Eine Hand mit Handschuhen hält einen Computer-Chip

Halbleiterhersteller sind begehrte Zulieferer. Welche Firmen liefern die meisten Chips? (Bild: H_Ko - stock.adobe.com)

Ein Auto, das automatisch einparkt. Ein Lkw der sowohl ein gleichmäßiges Tempo als auch den Abstand zum Vorfahrenden auf der Autobahn einhält. Beiden ist gemeinsam: Sie beinhalten mehr Softwarecode als ein Flugzeug, zumindest, wenn man Arndt Ellinghorst von Bernstein Research in London glaubt.

Aber tatsächlich behält ein Auto mit Fahrerassistenzsystemen seine Umgebung ständig im Blick, dank der Sensoren. Das, was sie erkennen, muss jedoch verarbeitet werden. Das übernehmen sogenannte Controller, beziehungsweise Microcontroller. "Der muss dann eine Entscheidung fällen, so nach dem Motto: Jetzt brems' doch mal!", erklärt Michael Töpper vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Berlin.

Von 2012 bis zum Jahr 2017 stieg der Mikrochip-Hunger der Autoindustrie von 25,4 auf 34,4 Milliarden US-Dollar an. Das ist ein Plus von 35 Prozent. Nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZEVI) stecken in Fahrzeugen Mikrochips für etwa 430 Euro, in Elektroautos ist es etwas mehr. Die Experten gehen davon aus, dass sich der Wert durch das automatisierte Fahren noch einmal um etwa 910 Euro erhöht.

Der Anteil von Halbleitern und passiven Bauelementen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. So sind in einem voll ausgestatteten Premiumauto bis zu 10.000 Halbleiter und ein Vielfaches davon an passiven Bauelementen verbaut.

Auf solche Bauteile sind Halbleiterhersteller spezialisiert, die auf Halbleiter basierende elektronische Bauteile herstellen. Doch welche Halbleiterhersteller sind die größten? Dominieren die asiatischen Halbleiter-Produzenten wirklich den Markt? Immerhin hatte sich Peking in seiner 2015 beschlossenen Industriestrategie "Made in China 2025" das Ziel gesetzt, bis 2020 70 Prozent der in China benötigten Halbleiter selbst herzustellen.

Doch das Jahr 2022 könnte die Wende bringen. Die erwarteten Umsatzzahlen von Micron für das dritte Quartal 22 - mit den traditionell starken Monaten Juli und August - sehen nicht gut aus. Und das nach einem Rekord Quartal 2/22. Experten sprechen schon von einem "Kanarienvogel-in-der-Mine-Moment" - also den ersten Anzeichen, dass sich eine bislang gute Situation ins Schlechte wendet.

Wer stellt die meisten Halbleiter her?

Wir stellen die 15 Unternehmen mit den höchsten Umsätzen der Halbleiterbranche vor – bezogen auf die Umsätze im Gesamtjahr 2021. Einen Platz im Top-15-Ranking bekommen Konzerne mit eigener Fabrikation, sogenannte Fabless-Unternehmen, also solche ohne eigene Produktion, sowie der reine Auftragsfertiger TSMC (Quelle: IC Insights).

In 2021 waren fünf der Top 10 Halbleiterzulieferer jene ohne eigene Fertigung - zwei Jahre zuvor waren es noch drei. In 2008 war es sogar lediglich ein Unternehmen (Qualcomm). Die zehn größten Chiphersteller zusammen hatten 2021 zusammengenommen einen Umsatz von 16,4 Milliarden US-Dollar.

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(Bild: Gerd Mischler)

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Würde TSMC als reiner Auftragsfertiger nicht zählen, würde tatsächlich noch ein europäisches Unternehmen in die Top 15 aufsteigen: IDM NXP mit 10,715 Milliarden US-Dollar. Auch Analog Devices aus den USA schafft die 10-Milliarden-Dollar-Hürde beim Umsatz.

Aufsummiert sind die Umsätze der Top-25-Halbleiterhersteller um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Neu im Ranking - im Vergleich zu 2020 - sind Mediatek und AMD. Sie schubsen Huawei (HiSilicon) und Sony aus der Bestenliste.

