Blick von der Brücke eines Containerschiffs auf den Suezkanal

Suez-Passage wird teurer für Containerschiffe. (Bild: Thomas - stock.adobe.com)

4.12.2023: Lieferkettenunterbrechungen: Deutsche Unternehmen hoffen auf KI

(Kinaxis) Mehr als ein Drittel der Fertigungsunternehmen in Deutschland erwarten in den kommenden fünf Jahren, dass internationale Konflikte (31 Prozent) und daraus resultierende Energiepreiserhöhungen (39 Prozent) die größten Auswirkungen auf ihre Lieferkette haben werden, dicht gefolgt von Rohstoffknappheit (35 Prozent). Gleichzeitig sind drei von vier produzierenden Unternehmen in Deutschland sind mehrmals im Jahr mit Unterbrechungen ihrer Lieferketten konfrontiert.

Für die Mehrheit (82 Prozent) ist es optimal, innerhalb von zwei bis drei Tagen oder schneller auf eine Störung reagieren zu können. Während 35 Prozent der deutschen Hersteller angeben, einen Echtzeitüberblick über alle Abteilungen zu verfügen und sofort erkennen zu können, welche Abteilungen ihres Unternehmens von einer unerwarteten Unterbrechung betroffen sind, haben andere Schwierigkeiten, Informationen rechtzeitig zu beschaffen: 31 Prozent der Befragten gaben an, dass das Sammeln ihrer abgeschotteten Informationen mehrere Stunden und für 22 Prozent mehrere Tage dauert – wodurch sich die Zeitspanne zwischen den Auswirkungen und der Reaktion weiter verlängert.

Dabei erwarten 75 Prozent, dass künstliche Intelligenz dazu beitragen wird, Lieferkettenunterbrechungen besser zu bewältigen und Risiken zu minimieren. Dies ergab eine Umfrage von Kinaxis, einem Anbieter für Supply-Chain-Management. Doch KI wird das Risikomanagement zwar unterstützen, gilt aber nicht als heiliger Gral. Laut der Umfrage hängt die Einstellung gegenüber KI branchenunabhängig von den eigenen Ambitionen und von bestehenden Fähigkeiten der Unternehmen ab. Dabei ist fast jeder fünfte Hersteller in Deutschland (17 Prozent) der Meinung, dass sich KI erst selbst noch verbessern muss.

30.11.2023: CO2-Aufschlag: Mauterhöhung zum 1. Dezember

Die Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen wird teurer. Zum 1. Dezember kommt ein CO2-Aufschlag hinzu, um den Schadstoffausstoß stärker zu berücksichtigen. Basis für die konkreten Mehrkosten je nach Lastwagen ist ein Aufschlag von 200 Euro pro Tonne CO2. Emissionsfreie Lastwagen sollen bis Ende 2025 von der Maut befreit werden.

Zum 1. Juli 2024 soll die Mautpflicht dann auch schon für kleinere Transporter ab 3,5 Tonnen greifen. Bisher gilt sie ab 7,5 Tonnen. Ausgenommen bleiben Fahrten von Handwerksbetrieben. Das Bundesverkehrsministerium schätzt, dass rund 300.000 Fahrzeuge neu mautpflichtig werden, 100.000 davon als Handwerker-Ausnahmen.

Die Einnahmen aus der Maut springen damit von knapp 8 Milliarden Euro in diesem Jahr auf mehr als 15 Milliarden Euro im nächsten Jahr. Von 2024 bis 2027 rechnet das BMV mit  Mehreinnahmen von 30,5 Milliarden Euro, die dann unabhängig von der Haushaltslage für Investitionen in die Infrastruktur reserviert werden können.

13.11.2023: Gewinn von Hapag-Lloyd bricht dramatisch ein

Hapag-Lloyd meldet einen Betriebsgewinn (Ebit) im dritten Quartal von nur noch 204 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor, als die Corona-Sonderkonjunktur den Reedereien außerordentliche Gewinne beschert hatte, fuhr Deutschlands größte Reederei mit 5,2 Milliarden Euro noch rund das 25-Fache ein. „Der Markt steht massiv unter Druck“, sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen der Nachrichtenagentur Reuters. „Das bedeutet, dass wir wieder verstärkt auf die Kosten schauen müssen.“ Einige Fahrten auf zentralen Routen würden gestrichen, ein Personalabbau sei aber derzeit nicht geplant, anders als bei Konkurrent Maersk. Hapag-Lloyd beschäftigt in dem neu konzipierten Segment Linienschifffahrt 13.500 und im Segment Terminal & Infrastruktur weitere 2.600 Mitarbeiter.

In der Corona-Pandemie waren Transportkapazitäten knapp und Lieferketten brüchig geworden. Das ließ die Frachtraten in der Container-Schifffahrt kräftig steigen. In der Folge schnellten die Gewinne großer Reedereien nach oben. Doch diese Zeiten sind vorbei: Während die Transportmengen im dritten Quartal zwar mehr wurden, gaben die durchschnittlichen Frachtraten nochmals nach - auf weniger als die Hälfte des Werts aus dem Vorjahreszeitraum.  

