Zwei Männer, die sich gegenübersitzen und verhandeln. (Bild: Portrait Images Asia/Shutterstock)

Chefs geben Ihren Mitarbeitern gegenüber nicht immer das optimale Bild ab. (Bild: Portrait Images Asia/Shutterstock)

| von Dörte Neitzel

In der Untersuchung von Korn Ferry bekommen Chefs schlechte Noten. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf Förderung, auch in anderen Bereichen sieht es nicht gerade rosig aus. So sagen 52 Prozent der Befragten, ihr Vorgesetzter habe schon einmal die Lorbeeren anstatt ihrer eingeheimst. Und 56 Prozent sagen, dass ihr Chef sie wenig oder gar nicht motivieren kann.

"Der oder die unmittelbare Vorgesetzte ist, noch vor den Kolleginnen und Kollegen, der wichtigste Bezugspunkt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Holger Winzer, Leiter der Führungskräfteentwicklung von Korn Ferry in Deutschland. „Niemand hat einen solchen Einfluss auf die Entwicklung einzelner wie der unmittelbare Chef. Darum ist dies stets nicht nur eine formelle, sondern auch immer eine hoch emotionale Verbindung.“

„Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs, in der ein Chef nicht mehr auf Kontrolle und Delegieren festgelegt werden kann. Er soll Inspirieren, Fördern, Befähigen, Zuhören. Dazu benötigen Führungskräfte aber ganz neue Kompetenzen und müssen Techniken erlernen, um dies in die Praxis umsetzen zu können.“

Selbst Chef sein – das will nur eine Minderheit

Zwar wünschen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Förderung und Motivation von ihren Chefs, gleichzeitig haben sie aber einen hohen Respekt vor ihnen. Eine Minderheit (40 Prozent) denkt, dass sie den Job besser ausfüllen könnte als ihr Boss und nur 32 Prozent würden überhaupt den Job des Vorgesetzten haben wollen. Nur 25 Prozent halten sich für cleverer als ihr Chef und 65 Prozent sagen, dass sie von ihrer Führungskraft etwas lernen konnten.

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen natürlich, wie sich die Profile ihrer Vorgesetzten ändern, insbesondere im mittleren Management“, sagt Holger Winzer. „Und sie sind oft empathisch und demütig genug zu erkennen, dass auch der Chef nur ein Mensch ist. Eine solche Haltung hilft Unternehmen übrigens ungemein in dieser Zeit der großen Veränderungen, die Rollen ihrer Führungskräfte neu zu definieren und mit Leben zu füllen. Denn wer inspiriert, gefördert und befähigt werden möchte, der sollte zugleich seinen Vorgesetzten zugestehen, dass auch sie Bedürfnisse und Herausforderungen haben, die zu bewältigen sind."

Darum halte er es für entscheidend, nicht den Fehler nur bei den Führungskräften zu suchen. Vielmehr müssten sich die Führungskräfte weiterentwickeln, aber zugleich eine Atmosphäre und Kultur schaffen, in dem das überhaupt möglich ist – und in der sich dann auch jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter weiterentwickeln kann und muss.

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