Taiwans Rolle bei der Halbleiterfertigung

Der aktuelle Krise um die Zugehörigkeit Taiwans zum chinesischen Festland bringt eine Tatsache aufs internationale Tapet: Taiwan ist für die weltweite Halbleiterproduktion systemrelevant. Rund zwei Drittel des globalen Bedarfs an Chips werden aus Taiwan gestillt, das Land ist als Chip-Hochburg ein unabdingbares Glied in den Lieferketten rund um die Welt - von weißer Ware über Autos bis zu Rüstungsgütern, ohne die passenden Halbleiter stehen die Bänder still.

Was macht Taiwan so stark in Sachen Halbleiter? Mit TSMC befindet sich der größte Auftragsfertiger (und drittgrößte Chiphersteller) im Land.Dessen größte Kunden sind Apple, AMD, Mediatek, Broadcomm, Qualcomm, Intel und Nvidia - alles sogenannte fabless Entwickler, die vor allen in den USA sitzen (bis auf MediaTek, Taiwan). Auch das größte Unternehmen für die Montage und das Testen von Chips, ASE, ist auf der Insel ansässig. 25 Prozent der Chips gehen durch die Hallen von ASE im südtaiwanischen Kaohsiung.

Aber auch die Waferproduktion ist aus Taiwan nicht mehr wegzudenken. 2019 lag das Land noch vor Südkorea, Japan und China auf den ersten Platz. Nicht zu vergessen

Was sind Halbleiter?

Halbleiter sind Stoffe, die sowohl isolieren, als auch elektrischen Strom leiten. Sie besitzen also die Eigenschaften von nicht leitenden Isolatoren als auch von Leitern.

Welche der Eigenschaft im Vordergrund steht, bestimmen äußere Bedingungen sowie die Störungen in der Struktur des Atomgitters eines Halbleiters. Die Stoffe werden in kristalline und amorphe Halbleiter eingeteilt. Eines der bekanntesten Materialien für Halbleiter ist Silizium. Auch Germanium wird verwendet.

Sogenannte organische Halbleiter bestehen größtenteils aus Kohlenstoffatomen. Sie kommen beispielsweise in Leuchtdioden (OLEDs) oder Solarzellen zum Einsatz.

Was Einkäufer noch über den Halbleitermarkt wissen müssen

Mann in Schutzausrüstung untersucht einen Siliziumwafer
Halbleiter sind aus der deutschen Industrie nicht mehr wegzudenken. (Bild: Bosch)

Warum sind Halbleiter so wichtig für die deutsche Industrie? Und was treibt die Nachfrage in die Höhe? Eine Übersicht finden Sie in unserem Beitrag Was den Einkauf von Halbleitern antreibt.

Allerorten gehen Unternehmen mittlerweile die wichtigen elektronischen Bauteile aus, vor allem der Automobilindustrie. Warum gibt es Engpässe bei Chips, Prozessoren und Microcontrollern? Wann erholt sich der Halbleitermarkt wieder und wie gehen Unternehmen mit dem Mangel um? Antworten darauf finden Sie in  unserem Beitrag Nachhaltig gestört: Wer ist schuld am Halbleitermangel?.

Bedeutung von Chips steigt

Apple hat auf seiner Keynote im November 2020 seinen neuen Computerchip aus dem Hause Apple Silicon vorgestellt. Damit ersetzt der Tech-Riese die Intel-Prozessoren, mit denen er seine Produkte mehr als zwei Jahrzehnte ausgestattet hat, Schritt für Schritt. Ein Zulieferer wird also durch Eigenproduktion ersetzt.

Bisher konnte Apple in der von Intel und Samsung Electronics angeführten Halbleiterindustrie noch kaum Fuß fassen. Das soll sich nun mit den M1-Chips des neuen Macs ändern. Das zeigt, wie viel Musik in der Halbleiterindustrie steckt. Und, dass die USA eine führende Rolle im Halbleitermarkt spielen. Das gilt besonders für Mikroprozessoren (MPUs), wie sie vor allem in traditionellen PCs und Laptops verbaut sind. Aber auch Smartphones benötigen die kleinen Bauteile.

