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Persönliche Schutzausrüstung – Informationen zum Arbeitsschutz

03.06.2016

Persönliche Schutzausrüstung – Informationen zum Arbeitsschutz

Im täglichen Leben ist viel geregelt – selbst im Arbeitsleben. Doch wo es manchmal fragwürdig erscheint, ob ein Büroarbeitsplatz bis ins letzte Detail in einem verpflichtenden Regelwerk beschrieben und genormt wird, haben die Regelungen an anderer Stelle einen eindeutigen Sinn.

Beispielsweise bei der persönlichen Schutzausrüstung, die zahlreiche Arbeitnehmer und Angestellte betrifft. Die Kleidungsstücke, Hilfsmittel und Schutzgegenstände sollen den Arbeiter vor Gefahren bewahren – und indirekt verhindern, dass Dritte zu Schaden kommen. Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, wie die Richtlinien der persönlichen Schutzausrüstung aufgebaut sind.

Die Gefahrenklassen im Überblick

Nicht für jeden Beruf gelten dieselben Regeln. Welche persönliche Schutzausrüstung benötigt wird, unterliegt den betrieblichen Bestimmungen sowie denen des aktuellen Gefahrenbildes. Ein gutes Beispiel ist der Gehörschutz beim Arbeiten mit lauten Maschinen. Auch Schutzbrillen oder anderer Augenschutz wird vom Gesetzgeber klar geregelt. Wichtig ist zu wissen, dass es in der Verantwortung des Arbeitgebers liegt, die benötigte und korrekte Schutzausrüstung jedem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Die Kosten für die Anschaffung können je nach Modell sehr unterschiedlich ausfallen und dürfen nicht vom Gehalt abgezogen werden, zugleich ist der Arbeitgeber verpflichtet, defekte Ausrüstungsgegenstände zu ersetzen. Die Mitarbeiter hingegen sind in der Verantwortung, sorgsam mit der Ausrüstung umzugehen und den Vorgesetzten direkt auf Schäden oder Schwachstellen hinzuweisen.

Der Gesetzgeber unterteilt die PSA in drei Gefahrenklassen, wobei sich die höchste Klasse in zwei Kategorien unterteilt. Welche Gefahrenklasse vorliegt, entscheidet die Gefahr der tatsächlichen Tätigkeit bzw. die Schwere der vermutlichen Verletzungen:

–      Die Gefahrenklasse 1 (einfache PSA): Sie legt die persönliche Schutzausrüstung bei Arbeiten fest, von denen nur eine geringe Gefahr ausgeht. Diese PSA wird auch häufig von Privatpersonen benutzt, wenn sie sich bei Garten- oder Heimarbeiten schützen möchten. Die Klasse bezieht sich überwiegend auf leichte Tätigkeiten und auf den Umgang mit Materialien, die keine besondere Gefährdung darstellen.

–      Die Gefahrenklasse 2 (mittleres Risiko): Diese Klasse betrifft Arbeiten, von denen eine tatsächliche Gefahr ausgeht. Ein Merkmal ist, dass Verletzungen, die durch die Ausführungen der Tätigkeit während der Arbeitszeit geschehen, bereits meldepflichtig sind. So ist der übliche Schutz bei mechanischen Risiken vorgeschrieben: Feste Arbeitsschuhe, Sicherheitswesten, Gehörschutz, Augenschutz, Handschuhe oder auch Rettungswesten.

–      Die Gefahrenklasse 3 (hohes Risiko, evtl. tödlicher Ausgang): In dieser Klasse werden Arbeiten zusammengefasst, von denen eine tatsächliche und schwerwiegende Gefahr ausgeht. Unfälle beim Ausführen dieser Tätigkeiten enden zumeist tödlich, lebensbedrohlich und führen zu Dauerfolgen. Daher muss die Schutzkleidung in dieser Klasse bereits einen zeitlich eingeschränkten Schutz gegen chemische Substanzen oder Strahlungen bieten. Infrarotstrahlen, Flammen, geschmolzenen Materialien und Hitze von über 100 Grad Celsius sollte die persönliche Schutzbekleidung zuverlässig für eine gewisse Zeit standhalten. Findet die Arbeit unter kalten Temperaturen statt, muss die Schutzausrüstung Sicherheit bei einer Temperatur von unter -50 Grad bieten. Andere Ausrüstungsgegenstände, die in diese Klasse fallen, sind Sicherheitsausrüstungen für Fassadenkletterer, Bauarbeiter und allgemein Personen, die sich frei in großen Höhen bewegen.

