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| von Dörte Neitzel

Fachwissen alleine reicht heutzutage nicht mehr aus, vielmehr sind Soft Skills – vor allem in Führungspositionen – zu Schlüsselqualifikationen geworden. Es gibt einige “weiche” Fähigkeiten, die bei der Suche nach einem neuen Job oder auch im akuellen Job besonders wichtig sind.

Kommunikationsfähigkeit: Den Informationsfluss steuern

Was verlangt wird: Effiziente Kommunikation, die der Situation und dem Gesprächspartner angemessen ist.

Anwendung im Berufsalltag: Die Kommunikationssituationen im Berufsalltag sind vielfältig. Sie reichen vom täglichen Informationsabgleich mit den Teamkollegen über das Projektupdate für den Chef bis zur Präsentation vor der ganzen Abteilung oder dem Kunden.

Worauf es ankommt: Informationen müssen zum passenden Zeitpunkt und gut aufbereitet bei der Zielperson ankommen. Das verlangt danach sich auf das Wesentliche zu beschränken, um den Kommunikationspartner nicht zu verwirren. Höflicher und vertrauensvoller Umgang sind die Grundvoraussetzung. Beispielsweise darf nicht der Eindruck entstehen, dass Sie Informationen zu Ihrem Vorteil zurückhalten.

Training der Kommunikationsfähigkeit: Wenn Ihnen die Kommunikationskultur in einem Unternehmen noch neu ist, sollten Sie aufmerksam beobachten. Wie kommunizieren Ihre Kollegen und Vorgesetzten? Treffen Sie genaue Absprachen bei Deadlines und fragen Sie am Ende des Gesprächs nach, ob alles verstanden wurde. So werden Sie Unklarheiten in Ihrer Kommunikation erkennen und Ihre Qualifikation automatisch verbessern. Nutzen Sie Gelegenheiten wie Präsentationen aus, um Routine zu gewinnen und Ihre Fertigkeiten auszubauen.

Selbstbewusstsein: Die eigenen Möglichkeiten kennen

Was verlangt wird: Eine realistische Selbsteinschätzung Ihrer Leistungsfähigkeit und Qualifikation.

Anwendung im Berufsalltag: Ihr Chef muss wissen, wie viel Verantwortung er Ihnen übertragen kann. Sie selbst müssen Ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen. Mit Kunden wiederum müssen Sie die Erwartungshaltung abstimmen.

Worauf es ankommt: Es ist wichtig, die Grenzen der eigenen Möglichkeiten zu kennen, damit Sie weder unter- noch überfordert sind und genau die Aufgaben bearbeiten, in denen Sie am besten sind. Mit einer gesunden Selbsteinschätzung wissen Sie, wann Sie Ihren Chef um mehr oder andere Aufgaben und größere Verantwortung bitten sollten oder darum, dass Ihnen Kollegen Arbeit abnehmen.

Training des Selbstbewusstseins: Beobachten Sie sich selbst bei der täglichen Arbeit. Schätzen Sie zu Beginn einer Aufgabe zum Beispiel den zeitlichen Aufwand ein. Vergleichen Sie hinterher, ob Sie richtig lagen. Holen Sie außerdem die Meinung von Kollegen und Vorgesetzten ein. Denn die Einschätzung der eigenen Leistung kann manchmal verzerrt sein.

Teamfähigkeit: In einem Team zielführend zusammenarbeiten

Was verlangt wird: Seine Rolle im Team zu kennen und für den Erfolg des Teams zu arbeiten.

Anwendung im Berufsalltag: Bei den meisten Aufgaben und Projekten arbeiten Kollegen abteilungsintern oder -übergreifend zusammen. Optimale Ergebnisse gelingen nur, wenn dieses Zusammenspiel funktioniert.

Worauf es ankommt: Ziel ist es produktiv und konstruktiv mit anderen Menschen in Gruppen zu interagieren. Dafür ist es wichtig, dass Sie sich im angemessenen Umfang in eine Gruppe einordnen können. In jedem Team gibt es verschiedene Rollen. Daher müssen Sie sowohl ihre Rolle als auch die der Teamkollegen kennen und akzeptieren. Außerdem müssen Sie die eigenen Ziele mit denen des Teams in Einklang bringen.

Training der Teamfähigkeit: Ihre Fähigkeiten als Teammitglied steigern Sie durch regelmäßigen Austausch mit den Kollegen und dem Teamleiter. Lassen Sie die Meinungen anderer Teammitglieder gelten, so erreicht das Team den größten Erfolg.

Empathie: Sich in andere hineinversetzen

Was verlangt wird: Die Fähigkeit sich in die Rolle von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern zu versetzen und deren Sichtweise einzunehmen.