In 2022 erwarten die Experten von IC Insights beispielsweise, dass die Verkäufe von Mikroprozessoren (MPU) weiterhin steigen - um zwölf Prozent. Die Top 5 Produzenten - Intel, Apple, Qualcomm, AMD und MediaTek - hatten 2021 einen Anteil von 86 Prozent am weltweiten MPU-Markt. 2016 betrug dieser noch 82 Prozent. Zum Vergleich: Die nächsten fünf - Nvidia, Samsung, Unisoc, Hisilicon und NXP - halten gemeinsam nur einen Anteil von 4,3 Prozent am 2021er-Markt.

Top 5 MPU-Hersteller 2021 nach Marktanteilen

  1. Intel (USA): 52,3%
  2. Apple (USA): 13%
  3. Qualcomm (USA): 9,1%
  4. AMD (USA): 8,9%
  5. MediaTek (Taiwan): 4%

Nach Angaben der World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) lag der weltweite Umsatz der Halbleiterunternehmen im Jahr 2018 bei knapp unter 400 Milliarden US-Dollar für 2022 erwarten die Experten rund 553 Milliarden US-Dollar. Nach dem Rekordwachstum 2021 von knappen 26 Prozent sind das immerhin noch gut 8,8 Prozent.

Welche Arten von Halbleiterherstellern gibt es?

Halbleiterhersteller lassen sich in drei Gruppen einteilen:

1. Klassische Halbleiterhersteller (IDM, Integrated Device Manufacturer): Diese Unternehmen sind sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion von Halbleitern tätig. Beispiele sind etwa Intel, Samsung, SK Hynix, Micron Technologies und Texas Instruments. Ihr Problem: Der Betrieb der Fabriken wird aufgrund der steigenden technischen Anforderungen immer kapitalintensiver.

2. Auftragsfertiger (Pure-Play Foundries): Diese Unternehmen produzieren für andere Unternehmen. Ihre Halbleiter tragen keine eigene Marke. Größter Auftragsfertiger ist TSMC in Taiwan. Auch die chinesische Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) fertigt im Auftrag. Seit September 2020 wird das Unternehmen nicht mehr mit Komponenten aus den USA beliefert wegen eines Embargos.

3. Reine Chipentwickler (Fabless): Diese Unternehmen sind nur noch in der Entwicklung tätig. Sie besitzen keine Produktionsstätten (fabless = fabriklos). Sie lassen andere für sich fertigen.

Auswirkungen von Corona auf den Halbleitermarkt

Die Corona-Pandemie hatte den Halbleitermarkt im ersten Quartal 2020 kalt erwischt. Die Autobauer und ihre Zulieferer mussten die Pforten schließen, weil die Lieferanten weltweit - ebenfalls aufgrund von Werksschließungen oder Nachschubschwierigkeiten - reihenweise wegbrachen. Auch neue Autos fanden kaum noch Abnehmer und das rund um den Globus.

Getätigte Halbleiter-Bestellungen wurden also flugs entweder reduziert oder komplett storniert. Die Aussichten sahen auf kurze Frist nicht besonders gut aus. Den Chip-Produzenten fielen also ihre Abnehmer weg, sie mussten sich nach Alternativen umschauen. Diese fanden sie in der Unterhaltungsindustrie und im Smart Home-Produkten. Während der Lockdowns boomte dieser Bereich, die Nachfrage war entsprechend hoch.

Doch dann erholte sich China schneller als gedacht. Ebenso schneller als gedacht liefen die chinesischen Werke wieder an und die auch die Nachfrage nach Neuwagen stieg unerwartet rasant. Die Folge: Es fehlten und fehlen Mikrochips an allen Ecken und Enden. So sehr, dass seit Januar 2021 Autobauer weltweit immer wieder Werke zeitweise dichtmachen müssen, weil sie die Produktion ohne die wichtigen Elektronikbauteile nicht aufrechterhalten können.

