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| von Kathrin Irmer

Die bestbezahlten Abteilungsleiter mit 126.900 Euro kommen aus dem Marketing, am wenigsten verdienen mit 114.400 Euro die Mittelmanager im Bereich Logistik und Supply Chain Management. Das hat ein Vergleich von mehr als 21.000 Gehaltsdaten von deutschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Automobilherstellern und –zulieferern durch die Personal- und Talent-Management-Beratung Korn Ferry Hay Group ergeben. 

Damit liegt die Automobilindustrie knapp zwei bis drei Prozent unter einem Vergleich mit dem Gesamtmarkt aller Branchen (> 366.000 Mitarbeiter-Gehaltsdaten). „Wer in der deutschen Automobilindustrie arbeitet, verdient auf einem sehr hohen Niveau“, sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Korn Ferry. „Gerade beim Nachwuchs- und mittleren Management vergütet die Chemiebranche allerdings noch besser, Konsumgüter ziehen vor allem bei der Abteilungsleiterebene nach und überflügeln die Gehälter deutlich beim Top-Management.“

Die durchschnittlich höchsten Gehälter im mittleren Management in der Automobilindustrie erhalten aktuell Abteilungsleiter im Marketing (durchschnittlich 126.900 Euro inkl. variablem Anteil), gefolgt von Produktion (119.900 Euro), Technik und IT (jeweils 119.800 Euro). „Die Analyse unserer Daten offenbart einen maximalen Gehaltsunterschied von zehn Prozent, überwiegend liegt dieser Unterschied jedoch deutlich darunter“, sagt Thomas Gruhle. „Trotz der umfassenden Datenmenge, müssen hier noch statistische Ungenauigkeiten abgezogen werden. So dass man schlussendlich sagen kann, dass in der Automobilindustrie funktionsunabhängig bei dem Erreichen einer jeweiligen Ebene in einem sehr ähnlichen Niveau mit einer Abweichung im einstelligen Prozentbereich verdient wird.“

Deutliche Unterschiede im außertariflichen Junior Management

Deutlichere Unterschiede finden sich jedoch in den außertariflichen Stufen unterhalb des Mittelmanagements. Thomas Gruhle sagt: „Dort können die Gehaltsunterschiede bis zu 20 Prozent betragen.“ Die bestbezahlten Young Professionals kommen aus dem Projektmanagement (durchschnittlich 67.500 Euro inkl. variablem Anteil), gefolgt von IT (63.300 Euro), Qualitätssicherung (61.700 Euro) und Finanzen (60.600 Euro). Schlusslicht sind außertarifliche Mitarbeiter der Personalabteilung mit 56.700 Euro. „Je höher die technische Kompetenz, desto gefragter und damit besser bezahlt sind Mitarbeiter insbesondere auf den unteren außertariflichen Gehaltsstrukturen“, sagt Thomas Gruhle. „Je weiter sie aufsteigen, desto wichtiger werden aber Führungs- und überfachliche Kompetenzen. Ein Ingenieur wird nur dann zum Abteilungsleiter, wenn er auch führen kann. Gleiches gilt für Betriebswirte oder Juristen. Darum wird an das mittlere Management ein anderes Anforderungsprofil gestellt. Das hat eine relative Angeleichung der Gehälter zur Folge.“

Gehaltsniveau wächst im Jahr 2017 um 2,8 Prozent

Insgesamt ist das Gehalt in der Automobilindustrie im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent nominal gestiegen und liegt damit 0,3 Prozent über dem Gesamtmarkt. „Für das laufende Geschäftsjahr treffen wir die gleiche Prognose“, sagt Thomas Gruhle. „Trotz Diesel-Skandals und der Notwendigkeit, die deutsche Automobilindustrie in der Zukunft grundlegend zu verändern, schlägt sich diese Entwicklung nicht negativ aufs Gehalt nieder. Ganz im Gegenteil: Gerade die großen Automobilbauer wissen, dass sie heute um Kandidaten nicht mehr nur noch mit ihren unmittelbaren Wettbewerbern konkurrieren. Sondern zunehmend mit Tech- und IT-Unternehmen, die um die gleichen Bewerber buhlen. Das treibt die Gehaltspirale insgesamt nach oben.“

 

Über die Untersuchung: Seit 1970 untersucht Korn Ferry Hay Group jährlich branchenübergreifend Löhne und Gehälter und greift dabei auf die eigene, weltweit größte Gehaltsdatenbank zurück. Dieser Untersuchung liegen mehr als 21.000 Mitarbeiter-Gehaltsdaten aus der Automobilindustrie (OEM und Zulieferer) und 366.000 Mitarbeiter-Gehaltsdaten über alle Branchen in Deutschland hinweg zugrunde. Interessenten an der vollständigen Studie können diese bestellen bei:  xenia.vonschroeder@kornferry.com

(Bild: Gorodenkoff-Fotolia.de)