Systeme vernetzen sich

C-Teile-Management steuern via Tablet, Smartphone und Co. (Bild: Shutterstock.com - violetkaipa).

25.06.2015

Systeme vernetzen sich

Systemlösungen bieten vielfältige Interaktions- und Informationsmöglichkeiten. Sie werden künftig entscheidenden Einfluss auf Einkauf, Materialfluss und Logistik nehmen. Beispielsweise kann jetzt mit einer neuen App über Desktop, Tablet oder Smartphone das C-Teile Management gesteuert werden. Mobil, von jedem Ort der Welt, zu jeder Zeit.

Wie wir kommunizieren, wie wir uns informieren, wie wir einkaufen – die Digitalisierung verändert Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. 2,9 Mrd Menschen weltweit nutzen das Internet und in den nächsten Jahren kommen weitere fünf Milliarden hinzu. Digitale lösen analoge Systeme ab, mobile Lösungen wie Smartphones und Tablets ersetzen zunehmend stationäre Endgeräte. Digitalisierung hält damit auch Einzug in die Industrie und verändert zunehmend die Produkte, die bestehenden Prozesse und die Kommunikation. Produkte werden so immer schneller verfügbar, Prozesse immer effizienter, die Kommunikation immer intensiver und Daten transparenter – und dies unabhängig von Zeit und Ort.

Auch im C-Teile-Management gewinnen heute und auch in Zukunft digitale Lösungen an Bedeutung. Deshalb arbeitet die Würth Industrie Service bereits seit einigen Jahren eng mit dem Fraunhofer Institut im Rahmen des ‚Enterprise Lab‘ zusammen und entwickelt intelligente Zukunftslösungen, um komplexe Prozesse beherrschbar zu machen und C-Teile-Management einfacher und noch sicherer zu gestalten. Aus dieser Kooperation ist seit 2013 die Studie zum neuen iDISPLAY und der App CPS MOBILE entstanden.

C-Teile-Management heute

Bis heute werden C-Teile in mindestens zwei Behältern pro Artikel in einem Kanban-Regal beim Kunden in der Produktion, Logistik oder Materialwirtschaft bevorratet. Die Nachschubsteuerung erfolgt automatisch via RFID-Technologie und das Regal wird in einem definierten Zyklus von der Würth Industrie Service als C-Teile-Partner durch einen Systembetreuer bestückt. Die An­ord­nung der Behälter im Regal erfolgt individuell nach Kundenvorgabe.

Aus diesen Kundenvorgaben wird die Ausgangs-Regalplanung angestoßen und manuell durchgeführt. Zur Implementierung werden zu jedem Regalplatz die entsprechenden Etiketten zur Kennzeichnung (Artikelbeschreibung) gedruckt und gemäß Planung an den Regaltraversen angebracht. Werden später neue Artikel aufgenommen oder vorhandene umgeräumt, ist eine manuelle Anpassung der Regalplanung erforderlich.

Das bisherige Regaletikett kann nun durch das neue iDISPLAY ersetzt werden. Das iDISPLAY erkennt beim Anstecken an eine zum Patent angemeldete Regalschiene seine Position und übermittelt diese an das Warenwirtschaftssystem der Würth Industrie Service. Jede nachträgliche Positionsänderung sowie das Entfernen eines iDISPLAY werden erkannt und an die App zurückgemeldet. Durch diesen ständigen Abgleich der Positionsdaten wird die Regalplanung automatisch aktualisiert und grafisch dargestellt. Ein manueller Eingriff ist dabei nicht mehr notwendig.

Außerdem ist eine umgekehrte Regalplanung direkt am Lagerort möglich. Hierzu werden zunächst die Behälter vor Ort nach Kundenwunsch ins Regal eingeräumt und anschließend das iDISPLAY willkürlich den Behältern zugeordnet, das heißt an das Regal angebracht und anschließend mit den Behälterdaten verknüpft. Aus diesen Daten kann nun automatisiert ein virtuelles Regal über die App CPS MOBILE erstellt werden. CPS MOBILE bietet dabei ein zusätzliches Managementsystem und gewährleistet einen transparenten Daten- sowie Informationsaustausch und gibt Informationen über Standort und Status der Behälter wieder.

App gibt Auskunft über Kanban-Statsr

Über das iDISPLAY kann der Industriekunde schnell und einfach direkt am Lagerort in seiner Fertigung interagieren und verschiedene Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette unmittelbar anstoßen. Die App CPS MOBILE gibt jederzeit parallel Auskunft über den Status des Kanban-Systems und ermöglicht eine transparente Regalplatzverwaltung inklusive Stammdaten. Über die Behälter- und Artikelinformationen am iDISPLAY weiß der Monteur immer, ob er sich am richtigen Lagerplatz befindet und bekommt zusätzlich eine Information, an welchen weiteren Lagerplätzen, so genannter Alternativlagerort, sich der Artikel noch befindet.

Über die App CPS MOBILE kann der gewünschte Artikel direkt ausgewählt oder eine Kommissionierliste erstellt werden. Durch die integrierte Pick-by-Light Funktion leuchten die LEDs am iDISPLAY auf. Dadurch können Laufwege optimiert und eine Fehlkommissionierung nahezu ausgeschlossen werden. Ebenso besteht die Option, direkt einen Fehler (Falschlieferung) über das iDISPLAY zu melden. Über die Chargenverfolgung werden auch alle davon betroffenen Behälter am gleichen oder an anderen Lagerorten direkt am iDISPLAY als gesperrt gekennzeichnet.

Die App CPS MOBILE von Würth

Die App CPS MOBILE von Würth gibt unter anderem Auskunft über den Status des Kanban-Systems.

Bei Bedarfsspitzen und außerordentlichen Sonderbedarfen kann eine Bestellung direkt am iDISPLAY oder über CPS MOBILE und somit eine zusätzliche Lieferung ausgelöst werden. Der Liefertermin wird sofort in der App und am iDISPLAY angezeigt, wodurch eine maximale Transparenz entsteht und Doppelarbeit sowie -bestellungen vermieden werden. Alle Prozesse sind in Zukunft erweiterbar – ohne zusätzlichen, manuellen Aufwand und ohne das iDISPLAY zu tauschen.

Mit dem Einsatz des innovativen iDISPLAY und der App CPS MOBILE ist die interaktive Abbildung einer Vielzahl von Geschäftsprozessen verbunden, ohne Änderung der bestehenden Infrastruktur. Das flache, handliche iDISPLAY kann einfach am Lagerort platziert, befestigt und initialisiert werden. So ist kein manueller Pflegeaufwand mehr notwendig. Durch die einfache intuitive Bedienerführung wird das C-Teile-Management noch einfacher und vor allem sicherer.

Alle Daten werden automatisch gespeichert und an das ERP-System bei Regaländerungen übermittelt. Die App CPS MOBILE eröffnet ein zusätzliches Managementsystem und bietet einen transparenten Informations- und Datenaustausch. Durch das integrierte Pick-by-Light-System kann die Kommissionierung noch effizienter und sicherer erfolgen sowie Laufwege optimiert werden. In der Zukunft ist eine Erweiterung der Geschäftsprozesse, ohne Tauschen der bestehenden Hardware, vorgesehen durch ein automatisches Update.

von Kathrin Irmer

Autor: Annika Ostermeier

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