Kurzfristige Bestellungen bei Infineon & Co. sind allerdings nicht möglich. Um die richtigen Chips herzustellen, sind Hunderte von Prozessschritten nötig. Nachschub zu organisieren dauert also in einem solchen Fall nicht Tage, sondern Monate. Hinzu kommt das US-Embargo geben chinesische Hersteller wie SMIC sowie prognostizierte Beschaffungsrisiken der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) für die benötigten Rohstoffe, sogar von Silizium.

US-Sanktionen gegen chinesische Chiphersteller

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko für alle Halbleiter-Einkäufer sind die Sanktionen der USA unter Donald Trump gegen chinesische Unternehmen wie die gegen den Konzern Huawei. Zunächst galt ein Verbot, von Huawei entwickelte Chips in US-Produkten zu verwenden. Die US-Regierung befürchtet, dass sich Huawei über sein Firmen-Netzwerk über Umwege Zugriff auf amerikanische Technik verschafft. Diese Regelung wurde jedoch verschärft.

Von den Sanktionen sind jetzt auch Zulieferer von Huawei betroffen. Beispielsweise stehen Unternehmen auf der Blacklist, die Maschinen aus den USA nutzen, um Chips herzustellen, die an Huawei geliefert werden sollen. Das Problem der Lieferanten: Sie haben ihre Maschinen für die Chipherstellung meist in den Vereinigten Staaten gekauft.

So stellen beispielsweise KLA-Tencor, Lam Research oder Applied Materials entsprechende Maschinen für die Herstellung von Chips her. Aber auch die niederländische ASML ist betroffen.

Halbleiterhersteller Ranking 2021

Wo kommen die meisten und die größten Halbleiter-Zulieferer her? Häufig ist die Rede von "aus Asien". Doch ist das wirklich so? Welche Rolle spielen US-Firmen? Und was ist mit deutschen Halbleiter-Produzenten wie Infineon, Carl Zeiss SMT oder Siltronic/Wacker? Sind auch sie im Ranking 2021 enthalten?

Platz eins bis drei

Die ersten drei Plätze teilen sich seit geraumer Zeit Intel, Samsung und TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company). Wobei sich an der Spitze immer mal wieder etwas tut.

Bis 2018 lag Samsung noch ganz vorne, wurde dann aber von seinem schärfsten Konkurrenten Intel abgelöst. Insgesamt konnten alle zwei Unternehmen im ersten Quartal 2021 ihre Umsätze steigern, und das sogar signifikant. Nur Intel rutscht ins Minus. Im zweiten Quartal lag Samsung (+19 Prozent) sogar vor Intel (+3 Prozent). Nur bei der Summe des ersten Halbjahres lag Intel noch um Haaresbreite vorn. Da der Intel-Umsatz im dritten Quartal jedoch sank, liegt mittlerweile wieder Samsung vorne.

TSMC landet weiterhin stabil auf Platz 3. Im zweiten Quartal kamen die Taiwaner zwar nur noch auf ein Plus von 3 Prozent, im dritten Quartal legten sie jedoch wieder um 11 Prozent zu.

Platz vier bis acht

Aus Südkorea stammt die Nummer vier im Ranking 2021, bei steigendem Umsatz bleibt SK Hynix stabil.

Micron Technologies auf Platz fünf ist ein US-Unternehmen, das seine Chips weltweit produziert. Es hat sich vor allem auf Computer-Chips spezialisiert. Auch hier ändert sich nichts an der Platzierung.

Ebenfalls aus den USA stammen Qualcomm, Nvidia und Broadcom. Die Unternehmen tauschen ihre Positionen je nach Quartalserfolg untereinander aus. Nvidia entwickelt Grafikprozessoren und Computer-Chips, lässt diese aber extern fertigen und erreicht rutscht im Vergleich zu Q1/21 auf den siebten Platz im Ranking der größten Chip-Produzenten weltweit.

Platz neun bis 15

Texas Instruments (ebenfalls USA) sowie Mediatek (Taiwan) tauschen gemessen an ihren Umsätzen zwischen Januar und September ihre Plätze. Das hatte sich bereits im zweiten Quartal angedeutet, das für MediaTek erfolgreicher verlief als für TI.

