Aluminiumrollen in einem Lager

Aluminium wird zum gefragten Rohstoff. (Bild: phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

| von Dörte Neitzel

Der Preis für Aluminium kennt seit einem Jahr nur eine Bewegung: aufwärts. Nach einem tiefen Fall zu Beginn der Corona-Pandemie erklimmt der Aluminiumpreis seitdem immer neue Höhen.

Am 19. März 2021 erreichte er mit einem Schlusskurs von 2.265 US-Dollar pro Tonne sein vorläufiges 2,5-Jahres-Hoch an der LME, der Londoner Rohstoffbörse. Zum Vergleich: Im April 2020 lag der Preis unter 1.500 US-Dollar pro Tonne.

Russischer Alu-Produzent optimistisch

Mehrere Meldungen haben den Preisanstieg laut Daniel Briesemann von Commerzbank Research befeuert: Rusal, der größte Aluminiumproduzent außerhalb Chinas, erwartet in diesem Jahr einen Nachfragezuwachs von fünf bis sechs Prozent. Das hatte das Unternehmen im Rahmen seiner Gesamtjahresberichterstattung mitgeteilt.

Es schränkte jedoch ein, dass dieses Ziel abhängig von der Geschwindigkeit der Impfungen sei, der Eindämmung zukünftiger Ausbrüche und von Konjunkturstützungsprogrammen der Regierungen. Laut Aussagen von Rusal hatte sich die Aluminiumnachfrage bereits im zweiten Halbjahr 2020 stark erholt.

Auch US-Unternehmen erwarten mehr Nachfrage

Mit der positiven Prognose für 2021 steht Rusal nicht alleine da. Auch der US-Produzent Alcoa erwartet einen Nachfrageanstieg um sieben Prozent. Besonders die Einkäufer von in den wichtigen Abnehmerbereichen wie Infrastruktur, Hochspannungsnetze, Verpackung, Maschinenbau und Autos stünden in den Startlöchern.

Wegen der starken Nachfrage erwartet Alcoa zudem, dass der globale Aluminiummarkt in diesem Jahr in Richtung Gleichgewicht tendiert.

Schließt China Industriebetriebe?

Auf der Nachfrageseite sieht es daher positiv aus. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass sich auch das Angebot verknappen könnte. Auslöser wäre China. Die Regierung in Peking will den Schadstoffausstoß in energieintensiven Industrien reduzieren. Dazu zählt auch die Aluminiumproduktion.

Zu guter Letzt sind in den vergangenen Tagen an der LME die sogenannten Cancelled Warrants (CW) stark gestiegen. Innerhalb der KW 11 um fast 70 Prozent. Der Anstieg der Cancelled Warrants erfolgte fast ausschließlich in Malaysia. Diese CWs bedeuten, dass das in Lagerhäusern der LME gelagerte Metall zur Abholung vorgemerkt wurde.

Aus den malaysischen LME-Lagerhäusern sind mittlerweile fast 250.000 Tonnen Aluminium zur Auslieferung angefordert. In der letzten Woche wurden noch knapp 600.000 Tonnen Aluminium in die LME-Lagerhäuser in Malaysia eingeliefert.

Nach Ansicht der Analysten von Commerzbank Research hängen weder der Zufluss noch der sich anbahnende Abfluss mit Angebot und Nachfrage zusammen. Sie führen die Veränderungen vielmehr auf Finanztransaktionen zurück.

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