Metallwerkzeuge für Bohren und Fräsen

Die Metallindustrie verzichtet auf Gehaltssteigerungen in der aktuellen Tarifrunde. (Bild: Pixabay)

| von Dörte Neitzel

Die IG Metall und die Metallarbeitgeber haben ihre laufende Tarifrunde vorerst unterbrochen wegen der Pandemie. Das Zwischenergebnis lautet: keine Gehaltssteigerungen in der Metall- und Elektroindustrie in diesem Jahr, wohl aber Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld und Unterstützung für Eltern. Der Pilotabschluss wurde in Nordrhein-Westfalen erzielt, die IG Metall empfiehlt jedoch die bundesweite Übernahme.

Im Einzelnen beinhaltet das Tarifergebnis folgende Punkte:

  • Regelungen zur Kurzarbeit, die die Nettoentgelte der Beschäftigten für die ersten Monate auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichern können. Dies geschieht durch eine Abschmelzung der Sonderzahlungen und einen Arbeitgeberzuschuss von 350 Euro je Vollzeitbeschäftigtem.
  • Bei Schließungen von Kitas und Schulen können Eltern mit Kindern bis zu zwölf Jahren acht freie Tage für die Kinderbetreuung nehmen anstatt des tariflichen Zusatzgeldes. Zusätzlich erhalten Beschäftigte im Jahr 2020 für die Betreuung von Kindern - soweit zwingend erforderlich - mindestens fünf freie Tage ohne Anrechnung auf den Urlaub, das Entgelt wird weitergezahlt.

Die Tarifverträge treten sofort in Kraft, haben jedoch keine lange Laufzeit. Sie können zum 31. Dezember 2020 gekündigt werden.

„In dieser Krise sind solidarische Lösungen gefragt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Beschäftigten Sicherheiten bekommen“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Freitag in Frankfurt. Er begrüßt den Tarifabschluss für Nordrhein-Westfalen. „Wir haben einen Tarifvertrag geschlossen, mit dem Beschäftigung und Einkommen geschützt werden und Eltern sich um ihre Kinder kümmern können, wenn Kitas und Schulen geschlossen sind. Dieser Abschluss ist ein Beitrag zur Abfederung der Coronakrise und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Hofmann betonte, dass mit dieser Krisenregelung die offenen Fragen der Tarifrunde 2020 auf der Agenda bleiben. „Ich habe immer gesagt: Wir machen keinen Corona-Abschluss. Die großen Herausforderungen der Transformation bleiben weiter auf der Tagesordnung“, betonte Hofmann. „Nach der Bewältigung der akuten Probleme werden wir uns wieder den Zukunftsthemen zuwenden.“

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