Habben Jansen erklärte, um Kosten zu senken, würden Kapazitäten reduziert. So seien Fahrten auf den Strecke von Südostasien nach Nordeuropa sowie über den Pazifik an die Ostküste der USA ausgesetzt worden. Trotz dieser Maßnahmen kann Habben Jansen noch keine Entwarnung geben: „In dem eingetrübten Marktumfeld könnten jedoch einige herausfordernde Quartale auf uns zukommen, sollten sich die Spotraten nicht wieder erholen.“

Im dritten Quartal 2023 verringerte sich der Umsatz um fast 58 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro. Unter diesen Vorzeichen kappte Hapag-Lloyd das obere Ende seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf ein Ebit zwischen 2,2 und 3,1 Milliarden Euro. Bisher war Hapag-Lloyd von zwei bis vier Milliarden Euro ausgegangen, nach 17,5 Milliarden Euro 2022. Angesichts zahlreicher geopolitischer Konflikte, des anhaltenden Inflationsdrucks und der weiterhin hohen Lagerbestände vieler Kunden sei die neue Prognose aber mit Unsicherheiten behaftet, erklärte das Unternehmen.

24.10.2023: Transit durch den Suezkanal wird teurer

Die Betreiberbehörde des Suez-Kanals will die Benutzungsgebühren für die193 km lange Wasserstraße zum 15. Januar 2024 um 15 Prozent erhöhen. Betroffen sind davon vor allem Exporte nach Asien sowie Importe von dort nach Europa. Rund 90 Prozent aller Schiffe, die Waren von Ostasien nach Deutschland transportieren, durchfahren die ägyptische Transitroute.

Bereits 2023 hatte die Kanalbehörde die Transitgebühr um 15 Prozent erhöht. Nur für Frachter mit trockenen Massengütern fiel der Aufschlag mit zehn Prozent etwas geringer aus.

21.9.2023: Reederei MSC will bei Hamburger Hafen einsteigen

Die Schweizer Reederei MSC will beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA einsteigen. Das freiwillige Übernahmeangebot der MSC sieht die Zahlung von 16,75 Euro in bar je Stückaktie der Aktiengattung A vor, so die HHLA. An den börsennotierten A-Aktien hält die Hansestadt Hamburg bislang rund 69 Prozent, zehn Prozent der Anteile werden von Privatanlegern gehalten, 21 Prozent von institutionellen Investoren. Auch nach dem Einstieg der Schweizer soll Hamburg mit 50,1 Prozent größter Anteilseigner bei der HHLA bleiben. Auf MSC würde dann 49,9 Prozent entfallen.

20.9.2023: Gotthard-Tunnel: Riss in der Decke stoppt Bau der zweiten Röhre

Auf der Nordseite der zweiten Gotthardröhre wird im Moment zum Teil nicht gebaut. Das bestätigte das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) . Denn die Bauarbeiten könnten mit dem Deckenabbruch zusammenhängen. Experten hatten einen 25 Meter langen Riss in der Decke entdeckt, dessen Grund vermutlich sogenannte Spannungsumlagerungen im Gebirge sind.

2.9.2023: Auch Audi muss wegen Teilemangels seine Produktion drosseln

Nach VW muss nun auch die Konzerntochter Audi ihre Bänder in Ingolstadt zeitweise ruhen lassen. Im Stammwerk Ingolstadt hat der Autobauer eine gesamte Montagelinie stillgelegt. Wie VW leidet auch Audi darunter, dass ein Zulieferer in Slowenien die benötigten Motorteile aufgrund des Hochwassers Anfang August nicht verschicken kann. In Ingolstadt fertigt Audi unter anderem das Modell A3.

Da der slowenische Zulieferer auch Skoda in Tschechien beliefert, kann der Autohersteller auch dort eine Einschränkung der Produktion in den Werken Mladá Boleslav und Kvasiny nicht ausschließen.

11.9.2023: VW-Werk Wolfsburg streicht Schichten wegen fehlender Zulieferteile

Wegen fehlender Motorteile aus Slowenien muss Volkswagen nun auch in Wolfsburg seine Produktion drosseln. "Ab Montag, 11. September, werden im Werk Wolfsburg vereinzelte Schichten ausfallen", so ein Konzernsprecher. Auch in Emden und Osnabrück fallen bereits seit einer Woche einzelne Schichten aus. Das portugiesische Werk in Palmela bei Lissabon hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, die Montage ab heute für bis zu zwei Monate komplett zu stoppen.

