Anzeige
Anzeige
cardboard-box

cardboard-box

27.07.2015

Trends im Verpackungsdruck: Von Digitaldruckmaschinen bis zur Online-Individualisierung

Die Branche der Verpackungsproduktion sah sich in den vergangenen Jahren einem starken Wandel gegenüber. Generell zählt im Druck-Business der Verpackungsdruck zu den Sektoren, die kontinuierlich wachsen. Die Anforderungen an Verpackungen haben sich allerdings stark verändert, so dass die Ansprüche an Verpackungsveredler zunehmend steigen.

Selbst bei geringen Druckmengen müssen sie ihre Leistungen rentabel gestalten. Gleichzeitig spielen Faktoren wie Nachhaltigkeit, Qualität, Vereinbarkeit mit Lieferketten sowie Service eine große Rolle. Die derzeitigen Trends werden von einer starken Nachfrage nach innovativen Verpackungsservices und optimierten Produktionsabläufen angetrieben. Digitaldruckmaschinen einer völlig neuen Generation und individualisierbare Verpackungen könnten den Markt nachhaltig prägen.

Alles aus einer Hand. Das ist es, was sich die Kundschaft des Verpackungsdrucks vermehrt wünscht. Grund für die Nachfrage nach Rundum-Serviceangeboten besteht darin, dass die zahlreichen Produktionsstufen, die mit der Entwicklung von Verpackungsmaterialien verbunden sind, eine optimale Koordination und Organisation erfordern. Arbeiten Unternehmen mit verschiedenen Dienstleistern wie Fotografen, Werbeagenturen, Druckereien und Grafikern zusammen, um ihre Verpackungswünsche zu realisieren, gestaltet sich die Kommunikation und Verwaltung von Verpackungsprojekten mehr als mühsam und zeitaufwändig. Die eigentlichen Ziele von innovativer Produktverpackung bleiben nicht selten auf der Strecke, weil Betriebe zu sehr mit Aspekten wie Farbmanagement, Bildbearbeitung, Vorbereitungen von Druckverfahren und vielen weiteren Details beschäftigt sind. Sobald individuelle Verpackungen benötigt werden, sind Serviceagenturen gefragt, die sämtliche Leistungen der Verpackungsproduktion unter einem Dach vereinen.

Innerhalb Deutschlands haben sich einige Betriebe auf die Kundenansprüche ausgerichtet und das Leistungsspektrum so angepasst, dass der Verpackungsdruck für Unternehmer eine effizient umsetzbare Angelegenheit ist. Die Verpackungsdruckerei ABC Packmedia in Hamburg, welche ihr Aufgabenspektrum als Produktionsdienstleister vier zentralen Studios zuordnet, ist einer dieser Full-Service-Anbieter. Die Druckerei übernimmt von der Designveredelung über Farbmanagement bis hin zu Druckformherstellung alle Teilbereiche des Verpackungsdrucks. Mit derartigen Agenturen haben Kunden die Möglichkeit ihre Produktionsabläufe zu optimieren und können von einem breiten Servicespektrum profitieren. Diese Art der Druckdienstleistung befindet sich auf dem Vormarsch und wird künftig aufgrund der zunehmenden Komplexität der Verpackungsindustrie gefragter sein denn je.

Technik der neuesten Generation

Verpackung bei Coca Cola

Verpackung bei Coca Cola (Bild: SimonaR)

Aufgrund der hohen Kundenansprüche steigt der Wettbewerbsdruck. Damit einhergeht ein ständiger Kampf um die modernste Drucktechnologie. Druckdienstleister wappnen sich mit modernsten Digitaldruckmaschinen für die künftigen Leistungsanforderungen. Im Großformat-Digitaldruck wird die Qualität auf Lithographieniveau angehoben. Mittlerweile erfolgt Druck direkt auf Substrat. Am Beispiel neuer HP Druckmaschinen werden die enormen Fortschritte deutlich. Die HP Scitex und Indigo Maschinen sind in der Lage zahlreiche unbeschichtete und beschichtete Druckträger zu bedrucken. Darunter Substrate, Folien und Kunststoffe, um nur ein minimales Spektrum des Materialrepertoires zu nennen. Die HP Indigo ist zum Beispiel bei Coca-Cola im Einsatz, um die populären roten Etiketten mit insgesamt 150 verschiedenen Vornamen zu fertigen. Das Modell WS 6800 druckt bis zu 30m/min. im Vier-Farb-Modus und ist deshalb für viele Druckereien eine erstrebenswerte Investition.

