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Einkauf Racksysteme: Die richtige Beschaffung von Racksystemen

| von Dörte Neitzel
Generell lassen sich in einem IT-Rack sowohl Server- als auch Netzwerktechnik montieren Die standardisierte Grundausstattung eines IT-Racks besteht aus einer flexiblen 19-Zoll-Montageebene, geteilten Seitenwänden mit Schnellverschluss und einer optimierten Kabeleinführung mit Bürstenleisten Damit erfüllt der Schrank bereits nahezu alle Anforderungen an Netzwerk- und Server-Schränke Am Anfang einer Investitionsentscheidung steht die Frage, wofür der IT-Schrank (englisch: Rack) genutzt wird. Generell lassen sich in einem IT-Rack sowohl Server- als auch Netzwerktechnik montieren. Die standardisierte Grundausstattung eines IT-Racks besteht aus einer flexiblen 19-Zoll-Montageebene, geteilten Seitenwänden mit Schnellverschluss und einer optimierten Kabeleinführung mit Bürstenleisten. Damit erfüllt der Schrank bereits nahezu alle Anforderungen an Netzwerk- und Server-Schränke.

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Bei Mischbestückung mit Server- und Netzwerktechnologie in einem Schrank sollte ein Schrank mit einer Breite von 800 mm gewählt werden.

Auf die Nutzung kommt es an

Die geplante Nutzung des Schranks bestimmt die benötigten Abmessungen. In einem Netzwerkschrank werden einzelne Komponenten seitlich umfassend verkabelt, sodass dieser meist eine Breite von 800 mm besitzt und darüber hinaus eine Tiefe von bis zu 1 000 mm. Für den reinen Serverschrank ist eine Breite von 600 mm ausreichend, da sich die Strom- und Netzwerkkabel in der Regel auf der Rückseite befinden und seitlich keinen Raum beanspruchen. Der Schrank ist 1 000 bis 1 200 mm tief.

Bei Mischbestückung mit Server- und Netzwerktechnologie in einem einzigen Schrank muss die Breite 800 mm betragen, die Tiefe 1 000 bis 1 200 mm. So lassen sich Netzwerkverteiler, Patchfelder und PDUs (Power Distribution Units) zur Stromversorgung sowie größere Mengen an Kabeln bequem installieren. Die jeweils passende Höhe wird über die benötigten Höheneinheiten (HE) ermittelt. Ein Schrank mit 42 HE ist etwa zwei Meter hoch und heute die meistverwendete Höhe.

Wie soll der Schrank geschützt werden?

Der IT-Schrank gilt als ein wichtiges Element des Sicherheitskonzepts. Hiermit verhindern Unternehmen den physischen Zugriff unbefugter Personen auf die eigenen Daten und schützen die empfindlichen IT-Komponenten vor Gefahrenquellen wie korrosiven Gasen, Feuer und Rauch, Trümmerlasten, Staub, Wasser oder EMV-Strahlung. Diese Anforderungen werden nur zum Teil von einem herkömmlichen IT-Schrank erfüllt. Wer ein hohes Schutzniveau für die eigene IT-Umgebung benötigt, greift auf spezielle Sicherheitslösungen zurück, die eine zusätzliche Umhausung des IT-Racks bieten.

Der Standort des IT-Schranks entscheidet über den Schutzbedarf. Die Schutzklasse wird in der internationalen IP-Norm („International Protection“) ausgedrückt. Steht der IT-Schrank in einer Büroumgebung, ist ein Zugriffsschutz gemäß IP20 mit einer abschließbaren Tür ausreichend. Abschließbar sollte ein Schrank auch in einer Produktionshalle sein und darüber hinaus die Schutzart IP55 unterstützen, um so zum Beispiel gegen Staub und Strahlwasser geschützt zu sein. In einem abschließbaren Raum sowie in einem geschlossenen Rechenzentrum genügt ebenfalls IP20.

Wie gut ein Gehäuse oder ein Raum einem Einbruchsversuch widerstehen, wird in der Resistance Class (RC) beschrieben. In der Stufe RC 2 sollte es einem Gelegenheitstäter innerhalb von drei Minuten nicht gelingen, mit einfachen Werkzeugen wie einem Schraubenzieher einen IT-Schrank zu öffnen. Darüber hinaus macht das europäische Regelwerk EN 50600 Vorgaben zur Energieeffizienz sowie zu Verfügbarkeits- und Schutzklassen. Diese sind in der Planungsphase eines Rechenzentrums umzusetzen, sonst drohen haftungsrechtliche Konsequenzen.

Energieversorgung

Strom und Klimatisierung sind die beiden wesentlichen Versorgungspfade im Rechenzentrum. Gerade hier kann ein standardisiertes Vorgehen hohe Synergieeffekte haben, denn die beiden Ressourcen müssen an jedem Rack in der gleichen Art angeliefert werden.

Beim Aufbau eines IT-Schranks sind PDUs (Power Distribution Units) eine zentrale Komponente, da hiermit die Stromversorgung aller installierten IT-Geräte erfolgt. Vor dem Kauf und der Konfiguration des Serverschranks sollte die Kabelführung präzise geplant sein. Viele aktive IT-Komponenten verfügen über eine redundante Stromversorgung und haben dafür zwei Netzteile eingebaut. Dies bedeutet für den Innenausbau, dass auch die PDUs entsprechend redundant ausgelegt sein müssen. Der IT-Schrank selbst wird üblicherweise über CEE-Drehstromsteckverbinder beziehungsweise CeKon-Stecker mit dem Stromnetz verbunden. Hier gibt es rote Steckverbinder für Dreiphasenwechselstrom mit Neutral- und Schutzleiter und einer Nennspannung von 400 Volt sowie den blauen Verbinder-Typ mit nur einem Außen-, Neutral- und Schutzleiter für eine Spannung von 230 Volt.

