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Kabel sind omnipräsent – trotz ‚Bluetooth’ und ‚Wireless’. Sie kommen überall zum Einsatz: von Maschinenbau und Industrieautomation über Kran- und Fördermittelanlagen, IT und Nachrichtentechnik bis zur filigranen Medizinelektronik. Sie transportieren  Energie und Informationen, sowohl analog als auch digital. Kabel überbrücken lange oder kurze Distanzen, auch bei schwierigsten Umgebungsbedingungen. Auch wenn die meisten Kabel – als klassische Rund- oder Flachleitung – äußerlich eher ähnlich und unscheinbar daher kommen, gibt es eine fast unüberschaubare Vielfalt: Energiekabel, Maschinen-Steuerkabel, Bus-Kabel, Systemkabel, Niederfrequenz- und Hochfrequenzkabel, Lichtwellenleiterkabel und viele mehr.

Systematisch erfasst werden Kabel in der Kategorie ‚passive elektromechanische Bauelemente’, wobei ‚passiv’ nicht zu wörtlich genommen werden sollte. Bei vielen Kabeln handelt es sich um heftig bewegte Bauteile der elektrischen Verbindungstechnik, die als systemkritische Komponenten für das Funktionieren komplexer Maschinen und Anlagen verantwortlich sind. Um das Ausfallrisiko zu minimieren und teure Reparaturen oder Stillstandzeiten zu verhindern, sollten die Kabel frühzeitig von Konstrukteuren und Entwicklern genauestens in Augenschein genommen werden. Sie mit dem gebotenen Respekt zu behandeln,  statt sie fahr- und nachlässig als ‚unwichtige Schnürsenkel’ auf die leichte Schulter zu nehmen, bildet eine solide Grundlage für den erfolgreichen Einkauf der ‚richtigen’ Kabel.

Die Welt der Kabel kann schnell unübersichtlich werden. Deshalb ist es unbedingt notwendig, das Einsatzprofil genau zu kennen.

Bild: Welt der Kabel – TKD Kabel

 

Entscheidend für das Aufspüren der optimierten Kabellösung ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Unter dem Strich geht es um ein möglichst präzises Einsatzprofil der für die konkrete Anwendung gewünschten Leitung. Zu klären ist etwa, ob große oder kleine Leistungen zu übertragen sind. Und unter welchen Umgebungsbedingungen (z.B. mechanische, thermische und/oder chemische Belastung) der Strom- und/oder Datentransfer erfolgt. Teil des Lösungsbaukastens sind Kabel und Leitungen mit den unterschiedlichsten Innenleben und Aufbauten sowie völlig verschiedenen Schirm- und Mantellösungen.

Millionenfache Biegewechsel: PUR

Geht es etwa um Einsätze mit millionenfachen Biegewechseln, kommen hochverlitzte Innenleiter aus Kupfer in Verbindung mit einem passgenau ausgelegten Polyurethan-Mantel (PUR) zum Einsatz. PUR besticht durch hohe mechanische Flexibilität  und ist Favorit bei dauerbewegten Automationskabeln. Es eignet sich wegen seiner Beständigkeit gegen Hydraulikflüssigkeit und Mineralöle als idealer Mantelwerkstoff für Maschinenbau oder Robotertechnik. Durch das Beimischen unterschiedlicher Additive lässt sich PUR individuell, etwa auf extreme Abriebfestigkeit, einstellen.

Sind heftige elektromagnetische Störungen ein Thema, können die Kabel mit individuellen Schirmlösungen geschützt werden Das Spektrum reicht von Geflechten und Folien bis zu komplexen Multi-Lösungen, die verschiedene Schirme miteinander kombinieren. Auf der Werkstoffseite kommt klassisches Kupfer ebenso zum Einsatz wie halbleitende Materialien und spezielle hochpermeable Legierungen.
Gute Schirmung ist die Kunst, ungewollte Signale gezielt in ihrer Entstehung und Ausbreitung zu unterdrücken. Schon durch ihre Länge sind Kabel der Gefahr von elektromagnetischen Störungen ausgesetzt. Die vergleichsweise großen Einsatzlängen von Kabeln führen dazu, dass  eine Verkopplung mit magnetischen und elektrischen Feldern zustande kommen kann und unerwünschte Signale in den Leitungen induziert werden. Passgenaue Schirmlösungen wirken diesem „Antennen-Effekt“ gezielt entgegen.

Kabelmix - TKD Kabel

Bild: Kabelmix – TKD Kabel

 

Zertifizierte Sicherheit ist ein weiterer Aspekt, der bei der Kabelauswahl eine wichtige Rolle spielt. Rundum bekannt sind VDE-geprüfte Kabel. Wie durchdacht dieser Ansatz ist, zeigt die Vielzahl von Kabelnormen und -zulassungen: die Liste der vom VDE geprüften Kabelprodukte ist rund fünfzig Bildschirmseiten lang.