Demnach folgen AMD und Apple (beide USA) auf den weiteren Plätzen. Dazu gesellen sich mit Infineon und ST zwei europäische Halbleiterhersteller. Kioxia, ein japanisches Unternehmen ist da ein bisschen der Exot.

Umsätze Intel und Samsung pro Quartal seit 2017
Im zweiten Quartal hat Samsung Konkurrent Intel beim Umsatz wieder überholt. Hält der Trend an? (Grafik: TECHNIK+EINKAUF, Quelle: IC Insights)

Unternehmen im deutschen Halbleitermarkt

Diese Unternehmen mischen in Deutschland in der Halbleiterindustrie mit - als Chip- oder Wafer-Fertiger oder als Ausrüster. Die Besonderheit: Hierzulande ist fast die komplette Wertschöpfungskette abgebildet.

Chip- und Wafer-Hersteller

Infineon Technologies, Neubiberg

Infineon Technologies wurde 1999 als eigenständiges Halbleitergeschäft aus dem Siemenskonzern ausgegliedert und ist ein aktiennotiertes Unternehmen. Es hat im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 8 Milliarden Euro ausgewiesen. Mehr als 50.000 Mitarbeiter sind weltweit beschäftigt (Stand 30. September 2021), Kerngeschäft sind vor die Halbleiter-Produktion sowie Systemlösungen mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz und Mobilität. Das Unternehmen gliedert sich in die Geschäftsbereiche Automotive, Digital Security Solutions, Industrial Power Control und Power Management & Multimarket. In der Automobilindustrie sind Infineon-Halbleiter für Antriebsstränge, Komfortelektronik oder Sicherheitssysteme gefragt. Infineon fertigt aber auch Halbleiter für Telefonie, Haushaltsgeräte, Computer-Elektronik oder Maschinen.

Robert Bosch GmbH, Gerlingen

Automobilzulieferer Bosch produziert Halbleiter an den Standorten Reutlingen und Dresden. Das Unternehmen entwickelt und fertigt nach eigenen Angaben seit mehr als 60 Jahren Halbleiter - vor allem für die Automobilbranche, aber auch für Consumer-Produkte. In der neuen Chipfabrik in Dresden produziert Bosch Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter

Siltronic, München

Siltronic ging 1996 aus Wacker Chemitronik hervor, wobei es nach wie vor Verbindungen zu Wacker Chemie gibt (30 prozentige Beteiligung). Im Jahr 2019 meldete Siltronic einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen produziert in den USA (Portland), in Singapur und in Deutschland. Fokus sind Siliziumwafer. Die dünnen Platten sind als elektronische Bauelemente in der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik und der Photovoltaik gefragt.

Semikron, Nürnberg

Die Nürnberger stellen Leistungsmodule, Chips, Stacks und intelligente Leistungsmodule her. Das sind vor allem solche Halbleiter, die den Energieverbrauch steuern und ihn effizienter machen. Die Komponenten decken das mittlere Leistungssegment zwischen zirka 2 kW bis 10 MW ab.

Ausrüster für die Chiphersteller

Carl Zeiss SMT, Oberkochen

Carl Zeiss SMT ist eine Tochter der Carl Zeiss AG. Das Kürzel SMT steht für Semiconductor Manufacturing Technology. Im Jahr 2018/2019 wies das Unternehmen einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro aus. Seit 2016 ist der niederländische ASML mit 25 Prozent beteiligt, ebenfalls im Halbleitergeschäft unterwegs. An fünf Standorten sind etwa 2.800 Mitarbeiter beschäftigt. Zeiss fertigt Halbleiter nicht selbst, sondern gehört zu den Ausrüstern. Schwerpunkt der Fertigung sind Produkte für die Fotolithographie, eine Methode zur Produktion von integrierten Schaltkreisen. Auch die Prozesskontrolle und die Maskenoptimierung gehört zum Repertoire.