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Am Anfang einer Investitionsentscheidung steht die Frage, wofür der IT-Schrank (IT-Rack) genutzt wird.

Bei der Planung sollte zunächst der Energiebedarf bestimmt werden, der sich durch die Belegung des IT-Schranks ergibt. Ein Blick in die Datenblätter der zu installierenden IT-Komponenten ergibt den Gesamtwert der elektrischen Leistungsaufnahme. Die Werte ergeben addiert den gesamten Energieverbrauch. Bei kleineren IT-Installationen werden IT-Schränke selten in der vollen Bauhöhe über alle 42 Höheneinheiten mit aktiven Komponenten belegt. Rund 5 kW pro IT-Schrank ist ein gängiger Mittelwert für eine kleinere IT-Umgebung. Früher wurden Rechenzentren über den Doppelboden gekühlt. Das Konzept ist simpel und günstig einzubauen, aber ineffizient.

Senoren für die Überwachung

Der Administrator benötigt Zugriff auf viele Betriebsparameter, ohne das Rechenzentrum betreten zu müssen. Hierfür sollten Überwachungssysteme durch Sensoren die wichtigsten Werte im IT-Rack erfassen. Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, erfolgt unmittelbar eine Information an einen Leitstand, eine Benachrichtigung per Mail oder per SMS.

Autoren: Bernd Hanstein (Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT bei Rittal), Kathrin Irmer

Bilder: Rittal


Checkliste für den Einkauf von Racksystemen

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Einsatzzweck: Server- und Netzwerk-Schränke haben unterschiedliche Abmessungen. Bei Mischbestückung mit Server- und Netzwerktechnologie sollte ein Schrank mit einer Breite von 800 mm gewählt werden.

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Standort: Der Standort des IT-Racks entscheidet über den Schutzbedarf. In einer Produktionshalle sollte der IT-Schrank die Schutzart IP55 unterstützen, um zum Beispiel gegen Staub und Strahlwasser geschützt zu sein.

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Standardisierung: Eine standardisierte Schrankplattform vereinfacht beispielsweise die Instandhaltung und die Erweiterung.

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Modularität: Für mehr Effizienz beim individuellen Innenausbau sorgen modular aufgebaute Systeme und eine werkzeuglose Schnellmontage-Technik.

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Energiebedarf: Dieser bestimmt die Belegung des IT-Schranks. Ein Blick in die Datenblätter der zu installierenden IT-Komponenten ergibt den Gesamtwert der elektrischen Leistungsaufnahme.

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Klimatisierung: Moderne Klima-Konzepte von Rechenzentren arbeiten mit einer Gangeinhausung oder Kombination aus Doppelboden-Kühlung und Gangeinhausung. Auf keinen Fall ein herkömmliches Klimagerät aus dem Baumarkt für die Raumkühlung verwenden, da diese Geräte nicht auf einen 24-Stunden-Dauerbetrieb ausgelegt sind.

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Kabelführung für Stromversorgung planen: Viele aktive IT-Komponenten verfügen über eine redundante Stromversorgung und haben dafür zwei Netzteile eingebaut. Dies bedeutet für den Innenausbau, dass auch die PDUs (Power Distribution Units) entsprechend redundant ausgelegt sein müssen.

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IT-Sicherheit: Ein Konzept zur Gefahrenabwehr für die physischen IT-Strukturen ist ein elementarer Bestandteil jeder IT-Planung. Zudem macht das europäische Regelwerk EN 50600 Vorgaben zur Energieeffizienz sowie zu Verfügbarkeits- und Schutzklassen.

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Monitoring für Sicherheit und Effizienz: Bei der Auswahl eines Rack-Systems prüfen, welche Module zum Monitoring wichtiger Verbrauchswerte vom Hersteller verfügbar sind. Tipp: Häufig sind DCIM-Lösungen für das Monitoring kompletter Rechenzentren ausgelegt. Wer nur einige wenige Serverschränke betreibt, kommt oft mit der vom Rack-Hersteller angebotenen Software aus.


Drei Fragen an… Stephan Drescher, envia TEL GmbH

Herr Drescher, wo setzen Sie IT-Racks bei sich ein?

IT-Racks werden von envia TEL in großer Zahl für Housing-Produkte im eigenen Datacenter eingesetzt. Innerhalb der enviaM-Gruppe werden IT-Racks für die TK-Ausstattung eines jeden Umspannwerkes verwendet.

Welche Parameter sind beim Einkauf der IT-Racks für Sie wichtig?

Wichtig für envia TEL sind eine hohe Qualität, Vollständigkeit und Unversehrtheit der Lieferung, verbindliche und kurze Lieferzeiten sowie ein verlässlicher Logistikpartner. Denn die Aufgabe von Rittal ist erst dann erledigt, wenn der Schrank seinen Stellplatz eingenommen hat.

Wie wichtig ist die einfache Erweiterbarkeit für Sie?

Einfache Erweiterbarkeit spielt eine untergeordnete Rolle, denn das ist nicht das Tagesgeschäft. Schnellverschlüsse sind von Vorteil, werden aber eher wenig genutzt. Hier relativiert sich der Zeitgewinn. Fehlende Erweiterbarkeit darf aber nicht zum Hemmnis werden.