Grund ist das Hochwasser in Slowenien, das einen Zulieferer von Motorteilen unter Wasser gesetzt hatte. Laut VW fehlen daher nun Zahnkränze für den Antriebsstrang für Verbrennungsmotoren. Elektroautos seien dagegen nicht betroffen. In Wolfsburg werdenvor allem der Golf und der Tiguan gebaut, betroffen seien abwechselnd alle vier Montagestrecken. "Die reduzierte Fahrweise gilt zunächst für drei Wochen", so der Sprecher Es gehe dabei aber immer nur um einzelne Schichten, komplette Ruhetage werde es nicht geben. Die betroffenen Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit.

Bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover, wo ab dieser Woche ebenfalls Ausfälle angekündigt waren, wird an diesem Montag noch normal produziert, wie ein VW-Sprecher auf Anfrage erklärte. Ausfälle stehen aber auch dort bevor.

Einkaufsvorstand Dirk Große-Loheide will den Lieferengpass "zügig beheben". Er sagte auf der IAA Mobility, man werde bis Ende September einen Plan haben, wie es weitergehen soll, Ende des Jahres sei das Thema ausgestanden.

7.9.2023: Tunnelprobleme: Lieferketten von und nach Italien geraten ins Stocken

Einige Wege über die Alpen sind aktuell nicht oder nur begrenzt passierbar. Ein schwerer Güterzug-Unfall im Gotthard-Basistunnel in der Schweiz im August hat weiterhin gravierende Folgen. Die Reparaturarbeiten sollen sich über mehrere Monate hinziehen, da die Schäden größer sind als angenommen. Es müssen rund acht Kilometer Gleise und 20.000 Schwellen ersetzt werden. Für den Personenverkehr ist der 57 Kilometer lange Eisenbahntunnel bis voraussichtlich Anfang 2024 gesperrt, sie werden umgeleitet. Die Kapazität der Güterzüge wurde auf 100 pro Tag begrenzt.

Für den Schwerlastverkehr ganz gesperrt ist der Tunnel von Fréjus (Frankreich), nachdem es dort am 27. August zu einem heftigen Erdrutsch gekommen war. Fahrern, die in der Region Auvergne-Rhône-Alpes nach Italien unterwegs sind, wird empfohlen, sich an die Beschilderung am Straßenrand zu halten. Fahrzeuge die Gefahrgut transportieren, dürfen den Mont-Blanc-Tunnel nicht durchfahren). Da das Verkehrsaufkommen am Mont-Blanc-Tunnel sehr hoch ist, wird Lkw-Fahrern die in Richtung Italien unterwegs sind, empfohlen die Autobahn A7 in Richtung Valence zu nehmen, um dann über die Autobahn A8 nach Italien zu gelangen.

Darüber hinaus ist der Mont Blanc-Tunnel seit dem 4. September für vier Monate komplett geschlossen.  Er wird einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Bleibt also eigentlich nur noch die Strecke über den Brenner. Dieser war August für den internationalen Güterverkehr auf der Eisenbahnstrecke gesperrt aufgrund von Bauarbeiten. Dafür hatte die österreichische Regierung die sektoralen Fahrverbote für Lkw zeitweise aufgehoben.

31.8.2023: Hochwasser in Slowenien legt VW-Produktion in Portugal lahm

Das Volkswagen-Werk im portugiesischen Palmela muss wegen Teilemangels seine Produktion mehrere Wochen einstellen. Wie es in einer Mitteilung heißt, kann ein slowenischer Zulieferer von Motorenteilen nicht liefern wegen des Hochwassers nicht liefern. Der Produktionsstopp wird voraussichtlich in der ersten Septemberhälfte starten und einige Wochen dauern.  In Palmela baut VW das SUV T-Roc. Der Konzern arbeitet nach eigenen Angaben "gemeinsam mit anderen Zulieferern daran, Alternativen zu finden, um in den betroffenen Werken schnellstmöglich zur normalen Produktion zurückzukehren". Darüber hinaus unterstütze VW den Zulieferer in Slowenien, damit dieser die Produktion wiederaufnehmen könne. Das Lieferproblem betreffe voraussichtlich noch weitere Standorte.

24.8.2023: Durchfahrtsbeschränkungen im Panamakanal lassen Frachtpreise leicht steigen

(Freightos) Die Frachtpreise für die Routen von Asien an die US-Westküste und an die US-Ostküste sind in der vergangenen Woche leicht gestiegen. Die Asien-Westküsten-Route wurde um ein Prozent teurer (auf 1.936 US-Dollar) und die Route Asien-Ostküste USA kostet jetzt drei Prozent mehr (2.991 US-Dollar). Damit halten sich die Erhöhungen bislang noch im Rahmen, so der Frachtanbieter Freightos.

Panama hat die Durchfahrt durch den Panamakanal beschränkt, etwa 150 Schiffe warten auf ihre Passage. Reedereien, die früh genug gebucht haben, werden bevorzugt. Wer das nicht getan hat, bezahlt aktuell bis zu einer Million US-Dollar für einen Slot - plus Extrakosten, so Freightos. Die Frachtraten zu beiden Küsten haben sich seit Mitte Juli um etwa 600 US-Dollar/FEU verteuert.

