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Bild: Scheuersaugmaschinen-Kärcher

Bei einfachen Methoden, wie der Reinigung mit Wischmopp, entfallen über 80 Prozent Kosten auf den Personaleinsatz – und zudem lässt das Ergebnis zu wünschen übrig

Der Betriebswirtschaftler wird dabei den Schwerpunkt auf die Frage nach Kosten und der effizienten Auslastung der Reinigungsmaschine legen, der Gebäudemanager auf das zu erzielende Reinigungsergebnis und der Anwender – so er denn gefragt wird – auf eine gute Bedienbarkeit. Auch muss darauf geachtet werden, dass die Maschine bestmöglich an das Betriebsgelände, den Bodenbelag und das Nutzungsprofil angepasst ist. Folgende Punkte sollten daher im Mittelpunkt der Überlegungen stehen:

  • die Größe und Gestaltung der zu reinigenden Fläche,
  • die Gerätetechnik,
  • die Beschaffenheit des Bodens und die Verschmutzungsart,
  • das Anwender Know-how und
  • die Services des Anbieters.

Für kleinere bis mittlere Räume von 100 bis 4.000 m² rechnen sich handgeführte, wahlweise mit Fahrantrieb ausgestattete Maschinen. Diese lassen sich sehr intuitiv bewegen und können auch an Engstellen und überbauten Flächen eingesetzt werden. Alternativ kann ab etwa 1.200 m² bereits über eine Aufsteh- oder Aufsitz-Scheuersaugmaschine nachgedacht werden, die ein kräfteschonenderes und schnelleres Arbeiten ermöglicht. Bei Hallen ab 4.000 m² sind generell Aufsitzscheuersaugmaschinen zu empfehlen, deren Flächenleistung mehr als doppelt so hoch ist wie die von handgeführten Geräten. Bei größeren Ausführungen gilt es allerdings, die Größe und den Wendekreis zu berücksichtigen, damit enge Gänge und Kurven nicht zum Hindernis werden.

Gerätetechnik: effizientes und wirtschaftliches Arbeiten

Ein möglichst langes, unterbrechungsfreies Arbeiten steigert die Effizienz und ist daher von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Durch die größeren Tanks der Aufsteh- und Aufsitzmaschinen müssen die Behälter für Frisch- und Schmutzwasser im Vergleich zu handgeführten Maschinen seltener nachgefüllt beziehungsweise geleert werden. Generell wichtig für lange Betriebszeiten ist die Batteriekapazität, wenn sich ein Netzbetrieb aus Gründen der Flächengröße und Manövrierbarkeit nicht anbietet.

Darüber hinaus sollte auf den Verbrauch und die Energieeffizienz des Gerätes geachtet werden. Wo sowohl starke Verschmutzungen entfernt als auch die normalen Unterhaltsreinigungen erledigt werden sollen, sind daher Maschinen mit Eco-Modus ratsam. Bei diesen kann für hartnäckige Verschmutzungen die Maximalleistung eingestellt werden, während für eine Unterhaltsreinigung oft schon ein geringerer Anpressdruck, eine reduzierte Bürstendrehzahl und ein niedrigerer Wasser- und Reinigungsmitteleinsatz genügen. Folgende Hilfen für die Fahrzeugrüstung verkürzen die Unterbrechung der Reinigungsintervalle: automatische Frischwasserbefüllung über den Wasseranschluss, die automatische Tankspülung, die Verkeimung verhindert, und eine Ausstattung mit Schnellwechsel-Bürsten.

Walze oder Scheibe?

Grundsätzlich wird bei Scheuersaugmaschinen zwischen Walzen- und Scheibentechnik unterschieden: Walzen erzielen aufgrund des höheren Anpressdrucks eine gute Tiefenwirkung bei wenig Wasserverbrauch und eignen sich dadurch sehr gut für strukturierte Böden, für hartnäckigen, festsitzenden Schmutz und für die Grund­reinigung.

Zusätzlich besteht der Nutzen einer Kehrfunktion. Scheibenmaschinen hingegen decken in kürzerer Zeit eine größere Fläche ab und eignen sich daher besser für die regelmäßige Unterhaltsreinigung. Sie empfehlen sich durch ihre niedrigere Geräuschentwicklung insbesondere für Krankenhäuser und ganz allgemein für Räume mit Publikumsverkehr. Sind in dem zu reinigenden Gebäudekomplex stark unterschiedliche Böden verlegt, sollte zudem die Möglichkeit bestehen, Scheibe und Bürste mit geringem Aufwand und werkzeuglos gegeneinander auszutauschen.

