Palladium-Unze

Palladium-Unze: Rekordpreis für das Edelmetall. (Bild: Jeffrey Daly/AdobeStock)

| von Dörte Neitzel

Laut einer Analyse der Commerzbank ist der Palladiummarkt nach acht Jahren im Angebotsdefizit angespannt. Mittlerweile liegt der Preis bei 1.780 US-Dollar pro Feinunze (31 Gramm). Damit ist Palladium doppelt so teuer wie Platin.

Preis für Palladium hat sich verdoppelt

Innerhalb eines Jahres – seit August 2018 – hat sich der Palladiumpreis mehr als verdoppelt. Allein seit Anfang August 2019 verteuerte sich Palladium um mehr als 20 Prozent.

Die Analysten der Commerzbank erachten den Preisanstieg bei Palladium dennoch als übertrieben und rechnen mit einer Korrektur. Denn die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie mache Palladium verwundbar, sollte in Folge von US-Autozöllen oder einer von der Politik weiter forcierten Abkehr von Verbrenner-Autos weniger Palladium nachgefragt werden. Doch wie erklären sich die Experten die Stärke des Edelmetalls?

Unterversorgung summiert sich seit acht Jahren

Der rasante Preisanstieg liegt vor allem an den acht Jahren der Unterversorgung. Laut Commerzbank haben sich seitdem 5,5 Millionen Unzen aufsummiert. Allein für das laufende Jahr beziffere der Verarbeiter Johnson Matthey das Angebotsdefizit auf gut 800.000 Unzen.

Weltgrößter Palladiumproduzent ist der russische Konzern Nornickel. Das Unternehmen erwartet für das kommende Jahr ein weiteres Angebotsdefizit.

Schrumpfende Lagerbestände

Entsprechend rückläufig sind die Lagerbestände. Das auf Edelmetalle spezialisierte Beratungsunternehmen Metals Focus erwartet laut der Analyse einen Rückgang der Lagerbestände auf zwölf Millionen Unzen im nächsten Jahr.

Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahrzehnts lagen die Bestände noch bei 17,7 Millionen Unzen.

Die Reichweite der Vorräte soll dann nur noch zwölf Monate betragen. Vor Beginn der Defizitjahre reichten die Lagerbestände noch doppelt so lange, um die weiter steigende Nachfrage zu decken.

Dagegen besteht bei Platin aufgrund von Angebotsüberschüssen keinerlei Knappheit.