Die Raten von Asien nach Nordeuropa fielen in der vergangenen Woche um fünf Prozent auf 1.708 US-Dollar/FEU - was immer noch 31 Prozent über den Juli-Preisen liegt.

++ Die Nadelöhre der weltweiten Containerfracht ++

11.8.2023: Reedereien rüsten ihre Flotten hoch

Die Container-Reedereien bauen ihre Flotten in diesem Jahr im Rekordtempo aus. Wie der internationale Reederverband Bimco mitteilt, erreichten die Auslieferungen neuer Containerschiffe in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 1,2 Millionen 20-Fuß-Standardcontainern (TEU) einen neuen Höchststand und übertrafen den bisherigen Rekord um 0,2 Millionen TEU. Zwar blieb das Recycling von Schiffen gering, die Flottenkapazität stieg seit Januar trotzdem um 4,3 Prozent, schreibt Bimco-Schifffahrtsanalyst Niels Rasmussen.

Die Auftragsvergabe für neue Schiffe hat sich seit ihrem Rekord im Jahr 2021 verlangsamt, ist aber seit Jahresbeginn doppelt so hoch wie in den 2010er-Jahren. Die in diesem Jahr bisher kontrahierten 1,3 Millionen TEU haben daher den Auftragsbestand hoch gehalten und liegen nur 3.000 TEU unter dem Rekordwert. Tatsächlich ist der Auftragsbestand so groß, dass die Schiffsauslieferungen voraussichtlich drei Jahre in Folge den bisherigen Gesamtjahresrekord von 1,7 Millionen TEU übertreffen werden.

Basierend auf den aktuellen geschätzten Lieferterminen werden voraussichtlich insgesamt 2,4, 2,9 und 1,9 Millionen TEU in den Jahren 2023, 2024 und 2025 geliefert, so die Mitteilung von Bimco Auch das Recycling von Schiffen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen. Energieeffizientere Schiffe werden weniger effiziente Schiffe ersetzen, da die Eigner eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen anstreben.

Trotz der Wiederverwertung älterer Schiffe wird erwartet, dass die Flotte zwischen Anfang 2023 und Anfang 2025 um etwa 4,5 Millionen TEU wächst und die Flottenkapazität damit um fast 18 Prozent steigt. Die Erhöhung der Flottenkapazität erfolgt zu einer Zeit, in der das derzeitige Handelswachstum in vielen Schlüsselregionen zurückgeht und sich die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft für die kommenden Jahre abschwächen.

Laut Container Trades Statistics sank das gesamte weltweite Containervolumen im ersten Halbjahr 2023 im Jahresvergleich um 4,3 Prozent und liegt nur 0,2 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2019. Die wichtigen Haupttransport- und Regionalhandelsrouten gingen zurück insgesamt 4,9 Prozent im Jahresvergleich, blieb aber 3,1 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2019.

Im Gegensatz zur aktuellen Schwäche des Zeitcharter- und Frachtratenmarkts ist das Haupttransport- und regionale Handelsvolumen im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 um 5,3 Prozent gestiegen, während die Flottenkapazität um 17 Prozent gestiegen ist. Das künftige Angebotswachstum könnte durch geringere Fahrgeschwindigkeiten gedämpft werden, aber ein weiteres Flottenkapazitätswachstum von etwa 15 Prozent in den kommenden anderthalb Jahren unterstreicht, dass das angebotsseitige Wachstum eine Herausforderung für Schiffseigner und -betreiber bleiben wird.

Bimco (The Baltic and International Maritime Council) sieht sich als weltweit größte Organisation für Reeder, Befrachter, Schiffsmakler und Agenten. Die rund 2.000 BIMCO-Mitglieder decken über 60 Prozent der weltweiten Flotte ab.

++ Die größten Reedereien der Welt ++

14.7.2023: Dürre im Panamakanal stört Welthandel

Der wichtigsten Route zwischen Atlantik und Pazifik fehlt es an Wasser. Eine ungewöhnliche Dürreperiode dort hat dazu geführt, dass der Panamakanal deutlich weniger Wasser führt. Die Schifffahrtstraße verbindet das östliche Nordamerika mit der Westküste bzw. Asien und umgekehrt. Im Vergleich zur Route um Kap Hoorn verkürzt die Passage durch den Kanal in Zentralamerika den Weg um mehr als 13.000 Kilometer - eine große Ersparnis an Geld und Zeit.

Aktuell kommt es zu Durchfahrtsbeschränkungen. Dreimal haben die panamaischen Behörden bereits die erlaubten Tiefgänge für Schiffe reduziert. Die Folge: Die Schiffe können den Kanal nur mit reduzierter Ladung befahren. Erste Reedereien haben begonnen, Preiszuschläge für die Passage des Kanals zu nehmen: Hamburgs Traditionsreederei Hapag-Lloyd berechnet beispielsweise ab Juli 500 US-Dollar pro Box (umgerechnet 462 Euro). Andere Reedereien erwägen, den Kanal ganz zu meiden und von Asien an Amerikas Ostküste nun durch den Suezkanal und über den Atlantik zu fahren, wo es keine Tiefgangsbeschränkungen gibt.

