Nidec-Radnabenmotor

Bild: Nidec

| von Dörte Neitzel

Nidec, ein japanischer Hersteller von Elektromotoren, hat einen Radnabenmotor für Autos vorgestellt. Was bei E-Bikes gang und gäbe ist, soll nun auch in Autos Einzug halten: der Einbau des Motors in die Räder. Das soll Entwicklern nicht nur mehr Freiheiten für die Gestaltung der Karosserie geben, es sollen auch völlig neue Fahreigenschaften ermöglichen.

Hohe Leistung pro Rad

Der Prototyp des Radnabenmotors, den Nidec jetzt vorgestellt hat, soll sehr leistungsfähig sein: Jeder Motor bringt 135 PS auf die Straße – bei einem Gewicht von 32 Kilogramm. Damit wird allerdings das Gewicht der Räder erhöht, was die Federung erschwert. Laut Nidec ist der Motor sowohl für Front- als auch Heckantrieb sowie 4-Rad-Antrieb geeignet.

Ein weiterer Vorteil: Die Räder lassen sich einfacher einzeln lenken, also unterschiedlich schnell in verschiedene Richtungen lenken. Auch die Stabilitäts- und Traktionskontrolle soll sich verbessern. Kurven sollen so enger als bisher durchfahren werden – im Extremfall könnte sich das Auto auf der Stelle drehen.

Radnabenmotor für Autos ab 2023 zu haben?

Nidec plant, seinen Radnabenmotor bis 2023 serienreif fertigen zu können – und zwar für viele Modelle. Bislang passt der Motor lediglich in 20-Zoll-Reifen.

Nidec ist übrigens mit dem französischen Autohersteller PSA verbandelt. Die beiden hatten im vergangenen Jahr ein Joint Venture gegründet, um Elektroantriebe zu entwickeln. Großgeworden ist Nidec unter anderem mit Festplattenmotoren. In einem Handelsblatt-Interview sagte Unternehmenschef Shigenobu Nagamori, dass man diese Erfahrung nutzen werde, um die Radnabenantriebe für Autos weiter zu miniaturisieren.

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