Kosten senken mit externen Spezialisten

nterim Manager sind Experten darin, Unternehmen in schwierigen Zeiten wettbewerbsfähig zu halten.

29.10.2015

Kosten senken mit externen Spezialisten

Sie kommen, um zu gehen – Interim Manager helfen Unternehmen in Zeiten der Reorganisation, Neuausrichtung oder bei unerwarteten Engpässen. Dadurch können Unternehmen auch in schwierigen Zeiten Arbeitsabläufe flexibler und Prozesse effizienter gestalten, Lieferantennetzwerke halten und erweitern. Damit bleiben sie auch in rauen Zeiten wettbewerbsfähig.

Gerade in Zeiten der Globalisierung werden nachhaltige Lieferantenportfolien und sauber aufgestellte Einkaufsorganisationen als wichtiges Instrument der Unternehmensführung gesehen. Doch was tun, wenn dieses elementare Instrument auszufallen droht und somit der gesamte Produktionsprozess kurz vor dem Stillstand steht?

So auch im Falle von Karsten Liemert. 2011 musste er als Interim Director Purchasing and Logistics einen gegangenen Einkaufsleiter kurzfristig ersetzen. Das Unternehmen war spezialisiert auf Exterior-Komponenten aus Guss- und Schmiedeteilen. Mit seinen nahezu 2 000 Mitarbeitern zählte es zu den wichtigsten Automobilzuliefer-Unternehmen seines Segments. Einige wichtige Projekte standen auf „rot“, viele der großen OEMs drohten mit Auftragsabzug.

Zu allem Überfluss verließen durch den Weggang der Führungskraft einige Einkäufer das Unternehmen, welches somit de-facto ohne Einkaufsabteilung dastand. Durch diese kritische Unsicherheit drohten weitere externe Partner mit Rückzug. Eine sofortige Lösung musste her.

Als erfahrener und langjähriger Interim Manager sprang Liemert in die Bresche und bot dem Unternehmen eine „Plug-and-Play-Situation“. Auf Grund seiner weitreichenden Expertise in vergleichbaren Interim Projekten machte er sich sofort ans Werk und analysierte den IST-Zustand des Unternehmens, vor allem aber die in Schieflage geratenen Projekte, und entwickelte einen tragfähigen SOLL-Zustand.

Nach einer Ergebnispräsentation im Kreise der Geschäftsführung wurde Liemert mit der sofortigen Umsetzung des Maßnahmenkatalogs betraut. Wichtige Eckpunkte umfassten die Konsolidierung des Lieferantenportfolios basierend auf einer eindringlichen ABC-Analyse, Schaffung eines Lieferantenairbags in Form einer Second-Source-Strategie als auch der Beruhigung einer gänzlich verunsicherten Einkaufsmannschaft.

Schnell erkannte Liemert, dass gerade im strategischen als auch im Projekteinkauf Handlungsbedarf bestand. Dringend benötigte Kompetenzen konnten durch die verbliebenen Einkäufer nicht abgedeckt werden, wodurch Liemert zwei weitere Interim Manager in das Unternehmen integrierte und dadurch der Turn­around in nur acht Monaten erzielt werden konnte.

Hochqualifizierte Interim Manager wie Karsten Liemert werden durch sogenannte Provider, oder auch Vermittler, zur Verfügung gestellt. So auch im Fall von Liemert. Das Unternehmen hatte mit Tobias Grocholl einen seit Jahren spezialisierten Vermittler von hochqualifizierten Managern auf Zeit an der Hand. Er verstand die akute Problemlage des Unternehmens und stellte die Verbindung zu Liemert her. Dieser wiederum kannte nicht nur durch seine nahezu 20-jährige Erfahrung aus Einkauf und Supply Chain den weltweiten Markt der potenziellen Lieferanten, vielmehr war er es gewohnt, eingefahrene Situationen schnellstmöglich zu lösen. Auch im Falle der weiteren zwei Interim Manager übernahm Tobias Grocholl die Vermittlung beider Spezialisten, im Auftrag von Liemert.

Schnell konnten erste QuickWins für das Unternehmen erzielt werden. So wurde beispielsweise die Kostenstruktur durch neue Lieferanten, aber auch das Nachverhandeln bei bestehenden Lieferanten neu aufgestellt. Aufgrund seiner vergangenen Tätigkeiten war Liemert als harter, aber auch professioneller Ansprechpartner bei den Lieferanten bekannt. Durch Best Practices und Synergien aus ähnlichen Projekten, teilweise in anderen Branchen, schaffte er es zudem, eine effiziente und moderne Einkaufsorganisation zu formen.

Somit profitierten natürlich auch die verbliebenen Einkäufer durch den Wissens- und Prozesstransfer der Manager auf Zeit. Mit dem Einkauf „back on track“ konnte sich die Geschäftsführung auf die Suche nach einem Nachfolger in Festanstellung konzentrieren. Liemert selber hingegen übernahm den personellen Auf- und Ausbau der Einkaufsorganisation. Mit erfolgreichem „on-Boarding“ des neuen Einkaufsleiters endete die Beauftragung von Liemert. Nach einer Über­gabephase stand Liemert seinem Nachfolger auch noch in der Folgezeit beratend zur Verfügung.

Auch im Hinblick auf die entstandenen Einsatzkosten war dieses Projekt ein Erfolg. Da die Leistungen von Liemert über einen Dienstleistungsvertrag abgerechnet wurden, entfielen jegliche Lohnnebenkosten für das Unternehmen. Es wurden nur tatsächlich angefallene Arbeitstage abgerechnet. Daher wurden mögliche Personalkosten nicht belastet und der Einsatz konnte gegen tatsächlich entstandene Savings gerechnet werden.

Als wichtigstes Saving sind jedoch mögliche Opportunitätskosten anzuführen – was wäre geschehen, hätten die Automobilisten ihre Aufträge storniert beziehungsweise das Unternehmen nicht rechtzeitig, geschweige denn gar nicht liefern können? Wie hoch wären zusätzliche Rekrutierungskosten gewesen, hätten weitere Einkäufer das Unternehmen aufgrund von fehlender Führung verlassen? In Zeiten des Fachkräftemangels ein unschätzbarer Wertverlust, wodurch Liemert auch hier durch Mitarbeiterbindung und Weiterentwicklung einen wichtigen Beitrag zum Wettbewerbsvorteil beigetragen hat.

Unternehmen können durch den gezielten Einsatz von Managern auf Zeit auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, Arbeitsabläufe noch flexibler gestalten, ohne die Personalkosten unverhältnismäßig stark zu belasten und sich vor allem aber Fach- und Führungserfahrung in das Unternehmen holen. Durch das Einbringen jahrelanger Projekterfahrung können Interim Manager dazu beitragen, Prozesse noch effizienter zu gestalten, Arbeitsabläufe kostenneutraler zu definieren und neue Lieferantennetzwerke zu etablieren – in Zeiten von steigenden Arbeitslöhnen, Produkt(ions)-Kosten und Verdrängungswettbewerben ein unschätzbares Asset. Und das Schöne: Interim Manager gehen, doch geschaffene Netzwerke bleiben.

Autoren: Tobias Grocholl und Karsten Liemert, REM PLUS GmbH

Autor: Annika Ostermeier

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