Ein Problem: Der Panamakanal verfügt über kein eigenes Pumpsystem, sondern speist sich ausschließlich aus Zuflüssen durch Regen oder aus Flüssen. Bei jeder Schleusung geht daher Wasser verloren, weil es ins Meer abfließt. Zwar sind die neuen großen Schleusen sogenannte Sparschleusen, weil sie über zusätzliche Auffangbecken verfügen, dennoch geht netto Wasser verloren.

Das sich das Problem schnell lösen lässt, ist unwahrscheinlich: Sowohl die Reederei Hapag-Lloyd als auch andere Experten rechnen nicht damit, „Einen so ungewöhnlich geringen Wasserstand kannten unsere Seefahrer bisher nicht“, sagt die Reederei-Sprecherin im Hamburger Abendblatt. Hinzu kommt, dass Meteorologen das Wetterphänomen El Niño vorhergesagt haben. Das führt zwar zu vermehrten Niederschlägen und Überschwemmungen an der Westküste Südamerikas, im Amazonasgebiet und in Mittelamerika dagegen ist Trockenheit die Folge.

12.6.2023: Studie: Risikomanagement in der Lieferkette wird zur Chefsache

(Miebach) Unternehmen und ihre Lieferketten wurden in den letzten drei Jahren unter anderem durch die Corona-Pandemie, den Ausbruch des Ukrainekrieges sowie durch klimawandelbedingte Naturkatastrophen vor extreme Herausforderungen und bisher unbekannte Situationen gestellt. Im Angesicht dieser Risikoausbrüche mit globaler Auswirkung wächst die Bedeutung des Thema Supply Chain Risk Management und ist inzwischen in 58 Prozent der Unternehmen zur Chefsache geworden.

Dies ist eines der Ergebnisse der global durchgeführten Marktbefragung von Miebach Consulting über die Relevanz und Erfolgsfaktoren des Supply Chain Risk Managements mit fast 300 teilnehmenden Unternehmen. Weitere Ergebnisse der Studie sind:

  • Supply Chains sind 40 Prozent häufiger von Störungen betroffen als in 2019 und die auftretenden Störungen sorgen für dramatischere Auswirkungen. Entsprechend steigen die Anforderungen an Risikominimierung, Flexibilität und Resilienz in den Lieferketten.
  • Je nach Schwere der Störung traten bei den teilnehmenden Unternehmen im letzten Jahr finanzielle Schäden von durchschnittlich 0,6 Prozent bis in der Spitze 4 Prozent des Jahresumsatzes auf. Zu den häufigsten Folgen der Störungen zählten Lieferzeitverzögerungen, blockierte Lieferrouten und steigende Transportkosten.
  • Rund 50 Prozent der Befragten, die über Supply Chain Risk Management verfügen, konnten die Auswirkungen der Top-Risiken abschwächen. 68 Prozent der Unternehmen war es dabei möglich, blockierte Lieferrouten zu umgehen und dadurch ihre Beschaffungs- oder Distributionsflüsse aufrechtzuerhalten sowie die Auswirkungen zu minimieren. Die negativen Effekte von Lieferzeitverzögerungen konnten sogar 80 Prozent der Unternehmen reduzieren.
  • 94 Prozent der Unternehmen haben einen Prozess für das Supply Chain Risk Management etabliert, allerdings schließt weniger als jedes fünfte Unternehmen die gesamte Lieferkette in den Prozess ein. Eine geringe systemseitige Unterstützung (51 Prozent ohne System) sorgt dafür, dass die Vorteile eines Supply-Chain-Risk-Management-Prozesses nicht vollständig ausgeschöpft werden können.
  • Drei Viertel der Befragten möchten in Zukunft weiterhin in das Risikomanagement der Lieferkette investieren. Dabei steht eine gesamtheitliche Optimierung des Prozesses im Fokus.
  • Bei der Stärkung der Resilienz setzen Unternehmen kurzfristig auf Redundanzen im Bestand oder der Beschaffung (Dual-/Multi-Sourcing) – langfristig sind strukturelle Änderungen in der Lieferkette geplant, wie zum Beispiel Nearshoring.

„Wenn die vergangenen Jahre Eines gelehrt haben, dann, dass ein Supply Chain Risk Management für Unternehmen unumgänglich ist, um sicher durch schwierige Zeiten navigieren zu können und langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern,“ resümmiert Daniel Simon, Senior Consultant, Miebach Consulting.