Aixtron, Herzogenrath

Aixtron stellt unterschiedliche CVD-Anlagen (Chemical Vapour Deposition, chemische Gasphasenabscheidung) her. Diese sind für Beschichtungsverfahren gedacht, die unter anderem bei der Herstellung von mikroelektronischen Bauelementen benötigt werden. Das Unternehmen zählt zu den weltweit wichtigsten Ausrüstern der Halbleiterbranche, obwohl es nur 718 Mitarbeiter zählt (Stand 2021), mit ihnen aber 429 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet (2021). Die Anfänge gehen zurück auf eine Ausgründung der RWTH Aachen für Anlagen zur Produktion von Halbleitern aus Galliumarsenid und Indiumphosphid. Später kamen Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid hinzu. Durch Übernahmen kamen Produktionsanlagen für die Siliziumindustrie hinzu.

Trumpf, Ditzingen

CO₂-Laser von Trumpf spielen bei der Chip-Herstellung eine große Rolle. Der große Technologiesprung jedoch ist das sogenannte EUV-Verfahren. EUV steht für extrem ultraviolettes Licht. Dadurch werden Halbleiter belichtet, was Halbleiter von Strukturgrößen von unter sieben Nanometern ermöglicht. Trumpf arbeitet eng mit dem niederländischen Ausrüster ASML zusammen.

Süss Microtec, Garching

Das Unternehmen aus Bayern fertigt hochpräzise Anlagen für die Herstellung von Halbleitern. Darunter sind die Bereiche Backend-Lithographie, Wafer Bonding und Fotomasken-Reinigung. Als Kunden hat Süss Microtec sowohl die IDMs (Integrated Device Manufacturer) als auch OSATs (Outsourced Assembly And Test), also jene, die Halbleiterchips im letzten Schritt testen.

Gasehersteller

Linde, BASF, Merck

In der Halbleiterindustrie werden Gase im gesamten Herstellungsprozess eingesetzt – angefangen beim Wachstum des einzelnen Siliziumkristalls bis zu jedem einzelnen Schritt in der Produktion der Halbleiterscheiben: Oxidation, chemische Abscheidung in der Dampfphase, Bespritzung, Verkleidung, Verätzung, Thermodiffusion und Ionisierung. Mehr als 30 Gase kommen zum Einsatz. Halbleitergase sind zum Beispiel:

  • Stickstoff wird in vielen Prozessen angewendet, um eine reaktionsarme Umgebung zu schaffen oder um reaktive Gase nach dem Abschluss eines Prozesses abzuführen/zu reinigen.
  • Sauerstoff verwendet man für die Oxidation von Silizium.
  • Argon wird eingesetzt, um eine reaktionsarme Umgebung beim Zerstäubungsprozess von Metall zu schaffen (wo selbst Stickstoff zu reaktiv wäre und zur Bildung von Metallnitriden führen würde).
  • Wasserstoff wird verwendet, um eine reduzierende Umgebung für das Abglühen von metallischen Belägen zu schaffen.

Halbleitermarkt wächst in 2021

Die Worldwide Semiconductor Trade Statistics (WSTS) sagt, dass der Halbleitermarkt in 2021 um sagenhafte 26 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Profitieren konnten alle Regionen weltweit, wobei Asien mit 26,7 Prozent am höchsten liegt. Europa liegt mit einer Wachstumsrate von 25,6 Prozent aber dicht dahinter, gefolg von Amerika mit 24,6 Prozent. Japan schafft es auf 19,5 Prozent.

Für das Jahr 2022 rechnen die Statistiker mit einem weiteren Wachstum um 8,8 Prozent. Damit würde zum ersten Mal die Schwelle von 600 Milliarden US-Dollar fallen. Vor allem bei den Speicher-Chips und optoelektronischen Chips soll es erneut zweistellige Wachstumsraten geben.

