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Erdöl-Förderturm

Bild: AdobeStock/zhengzaishanchu

19.08.2019

Industrierohstoffe werden teurer

Die Rohstoffpreise sind im Juli durchschnittlich um rund drei Prozent gestiegen. Dabei sind Industrierohstoffe stärker gestigen als Energierohstoffe. Die Preise Nahrungsmittel sanken dagegen.

Im Juli stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex im Durchschnitt um 3,0 Prozent (in Euro: +3,7 %) gegenüber dem Vormonat. Der Gesamtindex notiert somit im Juli auf einen Niveau von 112,8 Punkten (in Euro: 111,5 Punkten).

Der Index der Industrierohstoffe ist mit  5,8 Prozent (in Euro: + 6,5 %) besonders stark gestiegen, während der Index der Energierohstoffe lediglich um 2,9 Prozent (in Euro: + 3,6 %) stieg. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel fiel um 0,7 % (in Euro: ± 0,0 %), nachdem er im Juni eine deutliche Steigerung erzielte. Der Index ohne Energie stieg im Juli um 3,3 Prozent (in Euro: +4,0 %) gegenüber dem Vormonat und notiert bei 116,6 Punkten (in Euro: 115,4 Punkten).

Index für Energierohstoffe: +2,9 Prozent (in Euro: +3,9 %)

Im Juli stieg der gewichtete Preis für Rohöl im Durchschnitt um 3,2 Prozent (in Euro: +3,9 %) auf 61,77 US-Dollar (55,06 Euro) pro Barrel, wobei der Preis im Monatsverlauf eher seitwärst tendierte, da die globale Unsicherheit hinsichtlich der weltweiten Konjunktur die Märkte weiter beherrscht.

Zum einen belastete der Handelsstreit zwischen China und den USA die Preise am Rohölmarkt. Zum anderen sorgte der zunehmende Konflikt in der Straße von Hormus für Unsicherheit in der Versorgungssicherheit der Weltmärkte, insbesondere China.

Am Monatsanfang verständigte sich die OPEC+ über die Verlängerung der Reduktion der Fördermenge von 1,2 Millionen Barrel pro Tag bis März 2020. Diese Meldung ließ die Preise am Rohölmarkt steigen. Im Detail war der Preisanstieg bei der US-amerikanischen Rohölsorte WTI am stärksten. Der Ausbau von Pipelinekapazitäten erhöhte den Export vom US-amerikanischen Rohöl. Dadurch verringerte sich der Preisabschlag zu anderen Referenzsorten.

Gegenüber dem Vormonat stieg der Preis für WTI um 5,0 Prozent (in Euro: + 5,7 %). Das Rohöl aus dem Nahen Osten, die Sorte Dubai, verteuerte sich hingegen um 2,9 Prozent (in Euro: + 3,6 %). Den geringsten Preisanstieg verzeichnete das europäische Rohöl der Sorte Brent. Es stieg um 2,0 Prozent (in Euro: 2,7 %).

Keine Veränderung gegenüber dem Vormonat konnte zeigte der gewichtete Durchschnittspreis für Erdgas, wobei das europäische Erdgas sich verteuerte, dagegen das amerikanische Erdgas sich verbilligte. Der Preis für europäisches Erdgas stieg im Monatsdurchschnitt um 1,9 Prozent (in Euro: + 2,6 %). Der US-amerikanische Erdgaspreis fiel um 1,2 Prozent (in Euro: + 2,6 %). Um 2,9 Prozent (in Euro: 3,6 %) stieg der Kohlepreis. Insgesamt stieg der Index für Energierohstoffe im Juli um 2,9 Prozent (in Euro: + 3,6 %) auf 112,2 Punkte (in Euro: 110,9 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +5,8 Prozent (in Euro: +6,5 %)

Der Index für Industrierohstoffe untergliedert sich in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott. Im Juli ist der Index für Agrarische Rohstoffe um 0,3 Prozent gefallen (in Euro: + 0,3 % gestiegen). Der Kautschukpreis fiel um 6,1 Prozent (in Euro: -5,4 %). Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet den globalen Handel.