6.6.2023: Software-Lieferketten als Sicherheitsrisiko

(BlackBerry) Eine Studie von Juniper Research zeigt, dass Cyberangriffe auf Software-Lieferketten die Weltwirtschaft bis 2026 jährlich bis zu 80,6 Milliarden US-Dollar an kosten werden. Ein anschauliches Beispiel für das Dilemma durch unsichere Software liefert der Log4J-Angriff. Ende des Jahres 2022 wurde eine Sicherheitslücke in Log4J bekannt. Folgen waren eine Welle von Cyberangriffen und die weitreichende Verunsicherung der Investoren.

Die Krux daran: Für Unternehmen und Entwickler ist es kaum möglich, auf derlei Open Source-Bausteine zu verzichten. Denn zum einen sind sie tief in bestehenden Anwendungen verankert, zum anderen sind sie kaum zu ersetzten, da sie in viele oftmals unzugängliche Landschaften wie zum Beispiel IoT-Systeme integriert wurden. Nach einem Angriff auf die Softwarelieferkette berichteten 1.500 Befragte einer BlackBerry Studie von erheblichen Betriebsunterbrechungen (59 Prozent), Datenverlusten (58 Prozent) und negativen Folgen für die Reputation (52 Prozent), wobei neun von zehn Unternehmen (90 Prozent) bis zu einem Monat für die Wiederherstellung benötigten. Die Folgen eines Angriffs sind also nicht zu unterschätzen.

Einen möglichen Lösungsansatz bieten den Unternehmen sogenannte Software Bills of Material (SBOM). Eine SBOM funktioniert analog zur Stückliste bei physischen Produkten als formale, strukturierte Dokumentation, die die Komponenten eines Softwareprodukts und ihre Beziehungen innerhalb der Softwarelieferkette beschreibt. Insofern gibt sie Auskunft über die Pakete und Bibliotheken innerhalb einer Anwendung sowie über deren Beziehung untereinander und zu anderen Projekten – ein entscheidender Faktor im Fall von wiederverwendetem Code und von Open Source-Komponenten.

Der Hintergrund: Nur wenn sich Unternehmen intensiv mit ihren Lieferanten auseinandersetzen, können sie die gesamte Bandbreite ihrer Softwarelieferkette erfassen und die damit verbundenen Risiken erkennen. Empfehlenswert sind daher strenge Ausschreibungsverfahren für mehr SBOM-Transparenz, um die Konformität der Lieferanten sicherzustellen.

Ungeachtet der konkret eingesetzten Sicherheitslösung tun CSOs und andere Verantwortliche gut daran, innerhalb ihrer Unternehmen das Thema Cybersicherheit bekannt und zur täglichen Routine zu machen. Denn Softwareelemente in der Lieferkette können regelrecht „unter dem Radar fliegen“. Nur durch Bewusstseinsbildung und den Aufbau gesicherter Prozesse können die Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Ein Bereich, der oft vernachlässigt wird, ist die Sicherheit der Produktion. Dort nimmt die Zahl der Angriffe auf die OT-Infrastruktur in den vergangenen Jahren rasant zu. Entscheider sollten daher bei der Auswahl einer Cybersicherheitslösung darauf achten, dass diese den gesamten Produktlebenszyklus end-to-end abdeckt – im IoT-Kontext sowohl offline als auch online.

1.6.2023: Freightos Baltic Index: Globale Frachtraten im Sinkflug

(Freightos) Die weltweiten Frachtraten sind im Vergleich zum vergangenen Montat erneut gesunken. Der Freightos Baltic Index (FBX), der die globalen Frachtraten zusammenfasst, liegt Ende Mai 2023 bei 1.407 US-Dollar. Das ist ein Minus von drei Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Zum Vergleich: Vor etwa einem Jahr lag der Index bei 7.200 US-Dollar (Anfang Juni 2022). Seitdem gingen die Frachtraten beständig runter.

Eine der teuersten Routen ist nach wie vor die Verbindung China/Ostasien nach Nordamerika (Ostküste). Hier liegt der Preis bei 2.328 US-Dollar, gefolgt von der Route China/Ostasien nach Nordamerika (Westküste) mit 1.309 US-Dollar in KW21.

Die Route durch den Suezkanal China/Ostasien ins Mittelmeer ist mit 2.447 US-Dollar ähnlich teuer wie die Pazifikroute. Auf dem Atlantik schlägt die Route von Europa an die Südamerikanische Westküste mit 4.152 US-Dollar am stärksten zu Buche, gefolgt von Europa an die Ostküste Südamerikas (2.205 US-Dollar) und Nordeuropa an die nordamerikanische Ostküste (2.205 US-Dollar).

31.5.2023: Die global gehandelte Gütermenge in Containern steigt wieder

(Fleetmon, IfW) Im April 2023 ist die global gehandelte Gütermenge auf See wieder gestiegen. 13,75 Millionen TEU schipperten weltweit per Containerschiff um die Welt. Seit Oktober 2022 befindet sich der Wert wieder im Aufwind. Nach seinem Höhepunkt im Januar 2022 - noch vor Beginn des Ukrainekriegs - fiel das Containeraufkommen von 14,33 Millionen TEU auf 13,38 Millionen TEU im Oktober 2022. Der aktuelle Anstiegt schreibt den weltweiten Trend zu mehr Seefracht fort. Zum Vergleich: Im August 2015 wurden noch 10,72 Millionen Tonnen per See in Containern transportiert.

