| von Dörte Neitzel
Aktualisiert am: 24. Jun. 2020

Auch, wenn auf dem ersten Platz der größten Kupferproduzenten weltweit ein US-Unternehmen steht: Das meiste Kupfer wird in Chile gefördert. Von den rund 20 Millionen Tonnen, die im Jahr 2019 in Minen gefördert wurden, stammen immerhin 5,6 Millionen Tonnen aus dem südamerikanischen Land, das sind mehr als ein Viertel. Dahinter folgen Peru, China und die USA. Das Ranking der größten Kupferproduzenten weltweit ist allerdings eines der wenigen, in denen kein chinesisches Unternehmen vertreten ist. Gewonnen wird Kupfer abhängig von der Charakteristik der Lagerstätte und der geographischen Begebenheit im Tagebau oder unter Tage.

Kupfer ist ein relativ weiches und gut formbares Metall. Weltweit befinden sich die größten Kupfervorkommen in Chile. Die dortigen Reserven an dem Buntmetall beliefen sich im Jahr 2019 auf insgesamt 200 Millionen Tonnen. Deutlich weniger Vorkommen lagern in Australien und Peru. Gewonnen wird Kupfer aus Erzen, Kies und Sanden. Teilweise kommt Kupfer auch in gediegener Form vor, also als reines chemisches Element. In Europa belief sich die Kupferproduktion im Jahr 2018 auf etwa 3,8 Millionen Tonnen. In Deutschland wurden in demselben Jahr rund 700.000 Tonnen Kupfer produziert.

Woher kommt das Kupfer für Deutschland?

Deutschland importierte laut der Deutschen Rohstoffagentur im Jahr 2010 rund 62.474 Tonnen unraffiniertes Kupfer. Das meiste davon kam aus Belgien (56 Prozent), gefolgt von Namibia (19 Prozent) und Armenien (10 Prozent). Bei raffiniertem Kupfer hat Russland als Lieferland die Nase vorn (31 Prozent), gefolgt von Polen (19 Prozent) und Chile (18 Prozent).

Kupferkonzentrate dagegen kamen vor allem aus Peru (25 Prozent), Argentinien (18 Prozent), Chile (17 Prozent) und Brasilien (14 Prozent). Auch Indonesien, Kanada und Australien sind Lieferländer für Kupferkonzentrate nach Deutschland.

Wofür wird Kupfer verwendet?

Genutzt wird Kupfer hauptsächlich für Elektroinstallationen (57 Prozent), also für Kabel und Elektrogeräte. In Deutschland werden 15 Prozent des Kupfers im Bauwesen eingesetzt, 9 Prozent wandern in den Automobilsektor und 8 Prozent finden im Maschinenbau Verwendung. Immerhin noch 5 Prozent gehen in den Handel.

Weltweite Kupfernachfrage steigt

Kupfer ist ein Metall, dessen Nachfrage zyklisch, also mit dem Wirtschaftswachstum, steigt und fällt. Dementsprechend war Kupfer in den vergangenen zehn Jahren ein gefragter Rohstoff. Wurden 2011 noch 19,71 Millionen Tonnen des weichen Metalls nachgefragt, stiegen die Einkäufe bis 2018 stetig an auf 24,49 Millionen Tonnen. Nur 2019 gab es ein kleines Minus und die weltweite Nachfrage nach Kupfer sank auf 24,29 Millionen Tonnen, da sich die Weltwirtschaft abgekühlt hatte.

Der Kupferpreis spiegelt diese Nachfrage nicht immer wieder, da die Produktion nicht stetig ist. So kostete beispielsweise eine Tonne Kupfer im Januar 2014 knapp 7.300 US-Dollar, sank dann mit einigen Ausschlägen nach oben bis auf 4.471 US-Dollar im Januar 2016, um dann, bis Januar 2018 erneut auf über 7.000 US-Dollar zu klettern. Seitdem zeigt die Tendenz beim Kupferpreis wieder nach unten, was zum einen an der gestiegenen Produktion, aber auch dem gleichzeitigen Nachfragerückgang 2019 liegt.

Das waren die größten Kupferproduzenten der Welt im Jahr 2016

  1. Corporacion Nacional del Cobre (Codelco): 1.827 Kilotonnen
  2. Freeport McMoRan: 1.696 Kilotonnen
  3. Glencore: 1.288 Kilotonnen
  4. BHP Billiton: 1.113 Kilotonnen
  5. Southern Copper: 900 Kilotonnen
  6. KGHM: 677 Kilotonnen
  7. Rio Tinto: 523 Kilotonnen
  8. First Quantum: 494 Kilotonnen
  9. Antofagasta: 477 Kilotonnen
  10. Vale: 453 Kilotonnen

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