IC Insights macht bei allen IC-Produkten ein zweistelliges Wachstum aus. Nur bei SRAM (+8%), Computer CPUs (+4%) und 4-/8-Bit-MCUs liegen die Wachstumsraten niedriger. Im Fall von Gate Array sind sie sogar um ein gutes Drittel gefallen. Besonders stechen heraus:

  • Special Logic Purpose für die Industrie: +47 Prozent
  • DRAM: +41 Prozent
  • Special Logic Purpose für Automobile: +39 Prozent
  • Special Logic Purpose für Konsumgüter: +38 Prozent
  • Handy App MCUs: +34 Prozent

Die größten Halbleiterhersteller 2018

  1. Samsung: 75,698 Milliarden US-Dollar
  2. Intel: 69,88 Milliarden US-Dollar
  3. SK Hynix: 36,2 Milliarden US-Dollar
  4. TSMC (Foundry): 34,208 Milliarden US-Dollar
  5. Micron: 30,93 Milliarden US-Dollar
  6. Broadcomm: 16,454 Milliarden US-Dollar
  7. Qualcomm: 16,385 Milliarden US-Dollar
  8. Texas Instruments: 13,908 Milliarden US-Dollar
  9. Toshiba/Kioxia: 12,293 Milliarden US-Dollar
  10. Nvidia: 11,951 Milliarden US-Dollar

Quelle: IC Insights

Die größten Halbleiterhersteller 2019

  1. Intel: 70,79 Milliarden US-Dollar
  2. Samsung: 52,486 Milliarden US-Dollar
  3. SK Hynix: 22,578 Milliarden US-Dollar
  4. Micron: 22,4 Milliarden US-Dollar
  5. Broadcomm: 15,52 Milliarden US-Dollar
  6. Qualcomm: 14,39 Milliarden US-Dollar
  7. Texas Instruments: 12,81 Milliarden US-Dollar
  8. Infineon: 7,73 Milliarden US-Dollar
  9. Nvidia: 10,61 Milliarden US-Dollar
  10. ST: 6,47 Milliarden US-Dollar

Quelle: IC Insights

Die größten Halbleiterhersteller 2020

Dargestellt sind die Umsätze sowie die jeweiligen Marktanteile der Halbleiterhersteller.

  1. Intel: 76,3 Milliarden US-Dollar (15,5%)
  2. Samsung: 61,9 Milliarden US-Dollar (12,6%)
  3. TSMC: 45,42 Milliarden US-Dollar
  4. SK Hynix: 27,1 Milliarden US-Dollar (5,5%)
  5. Micron: 22,45 Milliarden US-Dollar (4,6%)
  6. Qualcomm: 19,4 Milliarden US-Dollar (3,9%)
  7. Broadcomm: 17,7 Milliarden US-Dollar (3,6%)
  8. Nvidia: 14,7 Milliarden US-Dollar (3%)
  9. Texas Instruments: 13,6 Milliarden US-Dollar (2,8%)
  10. Infineon: 11,069 Milliarden US-Dollar (2,3%)
  11. Mediatek: 10,78 Milliarden US-Dollar (2,3%)
  12. Kioxia: 10,75 Milliarden US-Dollar
  13. Apple: 10,04 Milliarden US-Dollar
  14. ST: 9,952 Milliarden US-Dollar
  15. AMD: 9,519 Milliarden US-Dollar

Quelle: IC Insights

Die größten Halbleiterhersteller 2021

Dargestellt sind die 15 größten Chip-Produzenten 2021 nach Umsätzen in den ersten drei Quartalen 2021.

  1. Samsung: 59,689 Milliarden US-Dollar
  2. Intel: 56,765 Milliarden US-Dollar
  3. TSMC: 40,976 Milliarden US-Dollar
  4. SK Hynix: 26,976 Milliarden US-Dollar
  5. Micron Technologies: 22,775 Milliarden US-Dollar
  6. Qualcomm: 20,003 Milliarden US-Dollar
  7. Nvidia: 16,347 Milliarden US-Dollar
  8. Broadcom: 14,959 Milliarden US-Dollar
  9. Mediatek: 12,945 Milliarden US-Dollar
  10. Texas Instruments: 12,627 Milliarden US-Dollar
  11. AMD: 11,395 Milliarden US-Dollar
  12. Infineon: 10,028 Milliarden US-Dollar
  13. Apple: 9,68 Milliarden US-Dollar
  14. ST: 9,188 Milliarden US-Dollar
  15. Kioxia: 8,495 Milliarden US-Dollar

Quelle: IC Insights

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