30.5.2023: VDMA drängt auf Einigung im Stahl- und Alustreit mit den USA

(VDMA) Der VDMA fordert die EU und die USA auf, den Handelskonflikt um Stahl und Aluminium noch vor dem Ablaufen der Frist im Oktober 2023 dauerhaft zu beenden. Eine weitere Eskalation von willkürlichen Stahl- und Aluminiumzöllen auf der amerikanischen Seite und damit einhergehenden Vergeltungszöllen seitens der EU würde den Maschinen- und Anlagenbau schwer belasten, so eine Mitteilung des Maschinenbauverbands. Der Trade and Technology Council (TTC) sollte die Zusammenarbeit zwischen den beiden Blöcken bei diesem Thema vertiefen. Der Stahl- und Aluminiumstreit müsse rasch beigelegt werden, damit die Ressourcen des Councils für die vielen wichtigeren geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen eingesetzt werden können, mit denen der Maschinenbau und die gesamte europäische Industrie konfrontiert sind.

Positiv wertet der VDMA die bisherigen Bemühungen des Gremiums zum Abbau von Barrieren bei Konformitätsbewertungen zwischen der EU und den USA für Maschinenprodukte. Fast zwei Jahre nach der Gründung des TTC sei es jetzt aber an der Zeit, sichtbare Fortschritte und konkrete Ergebnisse zu liefern. Die europäischen Maschinen- und Anlagenhersteller stoßen nach wie vor auf enorme Hemmnisse, wenn sie versuchen, ihre Produkte für den US-Markt zertifizieren zu lassen. Das gelte auch umgekehrt. Daran habe sich auch zwei Jahre nach dem Start des Councils nichts geändert. Der VDMA fordert daher, auf der anstehenden TTC-Sitzung in Schweden eine konkrete Strategie und einen Rahmen vorzulegen, wie beide Seiten bis Ende 2023 ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Zertifizierungen im Maschinenbausektor erreichen können.

25.5.2023: Erneut Containerschiff im Suezkanal auf Grund gelaufen

Im Suezkanal in Ägypten ist ein Frachter auf Grund gelaufen. Das rief Erinnerungen an die tagelange Blockade durch die Ever Given im Jahr 2021 wach und so war die Sorge über eine weitreichende Störung des Welthandels auf einer der wichtigsten Handelsrouten erneut groß. Vier Schiffe warteten hinter der Xin Hai Tong 23, wie die Schifffahrtsgesellschaft Leth Agencies am Donnerstagmorgen mitteilt.

Der Frachter ist mit einer Größe von 190 Metern knapp halb so lang wie die Ever Given.  Er war nicht mehr manövrierfähig, weshalb Schleppdampfer versuchten, ihn zu befreien. Laut Leth Agencies soll die Durchfahrt ab 9.30 Uhr aber wieder offen sein.

23.5.2023: Halbleiter-Lieferketten stabilisieren sich langsam

(Supplyframe) Die Elektronik-Lieferketten leiden aktuell unter der angespannten wirtschaftlichen Situation. Das ist das Ergebnis des aktuellen CIQ-Reports der Plattform Supplyframe. Der vierteljährliche Report veröffentlicht Analysen von mehr als zwei Milliarden Datenpunkten zum Stand der Elektronik-Lieferkette. Grund sei die schwache Nachfrage nach PCs, Smartphones und Rechenzentren. Besonders die Verbrauchermärkte seien zuletzt lethargisch gewesen, dagegen sei die Nachfrage aus der Automobilbranche und anderen Industrien stabil. Lieferzeiten und Preise sinken laut dem Report für die meisten Rohstoffe und Komponenten im zweiten Quartal weiter. Der ursprünglich für das zweite Quartal erwartete Bestandsabbau wird laut Bericht bis ins dritte Quartal 2023 anhalten.

23.5.2023: Auswirkungen der Flutkatastrophe in Norditalien auf die Lieferketten

(Projekt44) Die norditalienische Region Emilia-Romagna kämpft mit den Auswirkungen einer verheerenden Flutkatastrophe. In nur 36 Stunden verursachte am 16. und 17. Mai extremer Starkregen großflächige Überschwemmungen und Erdrutsche. Dabei wurden rund 500 Straßen zerstört. Der Plattformanbieter Project44 hat nun auf Basis eigener Daten mögliche Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten untersucht.

