Ölleitungen mit einer Raffinerie im Hintergrund

Der Preisanstieg der Rohstoffe im November ist vor allem dem Rohöl zuzuschreiben. (Bild: tomas- stock.adobe.com)

| von HWWI

Auch im November wurden die Preise auf den internationalen Rohstoffmärkten durch die anhaltende Corona-Pandemie beeinflusst. Besonders in Europa stiegen die Infektionszahlen und sorgten erneut für die Einführung von strengen Lockdown-Maßnahmen in vielen europäischen Ländern.

Die Nachrichten über einen Durchbruch in der Impfstoffentwicklung Anfang November steigerten allerdings die Hoffnung auf eine Überwindung der Pandemie und somit auf eine Erholung der Weltwirtschaft. Die positiven Aussichten wirkten sich im November insbesondere auf die Rohölmärkte aus und trieben die Rohölpreise nach oben.

Die anhaltend positive Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verstärkte weiterhin die Nachfrage auf den Märkten für Industriemetalle und Nahrungsmittel und sorgte hier für Preisanstiege im November. Nahezu alle Rohstoffe aus den unterschiedlichen Marktsegmenten stiegen im November durchschnittlich im Vergleich zum Vormonat.

Index für Energierohstoffe: +5,6 Prozent (Eurobasis: +5,0 Prozent)

Die Preise der im Index enthaltenden Rohölsorten stiegen im November kontinuierlich an. So notierten die Preise für die europäische Referenzsorte Brent Ende des Monats nur noch knapp unter 50 US-Dollar pro Barrel und die Preise der amerikanischen Referenzsorte WTI überschritten 46 US-Dollar pro Barrel.

Der steigende Preisverlauf auf den Rohölmärkten wurde insbesondere durch den kürzlich bekanntgegebenen Durchbruch in der Impfstoffforschung angetrieben. Die Aussicht auf einen wirksamen Corona-Impfstoff verstärkte die Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Pandemie und damit auf eine Erholung der globalen Wirtschaft.

Auf der Angebotsseite stützte der Rückgang der Ölreserven in den USA den Ölpreis, und auch die Markterwartungen hinsichtlich der Verhandlungen der Mitglieder der OPEC+ über die künftige Förderpolitik, welche Ende November stattfanden, wirkten preisstabilisierend.

Die Mitglieder der OPEC+ einschließlich Russland erzielten erst in der ersten Dezemberwoche nach mehrtägigen Verhandlungen eine Einigung. Um die Ölpreise weiter zu stabilisieren, planen die Mitglieder der OPEC+, ihre Ölförderung ab Januar 2021 um 500.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, statt wie zuvor vereinbart um etwa zwei Millionen Barrel pro Tag.

Aufgrund der aktuellen Corona-bedingten Unsicherheit am Markt kündigte die OPEC+ zudem an, ihre Politik im neuen Jahr einmal monatlich zu überprüfen, um möglichst flexibel auf Preisentwicklungen reagieren zu können.

Die europäischen Erdgaspreise sind im November verglichen mit dem Vormonat weiter gestiegen. Sinkende Temperaturen in Europa und ein erhöhter Erdgasverbrauch in privaten Haushalten aufgrund der anhaltenden Ausgangsbeschränkungen in vielen europäischen Ländern erhöhten die Preise für europäisches Erdgas.

Die Experten des HWWI nehmen an, dass die Erdgaspreise in diesem Jahr in einem stärkeren Ausmaß mit Erhöhungen auf sinkende Temperaturen reagieren, da viele Menschen derzeit von zu Hause aus arbeiten und somit der tägliche Erdgasverbrauch zum Heizen der Wohnungen zunimmt. Die US-amerikanischen Erdgaspreise sind im November durchschnittlich allerdings nur leicht im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

Die südafrikanischen sowie die australischen Kohlepreise wiesen im November ebenfalls einen durchschnittlichen Anstieg im Vergleich zum Vormonat auf. Der Preis für australische Kohle stieg durchschnittlich um knapp 9 Prozent verglichen mit dem Vormonat und der Preis für südafrikanische Kohle sogar um über 14 Prozent.

Insgesamt stieg der Teilindex der Energierohstoffe um 5,6 Prozent (Eurobasis: +5,0 Prozent) auf 86,9 Punkte (Eurobasis: 81,4 Punkte).