Einkaufsführer: Scheuersaugmaschinen

Bild: Bodenreinigung – Kärcher

 

Um Nutzungsfehler zu vermeiden, stellen eine einfache, intuitive Bedienung, eine klare Betriebsdatenanzeige und gut erreichbare sowie leicht bedienbare Schalter weitere Auswahlkriterien dar. Verständliche Symbole beispielsweise helfen gerade fachfremdem Personal dabei, die Maschine korrekt zu bedienen. Dies ist umso wichtiger, als für ein sehr gutes Ergebnis Bürstenmaterial, Reinigungsmittel und -dosierung, Anpressdruck, Fahrtempo und sonstige Parameter aufeinander abgestimmt sein müssen. Für eine bestmögliche Kontrolle gibt es inzwischen Schlüsselsysteme, bei denen der Vorarbeiter die Einstellungen festlegt und der jeweilige Nutzer nur noch zwischen definierten Betriebsmodi wählen kann.

Service- und Finanzierungsoptionen

Generell sollte der angebotene Service in alle Überlegungen mit einfließen – bestimmt er doch letztlich über die Verfügbarkeit der Maschinen. Üblicherweise werden regelmäßige Inspektionen und die Durchführung der vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen ange­boten. Wo allerdings höhere Sicherheit und durchgängige Einsetzbarkeit erforderlich sind, empfiehlt es sich, umfassendere Servicepakete inklusive Austausch von Verschleiß- und Verbrauchsteilen zu beauftragen, um plötzlichen Ausfällen vorzubeugen. Auch gibt es bei den Reaktionszeiten große Unterschiede, je nach Servicelevel und Infrastruktur des Herstellers.

Eine völlig neue Form von Service stellen sogenannte Fleet-Management-Systeme dar. Sie ermöglichen es, via GPS und Mobilfunk, jederzeit aktuelle Daten zu Standort, Leistung und Zustand von Reinigungsmaschinen abzufragen und diese übersichtlich für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten. Auch gibt es mittlerweile Apps für die Serviceberatung und -beauftragung.

Letztlich gehört zu einem guten Service auch eine gute Beratung, die ganz am Anfang der Entscheidungsfindung stehen sollte. Um die geeignete Konfiguration der Maschine zu finden, sollte daher ein Experte des Anbieters die Bedingungen vor Ort begutachten. Bei solchen Besuchen werden nicht nur die oben diskutierten Themen angesprochen, sondern es fallen mitunter auch zusätzliche Aspekte auf, die ein Laie nicht bedenkt.

Hat man sich für einen Anbieter und ein Gerät entschieden, muss noch eine weitere Wahl getroffen werden: Neukauf, ­Gebrauchtmaschine, Leasing oder Miete. Hier ist festzustellen, dass gut aufbereitete und geprüfte Gebrauchte neuen Modellen meist in nichts nachstehen – wenn die Überholung von Fachleuten, am besten vom Hersteller selbst, durchgeführt wurde. Gleiches gilt für Mietgeräte: Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass der Vermieter Erfahrung mit dem Maschinentyp hat. Wer die Maschinen länger einsetzen möchte, ohne gleich Kapital dadurch zu binden, für den bietet sich eine Leasing-Regelung an, wahlweise als Vollamortisationsvertrag, Restwertvertrag oder Mietkauf.

Autoren: Frank Senner, Manager Product Management Scrubber Driers, Kärcher, und Kathrin Irmer

 

Checkliste für den Einkauf von Scheuersaugmaschinen

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Wie groß ist die zu reinigende Fläche? Gibt es Engstellen oder sonstige Hürden?

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Welche Verschmutzungen müssen vorwiegend beseitigt werden?

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Wie viel Zeit ist für die Reinigung eingeplant? Sind häufigere Pausen zum Aufladen und Rüsten der Maschinen vertretbar oder soll viel Fläche in kurzer Zeit gereinigt werden?

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Welche Ansprüche bestehen an die Sauberkeit? Sollen auch Grundreinigungs- oder Polierarbeiten durchgeführt werden?

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Welcher Bodenbelag ist verlegt? Wie empfindlich ist das Material?

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Wer bedient die Maschinen? Sind die Geräte dafür ausreichend ergonomisch und selbsterklärend?

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Wie wichtig ist die durchgängige Verfügbarkeit?

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Wie hoch ist die Verschleißfestigkeit und wie teuer sind Ersatzteile?


Einkaufsführer in Zusammenarbeit mit Kärcher

Das Familienunternehmen Kärcher ist weltweit führender Anbieter für Reinigungstechnik und bietet mit Hochdruckreinigern, Saugern und Dampfreinigern, Pumpen für Haus und Garten, Kehr- und Scheuersaugmaschinen, Kfz-Waschanlagen, Reinigungsmitteln, Trockeneis-Strahlgeräten, Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen und Wasserspendern innovative Problemlösungen an. Sie umfassen aufeinander abgestimmte Produkte, Reinigungsmittel und Zubehöre sowie Beratung und Service. Die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG beschäftigt in 60 Ländern über 11 138 Mitarbeiter in 100 Gesellschaften. Für eine lückenlose Versorgung der Kunden auf der ganzen Welt sorgen mehr als 50 000 Servicestellen in allen Ländern. Innovation ist für das Unternehmen der wichtigste Wachstumsfaktor: Etwa 90 % aller Produkte sind fünf Jahre alt oder jünger. Insgesamt arbeiten bei dem Reinigungsgerätehersteller mehr als 900 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung.