führt man Tragetests durch und lässt jedes Kleidungsstück der zu prüfenden Schutzkleidungskombinationen von den zukünftigen Trägern beurteilen.“

Regelmäßige Funktionskontrolle

Schnittschutzhandschuhe schützen die Hände vor Verletzungen durch scharfe Kanten.

Schnittschutzhandschuhe schützen die Hände vor Verletzungen durch scharfe Kanten (Bilder: MEWA).

Mit der Anschaffung von Schutzkleidung allein ist es allerdings nicht getan. Alle Mitarbeiter, die sie tragen sollen, müssen informiert und geschult werden. Ein Unternehmer hat für den Einsatz von Schutzkleidung eine Arbeitsanweisung zu erstellen, die alle für den sicheren Einsatz erforderlichen Angaben enthält. Dazu gehört die Information, vor welchen Gefährdungen die Kleidung schützt, wie man sie richtig trägt und wie sie ordnungsgemäß aufbewahrt wird.

Anhand der Arbeitsanweisung muss er seine Beschäftigten nach Bedarf, mindestens aber einmal im Jahr, unterweisen. Außerdem muss ein Mitarbeiter, bevor er seine Schutzkleidung anzieht und nachdem er sie wieder ausgezogen hat, jedes Kleidungsstück auf Beschädigungen oder Verschmutzungen überprüfen. Zusätzlich ist die Schutzkleidung in regelmäßigen Abständen entsprechend der Einsatzbedingungen und der betrieblichen Verhältnisse auf ihre Gebrauchstauglichkeit zu prüfen. Ist die Schutzwirkung beeinträchtigt und lässt sich die Schutzkleidung nicht wieder instand setzen, muss sie ersetzt werden.

Auch der „Lebenslauf“ eines jeden Bekleidungsstücks ist vollständig festzuhalten – von der Herstellung bis zur Entsorgung. Zu dokumentieren sind unter anderem die Spezifikation der Schutzkleidung (Hersteller, Lieferdatum, Chargen-Nr. etc.), Gebrauchsdaten zur Schutzkleidung (Ausgabedatum, Name des Trägers etc.), Schulungsunterlagen der Mitarbeiter, die Schutzkleidung anziehen, Informationen über die Gefahren, denen die Schutzkleidung ausgesetzt war, Informationen bezüglich Pflege (Waschen, Dekontaminierung, Aufbewahrung), Informationen bezüglich Wartung (Inspektionen, Schäden und Reparaturen, Entsorgung) sowie Probleme, die durch den Gebrauch der Schutzkleidung entstehen.

Schutzkleidung rechtssicher pflegen

Schutzkleidung muss laut PSA Benutzerverordnung, Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsschutzgesetz regelmäßig gewartet und inspiziert, das heißt auf Verschleißerscheinungen hin untersucht werden. Diese Inspektionen sind notwendig, denn sie stellen sicher, dass die Schutzkleidung weiterhin ihren Zweck erfüllt und den ursprünglichen Anforderungen gerecht wird.

Eine solche Aufgabe kann man als Arbeitgeber an einen Dienstleister abgeben, wenn dort die Wartung und Inspektion durch geschultes und kompetentes Personal durchgeführt wird. Große Unternehmen in der Textil-Service-Branche garantieren in der Regel auch, Änderungen an der von ihnen angebotenen Kleidung normkonform auszuführen, sodass die Zertifizierung gültig bleibt. Das gilt übrigens auch für das normkonforme Anbringen von Labels mit dem Firmenlogo und dem Mitarbeiternamen auf der Kleidung.

„Professionelle Dienstleister wie wir kontrollieren die Kleidung nach dem­ ­Waschen auf Funktionstüchtigkeit und übernehmen die Wartung der Kleidung, beziehungsweise ersetzen Kleidungs­stücke, die nicht mehr funktionsfähig sind. Das entlastet unsere Kunden und gibt ihnen zusätzliche Rechtssicherheit“, erklärt Nicole Kiefer. „Außerdem pflegen wir die Kleidung entsprechend dem Stand der Technik.“ Das sei bei Schutzkleidung enorm wichtig, ergänzt sie. Verbleibende Verschmutzungen auf Hitze- und Flammschutzkleidung können z. B. brennbar sein und bei Chemikalienschutzkleidung mit einer Fluor-Carbon-Ausrüstung muss diese ohnehin nach jedem Waschen erneuert werden.

Autor: Annika Ostermeier

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