Geht es um Export in Richtung Nordamerika, greifen die landestypischen Zertifizierungen UL (Underwriters Laboratories) und CSA (Canadian Standards Association), ohne die in den USA oder Kanada „nichts geht“. Viele nordamerikanische Vorschriften leiten sich aus dem ‚National Electric Code’ (NEC) ab, der Standards für elektrische Anlagen beinhaltet und auf besonderen Brandschutz ausgelegt ist. Eine  weitere US-Vorgabe, die im Medizinbereich greift, ist die FDA-Zulassung (Food & Drug Administration).
Die Entscheidung, ob von der Stange oder echt maßgeschneidert: Dies ist eine andere Thematik, die sich im Vorfeld von Kabeleinkäufen aufdrängt. Während sich große Teile der Nachfrage – schnell und  preiswert – über standardisierte Kabelkataloge abdecken lassen, gibt es immer wieder ‚exotische’ Anwendungen, die auf maßgeschneiderte Sonderlösungen hinauslaufen. Während Preiswürdigkeit und direkte Verfügbarkeit eine große Rolle bei standardisierten Leitungen spielen, sind waschechte Spezialleitungen von A bis Z auf ihren sehr individuellen Einsatz hin ausgelegt – und in der Regel preislich anders gestaltet.

Anwendungsorientierte Beratung

Meterware oder anschlussfertig konfektioniert? Dies ist eine weitere Frage, die im Vorfeld von Kabelbestellungen auf der Agenda steht. Besonders wichtig sind die für die Kabel vorgesehene Anschlusstechnik und damit das weite Feld der elektrischen Steckverbindungen. Es ist nicht unbedingt typisch, dass der Lieferant eines Kabels und der Steckertechnik  identisch ist. Kompetente Kabelanbieter haben sich jedoch intensiv mit Steckverbindern und mit Fragen der Kabelkonfektion beschäftigt und beraten ihre Kunden anwendungsorientiert.

Auch Logistik spielt eine wichtige Rolle bei der Beschaffung von Kabeln. Hier geht es vielschichtig zu, da Kabel besonderer Verpackungsformen bedürfen: Zur Auswahl stehen etwa Ring, Spule, Trommel oder Fass, je nach Kabeltyp und Verarbeitung bzw. Einsatz beim Kunden. Während Katalogkabel in der Regel direkt – mit Just-in-time- oder KANBAN-Lösungen – geordert werden können, greift clevere Logistik auch bei den maßgeschneiderten Sonderkabeln. Rahmenvertrag lautet der Schlüsselbegriff, bei dem es um eine günstige Preisgestaltung auch über längere Lieferzeiträume geht. Kosten sind eben immer ein Thema!

von Martin Wendland


Checkliste für den Einkauf von Kabeln

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Sensibilisierung – Kabel als bedeutende Komponente

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Fragenkatalog zum tatsächlichen Einsatzprofil

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Zulassungen – u.a. wichtig für Export

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Katalogsortiment oder maßgeschneiderte Speziallösung

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Meterware oder anschlussfertig konfektioniert

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Logistik – Just-in-Time und/oder KANBAN

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Rahmenverträge bei Sonderkabeln


Firmenporträt: TKD KABEL

TDK zählt zu den weltweit führenden Anbietern von katalogbasierten Spezialkabeln.

Bild: Firmenzentrale TDK Kabel

 

Mit einem Umsatz von 75 Mio Euro ­gehört die TKD KABEL GmbH zu den weltweit führenden Anbietern von katalogbasierten Spezialkabeln. Neben dem Basissortiment aus rund 26.000 verschiedenen Leitungen und Kabeltypen, das im gut 650 Seiten starken Katalog gebündelt ist, gibt es kundenspezifische Leitungen, anschlussfertige Kabelsysteme sowie Zubehör, das mit über 10.000 Artikeln im separaten Tekaplus-Katalog gelistet ist. Schnittstelle zum Markt bilden zwei deutsche Kompetenz-Zentren. Der Kunden-Service reicht von der Beratung über Engineering bis zum After-Sales-Support. Reibungslose Logistik garantiert ein modernes Zentrallager in NRW, das einen 24-Stunden-Lieferservice bietet. Zugreifen kann TKD auf das globale Know-how und die Fertigungstiefe der Konzernmutter TKH-Group (Umsatz 2009: 726 Mio Euro, Mitarbeiter: 3.564).

Weitere Informationen: www.tkd-kabel.de