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Index für Industrierohstoffe: -1,2 Prozent (Eurobasis: -1,7 Prozent)

Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert.

Die Preise für Industriemetalle wurden im November weiterhin durch die starke Nachfrage aus China, dem weltweit größten Metallkonsumenten, gestützt. Während in den USA und Europa die Infektionszahlen weiterhin stiegen, scheint in China die Corona-Pandemie bereits überwunden zu sein.

Die anhaltende Erholung der chinesischen Wirtschaft trieb insbesondere die Preise für Zink, Blei, Aluminium und Kupfer im November weiter nach oben. Der Kupferpreis, der oft auch als Barometer für die Gesundheit der Weltwirtschaft verwendet wird, stieg im Vergleich zum Vormonat um 5,4 Prozent und spiegelte die positiven Erwartungen an den Märkten wider.

Der durchschnittliche Kupferpreis lag im November bei über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Neben den positiven Entwicklungen in China wirkte sich auch die Ankündigung des Corona-Impfstoffs positiv auf die Entwicklung der Preise für Industriemetalle aus.

Auch die Preise für australische Wolle erholten sich im November weiterhin von dem enormen Preisrückgang der letzten Monate. Im November stiegen die Preise um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat und liegen im Durchschnitt noch 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis des Novembers des letzten Jahres.

Die Preise für Schnittholz entwickelte sich hingegen gegenläufig. Nach einem starken Preisanstieg im Hochsommer verzeichneten die Holzpreise im November einen enormen Verlust verglichen mit dem Vormonat. Jedoch lag der durchschnittliche Preis für Schnittholz im November weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Insgesamt sank der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 1,2 Prozent (Eurobasis: -1,7 %) auf 145,6 Punkte (Eurobasis: 136,5 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +5,6 Prozent (Eurobasis: +5,0 Prozent)

Im November setzte sich der Preisanstieg auf den Märkten für Nahrungs- und Genussmittel weiterhin fort. Die drei Teilindizes für Getreide, Genussmittel und für Ölsaaten und Öle stiegen im November durchschnittlich im Vergleich zum Vormonat.

Auf den Getreidemärkten traf eine stark gestiegene Importnachfrage, insbesondere aus China, auf ein geringes Angebot. Die durch das Wetterphänomen La Niña ausgelöste Dürrephase in Südamerika und auch Trockenheit in den Ernteregionen der USA reduzierten die Ernte von Mais, Soja und Weizen.

Auffällig stark stiegen im November verglichen mit dem Vormonat auch die Preise für Pflanzenöle wie Sojaöl, Kokosöl und Palmöl, was ebenfalls durch eine schlechte Ernte und ein verknapptes Angebot zu erklären war. Neben ungünstigen Wetterverhältnissen ist die schlechte Ernte auch durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erklären. S

o konnten aufgrund eines Arbeitskräftemangels in den Produzentenländern verursacht durch Lockdown-Maßnahmen weniger Ölpalmen gepflanzt werden, zudem wurde aufgrund von Versorgungsengpässen weniger Dünger eingesetzt. Darüber hinaus steigt derzeit weltweit die Nachfrage nach Pflanzenölen zur Herstellung biologischer Treibstoffalternativen.

Nachdem die Kaffeepreise im Oktober sanken, sind die Preise im November durchschnittlich aufgrund von Angebotsverknappungen gestiegen. Die Besorgnis über die anhaltende Dürre in Brasilien und auch über die durch die Wirbelstürme in Mittelamerika verursachten Schäden an den Kaffeeplantagen trieben die Preise im November in die Höhe. Auch die Preise für Kakao und Zucker verzeichneten Aufwärtsbewegungen im November verglichen mit dem Vormonat.

Die einzige Ausnahme stellte der Preis für Tee im November dar. Die Preise für Tee sanken durchschnittlich im November und deuteten auf eine gesunkene Nachfrage hin. Der Außerhauskonsum von Tee wurde durch die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weltweit reduziert.

Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um +5,6 % (Eurobasis: +5,0 %) und notierte bei 107,8 Punkten (Eurobasis: 101,0 Punkten).

Bearbeitet von Dörte Neitzel

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