Gestapelte Magnesiumbarren

Wie sieht die Versorgungssituation beim Rohstoff Magnesium aus? (Bild: Pixabay)

| von Dörte Neitzel

Magnesiummetall ist ein bedeutender Rohstoff für den Leichtbau und wird vor allem in der Automobilindustrie, aber auch in zahlreichen anderen Anwendungen, etwa für Gehäuseteile von Laptops und Computern eingesetzt. Größter globaler Produzent des Rohstoffs mit einem Anteil von deutlich über 80 Prozent ist China. Und das wird sich voraussichtlich auch nicht ändern: Trotz der derzeitigen Umbrüche im chinesischen Rohstoffsektor wird das Land den Weltmarkt weiter dominieren, schreibt die Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in ihren aktuellen Rohstoffinformationen 38 (Rohstoffrisikobewertung - Magnesium (Metall)).

Nur China und Israel sind Nettoexporteure

Wie stark Chinas Marktposition bei Magnesiummetall ist, zeigt ein Blick auf die übrigen Produzenten. Neben China ist nur noch Israel, das Magnesium aus dem Toten Meer extrahiert, ein Nettoexporteur des Rohstoffs. Alle übrigen Produzenten sind zusätzlich auf Importe angewiesen, so beispielsweise die USA oder Brasilien, deren Produktion den heimischen Bedarf nicht decken können.

Insgesamt sind weltweit mehr als 50 Länder auf Einfuhren des Rohstoffs angewiesen, darunter auch Deutschland als eines der bedeutendsten Importländer.

Globale primäre Magnesiumproduktion von 1992 bis 2018. (Quelle: BGR)
Globale primäre Magnesiumproduktion von 1992 bis 2018. (Quelle: BGR)

China konsolidiert Magnesiumproduktion

China hat in den letzten Jahren Überkapazitäten in der Magnesiummetallproduktion aufgebaut. So können die mehr als 80 Magnesium-Hütten theoretisch bis zu 1,6 Millionen Tonnen des Metalls verarbeiten. Die Primärproduktion lag 2016 laut BGR jedoch lediglich zwischen 743.000 und 910.000 Tonnen.

Aufgrund der verstärkten Überprüfung von Umweltauflagen und der Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben mussten in den vergangenen drei Jahren schon viele, meist kleinere Betriebe, schließen oder ihre Anlagen nachrüsten und vergrößern. Dieser Konsolidierungskurs in der chinesischen Rohstoffindustrie ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Es gibt zudem einige neue Projekte für die Magnesiummetallproduktion, die auf eine deutlich umweltfreundlichere Gewinnung setzen.

Dies gilt auch für Projekte außerhalb Chinas, beispielsweise in Kanada. „Chinas Dominanz auf dem Weltmarkt wird damit bestehen bleiben“, erklärt Martin Schmitz, Rohstoffexperte bei der DERA und Autor der Studie. Allerdings ist in den nächsten Jahren eher von einer Verringerung der chinesischen Überkapazitäten auszugehen.

Kuchendiagramm Verwendung von Magnesiummetall
Geschätzte globale Verwendung von Magnesium, Magnesium(druck)grusslegierungen und Aluminiumlegierungen. (Quelle: BGR, Rohstoffinformationen 38)

BGR erwartet keine Versorgungsengpässe bei Magnesium

Die Gewichtseinsparungen durch stofflichen Leichtbau, unter anderem mit Hilfe von Magnesiumlegierungen, führen in der Regel zu geringeren Energieverbräuchen von Produkten, beispielsweise im Transportsektor. Magnesium hat eine etwa ein Drittel geringere Dichte als Aluminium. Insbesondere der Automobilbau könnte weiterhin ein Treiber des Bedarfs sein.

„Die Nachfrage nach Magnesiummetall dürfte somit – angesichts des anhaltenden Trends zum Leichtbau – in den kommenden Jahren weiter zunehmen“, so das Fazit von Schmitz. Bei weiterhin moderaten jährlichen Wachstumsraten der globalen Nachfrage sollte der Markt trotz der chinesischen Maßnahmen noch gut abgedeckt werden können.

Trotzdem sei es notwendig, die chinesischen Aktivitäten aufmerksam zu verfolgen, da sich diese unmittelbar auf den globalen Markt für Magnesiummetall auswirken können. Zudem konkurriert Magnesium bei einigen Anwendungen im Leichtbau mit anderen Werkstoffen, weshalb es schwierig ist abzuschätzen, welche Materialien in welchem Ausmaß vom Leichtbautrend profitieren werden.

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