Spezielle Materialien bei persönlicher Schutzausrüstung

Die verwendeten Materialien für die persönliche Schutzausrüstung hängt stets von der Gefahreneinordnung ab. Unterliegt die ausgeübte Tätigkeit den gesetzlichen Vorschriften und erfordert einen Schutzhelm, muss dieser beispielsweise der DIN EN 397 entsprechen. Die Richtlinie regelt, dass das gewählte Material stoßfest sein muss, sowie dass der Helm eine Form besitzen muss, an der hinabfallende Materialien abgleiten. Doch auch der Innenteil des Helmes unterliegt der Norm. Innenpolster, Schweißband, Kopf- und Nackenband sowie die gewählte Stoßdämpfung müssen der Richtlinie entsprechen. Welches Material tatsächlich zur Anwendung kommt, entscheidet die empfohlene Nutzung des Helmes. Einige Modelle bieten zusätzlichen Schutz vor weiteren Gefahren, wie großer Kälte oder Elektrizität. Diese Angaben müssen auf dem Helm hinterlegt sein.

Grundsätzlich kommen für die unterschiedlichen Ausrüstungsgegenstände diverse Materialien zur Anwendung:

–      Wolle

–      Baumwolle

–      Kunststoffe

–      Leder

–      Metalle

–      DuraFlex

Die Art der auszuübenden Tätigkeit entscheidet letztendlich über das Material. So können Schutzhandschuhe tatsächlich unter Strickwaren fallen, sofern sie die Hände nur vor oberflächigen Schnitten schützen müssen. Bei Lagerarbeitern, die viel mit Kartonagen arbeiten, kommen solche Modelle zur Anwendung. Schutzhandschuhe können jedoch auch metallverstärkt oder feuerfest sein – das Gefahrenpotenzial entscheidet.

 Was ist sonst zu beachten?

Die Schutzausrüstung kann nur vor Gefahren schützen, wenn sie regelmäßig kontrolliert und den Empfehlungen nach gepflegt wird. Das beginnt bereits bei PSA im privaten Bereich. Feste Arbeitsschuhe sollten umgehend erneuert werden, wenn das Profil zurückgeht oder sich deutliche Verschleißspuren zeigen. Hat sich die Stahlkappe verbogen, sollten die Schuhe ebenfalls getauscht werden. Noch wichtiger ist der rechtzeitige Austausch bei dem Kopfschutz. Gerade Sturzhelme sollten sofort aus dem Betrieb genommen werden, sobald ein Sturz vorlag. Oftmals wirken die Helme zwar auf den ersten Blick unbeschädigt und intakt, doch können sich durch den Aufprall Haarrisse oder Schwachstellen gebildet haben, die bei einem erneuten Aufprall zum Versagen des Helmes führen.

Wenn auch der Arbeitgeber zur Bereitstellung der PSA verpflichtet ist, obliegt es den Angestellten, die Ausrüstung regelmäßig und sorgfältig zu kontrollieren. Welche Sorgfaltspflicht erforderlich ist, hängt wiederum von der Gefahrenklasse der Tätigkeit ab. Einfache Ausrüstungsgegenstände wie feste Kleidung, Handschuhe oder rutschfeste Schuhe müssen natürlich weniger geprüft werden, als Absturzsicherungen, vor Röntgenstrahlung isolierende Westen oder Atemschutzmasken.

Mit den richtigen Schutzutensilien lässt sich den meisten gefahren auf der Arbeit gut begegnen.

Mit den richtigen Schutzutensilien lässt sich den meisten gefahren auf der Arbeit gut begegnen.

Fazit: Die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung ist klar geregelt

Während bei relativ ungefährlichen Berufen zwar auf Arbeitssicherheit geachtet wird, sie aber keine besonderen Maßnahmen erfordert, gibt es Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Sorgfalt voraussetzen. Damit eine klare Regelung besteht und Arbeitgeber sich an Grundlagen halten können, haben die EU sowie die einzelnen Länder die Wirkung von Schutzausrüstungen festgelegt und ihnen DIN-Normen zugeteilt. Der Verstoß gegen die Vorgaben kann zu Geldstrafen führen. Auch können Arbeitnehmer die Ausübung einer Tätigkeit verweigern, sollte der Arbeitgeber keine Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Grundsätzlich muss der Betrieb darauf achten, dass die Ausrüstung auch tatsächlich genutzt wird.

Um keine Lücken zu bilden, kontrolliert die Berufsgenossenschaft Betriebe regelmäßig und prüft, ob die erforderliche persönliche Schutzausrüstung vorhanden und im Einsatz ist. Verstöße führen zu Geldbußen und können gar in der Einstellung der Tätigkeit enden.

Fotos:

Abbildung 1: © OpenIcons (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Abbildung 2: © skeeze (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Autor: Dörte Neitzel

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