Tagebaumine Escondida von schräg oben

Nickel wird weltweit abgebaut, aber diese zehn Unternehmen produzieren den Löwenanteil des Industriemetalls. (Bild: BHP Billiton)

Die Nachfrage nach Nickel ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Doch die Versorgung mit dem Metall könnte in den kommenden Jahren kritisch werden. Davor warnt die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in einer aktuellen Rohstoffanalyse.

"Wir gehen davon aus, dass sich der globale Nickelbedarf, je nach Szenario, von heute rund 2,4 auf bis zu rund 3,4 Millionen Tonnen im Jahr 2025 erhöhen wird", erklärt Michael Szurlies, Nickel-Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). "Insgesamt steht der Nickel-Markt in Bezug auf die Nachfrage in den kommenden Jahren vor einer Zäsur, die zu einer deutlichen Verschiebung der Marktanteile innerhalb der Verwendungsbereiche führen wird."

Wurde Nickel bislang häufig in der Stahlindustrie genutzt (85 Prozent), wird das Übergangsmetall mittlerweile immer wichtiger für die Elektromobilität. Etwa fünf Prozent des verbrauchten Nickel finden dort Verwendung - mit stark steigender Tendenz. Bereits 2025 könnte der Anteil auf 21 Prozent steigen. Batterien würden damit zum zweitwichtigsten Verwendungsbereich werden.

Doch welche Firmen profitieren am meisten vom Nickel-Boom? In unserem Top 10-Ranking zeigen wir die Unternehmen mit der höchsten Produktion von Nickel im Jahr 2020. (Quelle: Geschäftsbericht Norilsk Nickel 2020)

Warum Indonesien weniger Nickelerze exportiert

Indonesien fördert insgesamt am meisten Nickel. Seit 2014 ist das neue Bergbaugesetz in Kraft, dass den Export unverarbeiteter Nickelerze verbietet. Bevor die Regelung inkraft trat, lag Indonesien lediglich an 15. Stelle der Raffinadeproduzenten.

Ziel des Gesetzes war es, mehr Wertschöpfung im Land zu halten. Seit 2014 wurden daher zahlreiche Nickelhütten errichtet - finanziert zum Großteil mit chinesischem Kapital. Mittlerweile ist Indonesien auf diese Weise zum zweitgrößten Nickel-Raffinade-Produzenten der Welt aufgestiegen - nach China.

2017 wurde das Exportverbot gelockert. Dadurch wurde Indonesien binnen kürzester Zeit erneut zum Nickelerz-Exportland Nummer eins. Die Lockerungen endeten jedoch im Januar 2020 wieder. Indonesien will nun auch die Herstellung von Vorprodukten für die Batterieindustrie einsteigen.

Verwendung von Nickel im Jahr 2019

Woher kommt das meiste Nickel?

Das Land mit der höchsten Bergwerksförderung 2019 war Indonesien. Von der weltweiten Produktionsmenge (2,537 Millionen Tonnen) kam ein Drittel (853.000 Tonnen) aus Indonesien. Die Philippinen steuerten 323.300 Tonnen, also 12,7 Prozent, bei. Danach folgt Russland mit 223.200 Tonnen (8,8 Prozent).

Das viertwichtigste Produzentenland ist Neukaledonien mit 209.600 Tonnen (8,3 Prozent) nach Kanada (187.100 Tonnen) und Australien (158.800 Tonnen). China kommt bei der Bergwerksproduktion von Nickel erst an siebter Stelle mit 104.700 Tonnen.

Weitere Nickelfördernde Länder sind Brasilien (60.400 Tonnen), Kuba (48.900 Tonnen), Kolumbien (45.000 Tonnen), Südafrika (43.500 Tonnen) und Finnland (38.100 Tonnen).

Darüber hinaus sind mittlerweile auch Abbaugebiete in Madagaskar (36.800 Tonnen), Guatemala (36.300 Tonnen) und Papua-Neuguinea (32.700 Tonnen) entstanden.