Eine große Bedeutung für die individualisierte Markenkommunikation ist dem digitalen Etikettendruck beizumessen. Eine Vatertagskampagne für eine bekannte Whiskeybrennerei bewies das Potenzial des Digitaldruckverfahrens.  Die Brennerei wollte für die Sonderaktion, welche zeitlich begrenzt wurde, eine Packung mit zwei Whiskeyflaschen sowie einer „Lizenz zum Goldwaschen“ anbieten. Am Point of Sale (PoS) wurde die Lizenz ausgefüllt und unterschrieben. Der Standort der Brennerei, welcher an einem Fluss liegt, der für Goldfunde bekannt ist, sollte mit dieser Aktion hervorgehoben werden. Die dafür notwendige Kleinauflage von 3.000 Packungen, gefertigt aus E-Wellpappe, konnte innerhalb von zehn Stunden abgeschlossen werden. Eine leistungsstarke Industriedruckmaschine (HP Scitex FB 10000) bedruckte die Kartonagen sechsfarbig. Dies ist nur ein Beispiel für die Möglichkeiten, die sich mit Digitaldruck ergeben. Auch in Drogerien und Supermärkten begegnen Kunden täglich tausenden Verpackungen, welche sich dank digitalem Druck deutlich abheben. Die Vorteile von Digitaldruck liegen auf der Hand:

  • individuelle Verpackungsgestaltung ohne Unterbrechung der Produktion
  • kurze Reaktionszeit auf Markttrends
  • effiziente Umgestaltung von Produkten
  • Maximale Flexibilität bei Testverpackungen aufgrund hoher Rentabilität
  • Werkzeug für kreative Verpackungen wie Banderolen, Etiketten, Faltschachteln und mehr
  • höhere Margen bei kleinen Auflagen

Da die Digitaldruckentwicklung technisch gesehen, abgeschlossen ist, befindet sich die Branche derzeit in der Integrationsphase. Erfolgreiche Methoden werden künftig für Optimierung und Prozessbeschleunigung sorgen.

Berliner Start-Up revolutioniert Verpackungsdruck

Logistikanlage

Moderne Logistikanlagen laufen heute weitestgehend vollautomatisch. (Bild: www.pixabay.com )

Eine spannende Kombination ergibt sich aus Web-to-print, Verpackungsdruck und Individualisierung. Nachdem das Thema Individualisierung in den vergangenen Jahren in vielen Lifestyle-Branchen wie Textilhandel und Schmuckdesign einen enormen Boom erlebte, scheint das Gestalten von Produkten nun Einzug in die Verpackungsindustrie zu halten. Die Kundschaft der Druckdienstleister wünscht sich flexible Produkte, die sich einfach konfigurieren und an die jeweiligen Ansprüche anpassen lassen. Das Berliner Start-Up printmate hat die Verbindung zwischen Verpackungsdruck und E-Business-Print möglicherweise erfolgreich geschafft. Da die Zugangshürden für grafisch nicht versierte Kunden im Umgang mit den ersten Onlinedruckshops relativ hoch waren, entwickelte die printmate GmbH mit einem Editor inklusive 3D-Visualisierung eine Alternative. Das System erlaubt es Verpackungen gleichermaßen individuell zu gestalten, wie die bereits etablierten Angebote für Lifestyle-Artikel.

Dass diese Idee Marktpotenzial hat, kann allein damit bestätigt werden, dass Verpackungen mittlerweile keine reine Schutzfunktion mehr haben, sondern vielmehr zum wertvollen Kommunikationselement avancieren. Im Interview mit beyond-print.de erläuterte Mitgründer und CEO bei printmate Julian Jost die Philosophie: “Teil unserer Philosophie ist es, Verpackungen im Onlinehandel aus der Logistikecke wegzuführen und sie als das zu präsentieren, was sie sind: Der erste physische Kontakt zum Kunden, und der emotionalste Moment seines Einkaufserlebnis.” In Zeiten des boomenden Onlinehandels ist die Produktverpackung für viele Unternehmen der erste direkte Kontakt zum Kunden. Doch der Großteil der Betriebe nutzt die sich bietenden Flächen auf herkömmlichen Versandverpackungen für die Markendarstellung bislang nicht oder nur sehr zurückhaltend. Das Potenzial, das sich dabei ergibt, wird bislang markant unterschätzt. Wem es jetzt gelingt mit Verpackungen Emotionen zu transportieren und Produkte auf zeitgemäße Art zu präsentieren, hat die Trends des Verpackungsdrucks erkannt und den richtigen Weg hin zur dauerhaften Konkurrenzfähigkeit eingeschlagen.

Autor: Kathrin Irmer

DruckenDrucken


 





Anzeige