Die Nachfrage nach Kautschuk sank, da die chinesische Reifenproduktion gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Darüber hinaus belastete der relativ niedrige Rohölpreis den Preis vom Kautschuk, da sich die Produktion vom synthetischen Kautschuk verbilligt. Das Schnittholz verteuerte sich um 9,2 Prozent (in Euro: +10,0 %). Der Index für NE-Metalle stieg um 2,0 Prozent (in Euro: +2,7 %).

Im Monatsdurchschnitt fielen die Preise von Zink und Zinn um je 6,1 Prozent (in Euro: -5,5 %). Die Ausweitung der chinesischen Zinkproduktion und die Wiedereröffnung der australischen Mine Lady Loretta sowie Produktionssteigerungen der McArthur River Mine, ebenfalls in Australien, führten zu sinkenden Zinkpreisen.

Dagegen verteuerte sich Nickel deutlich. Der Nickelpreis stieg um 12,3 Prozent (in Euro: +13,1 %) aufgrund geringer Lagerbestände. Der Preis für Blei stieg um 4,4 Prozent (in Euro: +5,1 %). Aluminium verteuerte sich um 2,1 Prozent (in Euro: +2,8 %), und der Preis für den Einkauf von Kupfer stieg moderat um 1,1 Prozent (in Euro: +1,8 %).

Zum wiederholten Mal stieg der Index für Eisenerz und Stahlschrott, wobei der Anstieg mit 13,3 Prozent (in Euro: +14,1 %) noch deutlicher als im Vormonat ausfiel. Seit dem ersten Quartal dieses Jahres wird das Angebot von Eisenerz durch die Auswirkungen des Grubenunglücks in Brasilien und die Nachwirkung des Cyclone Veronica in Australien eingeschränkt bei einem gleichzeitigen Nachfragezuwachs vor allem aus von asiatischen Ländern. Dem gestiegenen Eisenerzpreis steht der gesunkene Preis für Stahlschrott gegenüber.

Der Stahlschrott wird für die Produktion von Stahl benötigt. Sinkende Stahlpreise lassen die Produktion von Stahl und damit die Nachfrage nach Stahlschrott sinken. Im Juli stieg der Index für Industrierohstoffe um 5,8 Prozent (in Euro: +6,5 %) auf 134,5 Punkte (in Euro: 133,1 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -0,7 Prozent (in Euro: ±0,0 %)

Im Juli zeigte sich ein uneinheitliches Bild bei der Preisentwicklung der im Index gelisteten Rohstoffe für Nahrungs- und Genussmittel. Während die Preise für Gerste, Soja-, Kokos- und Sonnenblumenöl sowie für Tee, Kaffee und Kakao stiegen, fielen die Preise für Mais, Reis, Weizen, Sojabohnen, Sojaschrot, Palmöl und Zucker.

Der Preisanstieg für Kaffee betrug im Monatsdurchschnitt 3,2 Prozent (in Euro: +3,8 %), wobei der Höchststand am Anfang des Monats erreicht wurde, die Preise im weiteren Monatsverlauf jedoch fielen. Die erwartete Nachfrage war stärker als die erwarteten Ernten, demgegenüber stehen jedoch hohe Lagerbestände an Kaffee. Moderat fiel der Preisanstieg von Kakao aus. Kakao verteuerte sich um 0,4 Prozent (in Euro: +1,0%).

Von den Getreidearten fiel die Preissenkung bei Weizen mit 5,3 Prozent (in Euro: -4,7 %) am deutlichsten aus. Größere Anbauflächen und Steigerungen der Weizenernten sowie ein starker US-Dollar ließen den Preis für Weizen sinken. Insgesamt fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Juli um 0,7 Prozent (in Euro: ± 0,0 %) auf 90,9 Punkte (in Euro: 89,9 Punkte).

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Autor: Dörte Neitzel

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