Eine untergeordnete Rolle spielen Länder wie Albanien, Griechenland, Myanmar, Norwegen, Türkei, USA und die Dominikanische Republik. Sie bringen zusammen noch 135.900 Tonnen auf die Nickel-Waage.

Handelsnamen und HS-Codes von Nickelprodukten

Woher kommen die meisten Nickel-Raffinade-Produkte?

Im Jahr 2019 stellten Unternehmen weltweit etwa 2,39 Millionen Tonnen Raffinadenickel her, verteilt auf 26 Länder. Die beiden mit Abstand wichtigsten Raffinadeprodukte waren NPI (Nickel Pig Iron) und Nickelmetall. Sie machen zusammen drei Viertel der Nickelprodukte aus. Dicht dahinter liegen Ferronickel, Utility-Nickel sowie Nickelchemikalien.

Bei den Raffinadeprodukten ist China Spitzenreiter (34 Prozent Marktanteil). Gemeinsam mit Indonesien (15,8 Prozent), stehen die beiden Länder für die Hälfte der Raffinadeproduktion. NPI, die günstige Alternative zum teuren raffinierten Nickel, wird übrigens nur dort produziert.

Die übrigen Länder konzentrieren sich auf Ferronickel. Vor allem in Europa produzieren die Hersteller hochreines Nickelmetall und kommen damit auf einen Marktanteil von gut 40 Prozent. Führend sind Russland (Nornickel) und Norwegen (Glencore). Auch Finnland und Norwegen tragen zum Angebot des hochraffinierten Metalls bei.

Größte Produzenten von Nickelmetall

Preisentwicklung Nickel

Nickel wird an der Rohstoffbörse London Metal Exchange (LME) gehandelt. Es ist möglich, Terminkontrakte auf Primärnickel abzuschließen. Dieser hat ein Gehalt von mindestens 99,8 Prozent Nickel. Auch an der Shanghai Futures Exchange sind seit 2015 Futurekontrakte auf Primärnickel möglich. Vor allem chinesische Hersteller sowie das russische Unternehmen Nornickel sind hier gelistet.

Es gibt jedoch unterschiedliche Formen dieses sogenannten Class-I-Nickels:

  • Cut Cathodes
  • Full Plate Cathodes
  • Briquettes
  • Pellets

Der offizielle Preis wird in US-Dollar pro Tonne angegeben und dient weltweit als Referenz für physische Verträge.

Neben dem hochreinen Nickel gibt es auch Raffinadenickel mit einem Gehalt unter 99 Prozent, den sogenannten Class-II-Nickel. Dieser wird in Form von

  • Ferronickel
  • NPI (Nickel Pig Iron)

gehandelt. Daneben gibt es diverse Zwischenprodukte, Vorprodukte und Rohnickel.

Der Nickelpreis bestimmt sich vor allem durch Angebot und Nachfrage. Minenschließungen oder das indonesische Exportverbot hatten Auswirkungen, ebenso wie die seit dem Jahr 2000 steigende Nachfrage aus China für die Stahlherstellung. Bis 1979 wurde der Preis dagegen von den Nickelproduzenten selbst festgelegt.

Durch die Covid-Pandemie sank der Nickelpreis zunächst drastisch. Seitdem steigt er jedoch mit einigen Ausschlägen nach unten tendenziell an.

Chart mit einer Kurve des Nickelpreises von Januar 2020 bis Ende Juni 2021
Chart, wieviel Nickel Deutschland prozentual aus welchen Ländern importiert

Die größten Nickelproduzenten 2020 (Primärnickel)

  1. Tsingshan Group (18 Prozent)
  2. Nornickel (9 Prozent)
  3. Vale (7 Prozent)
  4. Jinchuan (7 Prozent)
  5. Delong (7 Prozent)
  6. Glencore (6 Prozent)
  7. Shandong Xinhai (5 Prozent)
  8. BHP Billiton (3 Prozent)
  9. Sumintomo Metal Mining (3 Prozent)
  10. Eramet (2 Prozent)

Quelle: Jahresbericht 2020 Nornickel

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