Anwendung im Berufsalltag: Um mit anderen Menschen produktiv zusammen zu arbeiten, sollten Sie den eigenen Standpunkt hinterfragen und verschiedene Sichtweisen zulassen können. Warum erledigt der Kollege seine Arbeit auf eine andere Art als Sie? Warum kommuniziert der Vorgesetzte manche Dinge knapp andere wiederum sehr ausführlich? Wer die Zusammenhänge versteht, kann die täglichen Abläufe effizienter gestalten und sich der jeweiligen Situation anpassen. Das erhöht nicht nur die Produktivität, sondern verbessert auch die Stimmung im Team.

Worauf es ankommt: Sie müssen verinnerlichen, dass verschiedene Menschen unterschiedlich mit Situationen umgehen. Das Ziel ist nicht den eigenen Kopf durchzusetzen, sondern einen möglichst reibungslosen Arbeitsablauf und gute Ergebnisse zu erreichen. Dafür sind Kompromisse nötig.

Training der Empathie: Regelmäßiger Austausch mit den Kollegen hilft dabei, deren Arbeitsweise zu verstehen. Ein guter Zeitpunkt dafür ist nach Abschluss eines Projekts. Scheuen Sie sich nicht, direkte Fragen zu stellen. Dadurch wird ein gegenseitiger Lernprozess angeregt. Während Neueinsteiger von der Erfahrung altgedienter Kollegen profitieren können, sollten sich erfahrene Mitarbeiter von der frischen Sichtweise junger Kollegen inspirieren lassen.

Kritikfähigkeit: Richtig mit Feedback umgehen

Was verlangt wird: Die Fähigkeit, reflektiert mit Kritik umzugehen.

Anwendung im Berufsalltag: Im Nachgang von Projekten, bei regelmäßigen Feedbackgesprächen und auch bei der täglichen Arbeit müssen Sie auf Kritik von Kollegen und Vorgesetzten reagieren. Ziel sollte dabei stets sein, Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit zu verbessern.

Worauf es ankommt: Sie müssen Kritik zum einen richtig einordnen und zum anderen angemessen reagieren. Nehmen Sie Kritik niemals persönlich. Denken Sie darüber nach, ob Sie gerechtfertigt ist. Verbessern Sie durch gerechtfertigte Kritik Ihre Arbeitsweise und weisen Sie ungerechtfertigte Kritik mit sachlichen Argumenten zurück. Versuchen Sie zunächst die Kritik aufzunehmen, ohne sich in Erklärungen oder Rechtfertigungen zu ergehen. Denken Sie in Ruhe darüber nach und ziehen Sie dann Ihre Schlüsse.

Training der Kritikfähigkeit: Je öfter Sie den im vorherigen Abschnitt beschriebenen Ablauf wiederholen, umso souveräner werden Sie auf Kritik reagieren.

Engagement und Eigenmotivation: Mehr als Dienst nach Vorschrift leisten

Was von Ihnen erwartet wird: Die Fähigkeit sich selbstständig zu motivieren und zielführend einzubringen.

Anwendung im Berufsalltag: Vorgesetzte sind dazu da, ihre Mitarbeiter zu motivieren. Aber auch als Mitarbeiter sollten Sie wissen, wie Sie sich selbst motivieren können. Motiviert zu sein, bedeutet, dass Sie auf etwas Lust haben. Wenn Sie Ihre eigenen Ziele kennen, setzt dies wiederum Motivation frei, diese zu erreichen. Haben Sie zum Beispiel Ihre beruflichen Ziele vor Augen und unterteilen Sie diese in kleinere Teilziele, die Sie Woche für Woche angehen. Dadurch setzen Sie Energie frei, mit der Sie die Erwartungen Ihrer Kollegen und Vorgesetzten übertreffen. Statt still Ihre Aufgaben abzuarbeiten, weisen Sie daraufhin, wie man Projekte aus Ihrer Sicht, effizienter erledigen könnte.

Worauf es ankommt: Leisten Sie nicht nur Dienst nach Vorschrift. Wenn Sie sich mit Ihrer Arbeit identifizieren und mit Begeisterung dabei sind, dann werden Sie sich auch mit Engagement einsetzen. Machen Sie es sich zum Ziel, Abläufe zu verbessern, statt sich eingespielten Gegebenheiten anzupassen. Denken Sie darüber nach, was Ihr Unternehmen voranbringen könnte? Damit Sie die nötige Energie aufbringen, müssen Sie wissen, wie Sie die eigenen Ziele mit denen des Unternehmens in Einklang bringen.

Training von Engagement und Eigenmotivation: Diese Fähigkeiten sind vor allem eine Frage der Einstellung. Sie müssen Ihre eigenen Ziele kennen und wissen, was Sie motiviert. Darüber hinaus müssen Sie wissen, was für Ihr Unternehmen wichtig ist und was es voranbringt. Anschließend können Sie die Schnittmenge aus beiden Bereichen bilden.

Bild: Antonioguillem/Fotolia.de

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