Danach wirken sich die Überschwemmungen auf die sogenannte Truckload on-time performance aus, eine Metrik, die den Prozentsatz der Lkw-Ladungen angibt, die ihren Bestimmungsort zur ursprünglich geplanten Lieferzeit erreichen. Die Daten von Project44 zeigen für die Region einen Rückgang zwischen dem 16. und 17. Mai um 30 Prozent. Da die Region bekannt ist für Feinkost, Luxusmode und die Herstellung von Autoteilen, könnte die Flutkatastrophe  sowohl die Produktion als auch den Transport dieser Güter beeinträchtigen. Es könnte zu Engpässen bei italienischen Produkten kommen, so die Analyse. Gleiches gelte für Rohstoffe aus der Region.

3.5.2023: Frachtpreise sinken laut Freightos

(Freightos) Die Frachtpreise für die Strecke Asien-US-Westküste (FBX01 Weekly) sanken um zwei Prozent auf 1.697 US-Dollar/FEU. Das sind 89 Prozent weniger als zur gleichen Zeit des letzten Jahres. Die Preise für Asien-US-Ostküste (FBX03 Weekly) lagen bei 2.516 US-Dollar/FEU und damit 85 Prozent niedriger als die Preise für diese Woche im vergangenen Jahr. Asien-Nord-Europa (FBX11 Weekly) sanken nur um 1 Prozent auf 1.399 US-Dollar/FEU und liegen damit 87 Prozent unter den Raten für diese Woche im vergangenen Jahr.

Obwohl die transatlantischen Seefrachtraten in der vergangenen Woche weiter fielen, blieben die Preise auf den ex-asiatischen Routen laut Freightos insgesamt stabil. Diese Vertragsniveaus spiegeln die Zuversicht wider, dass der Spotmarkt nicht zu den extremen Tiefstständen von Anfang des Jahres zurückkehren wird, sei es aufgrund einer wieder anziehenden Nachfrage oder eines effektiven Kapazitätsmanagements der Spediteure.

Auch in der Luftfracht veranlasst das Nachfrageniveau Spediteure wie UPS dazu, die Zahl ihrer Flüge zu reduzieren, während einige (wenn auch sicher nicht alle) Spediteure immer noch mit einem saisonalen Anstieg der Nachfrage im weiteren Verlauf des Jahres rechnen.

19.4.2023: Streiks in Frankreich stören Lieferketten

(Timocom) Die flächendeckenden und anhaltenden Streiks in Frankreich haben dazu geführt, dass die Lieferketten der Unternehmen gestört sind, was zu Verzögerungen und Lieferengpässen führt. Auch der Kostendruck steigt, da die Spediteure gezwungen sind, alternative Routen und Transportmittel zu nutzen. Die blockierten Straßen und Grenzübergänge sowie die Niederlegung der Arbeit haben den Warenverkehr zwischen Frankreich und den Nachbarländern stark beeinträchtigt.

Auch Deutschland, als einer der wichtigsten Handelspartner Frankreichs, ist von den Auswirkungen der Streiks betroffen. So ist bei den Transporten von Deutschland (DE) nach Frankreich (FR) ein Minus von 55 Prozent und in umgekehrter Richtung ein Rückgang von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Auch die Transporte innerhalb von Frankreich haben – wie zu erwarten – abgenommen. Profitieren konnte davon ein anderes Land: Im Gegensatz dazu stiegen die Transporte von Italien (I) nach Frankreich (FR) im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent.

19.4.2023: Timocom Transportbarometer: Erste leichte Trendumkehr?

Das Transportbarometer von Timocom sieht eine leichte Trendumkehr bei der Nachfrage und dem Angebot von Frachten. Die ersten Monate des Jahres 2023 waren geprägt von hohen Energiepreisen, Konsumzurückhaltung, hohen Lagerbeständen und geringeren Auftragseingängen. Der Ausblick der Wirtschaft auf das laufende Jahr ist uneinheitlich und die Auswirkungen auf die Transportbranche mehr als ungewiss.

Nachdem in den ersten beiden Monaten dieses Jahres nochmal deutlich weniger Frachtangebote eingestellt wurden als im Vorquartal, ist die Anzahl im März mit einem Plus von 42 Prozent europaweit wieder spürbar angestiegen. Damit ist erstmals seit Herbst 2023 eine Trendumkehr beim Rückgang der Nachfrage an Laderaum zu erkennen. Das gesamte Quartal liegt aber immer noch um 25 Prozent unter dem Vorquartal.

24 Prozent mehr Laderaumangebote im ersten Quartal

Bei der Anzahl an Eingaben an freiem Laderaum ist im ersten Quartal 2023 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16 Prozent – gegenüber dem vierten Quartal 2022 ist ein Anstieg um 24 Prozent zu erkennen. Dies ist aber eher eine Folge der geringeren Verfügbarkeit an Frachtangeboten und nicht etwa auf zusätzliche Kapazitäten am Markt zurückzuführen. Diese bleiben knapp, nicht zuletzt auch wegen des Fahrermangels und der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Zudem bestätigt dies die steigende Tendenz aus dem Vorquartal, langfristige Verträge mit Dienstleistern abzuschließen und sich verfügbare Kapazitäten zu sichern.

Sie möchten gerne weiterlesen?