Mann mit Funkgerät vor dem Heck eines Containerschiffs im Trockendock

Welche Länder gehören zu den größten Schiffbaunationen? (Bild: Idanupong - stock.adobe.com)

Deutsche Werften waren vor der Corona-Pandemie Weltmarktführer im Spezialschiffbau, unter anderem auch beim Bau von Yachten und Forschungsschiffen. 95 Prozent aller Kreuzfahrtschiffe wurden bislang in Europa bestellt, allein die Hälfte davon wurde vor der Coronapandemie auf deutschen Werften gebaut. (Quelle: Marinekommando Jahresbericht 2021).

Doch Corona hat einen Riss in den Auftragsbüchern verursacht. Die Branche in Deutschland geht derzeit von einem Ausbleiben von Neubauaufträgen für Kreuzfahrtschiffe bis 2023/2024 aus. Und die Konkurrenz schläft derweil nicht. China will sein erstes Kreuzfahrtschiff im Jahr 2023 vorstellen.

Das hat Auswirkungen auf die Zulieferer: Die Wertschöpfung eines in Deutschland gebauten Schiffs wird zu 70 bis 80 Prozent von der national ansässigen mittelständischen Zulieferindustrie erbracht. Der Kreuzfahrtschiffbau mit der Zulieferindustrie ist daher von den Folgen der Pandemie mit am stärksten betroffen.

Doch in den Werften werden nicht nur Kreuzfahrtschiffe gebaut. Am häufigsten bestellt und geliefert werden Gastanker. Aber auch Massengutschiffe, und Containerschiffe liegen im Trend - gefolgt von Rohöltankern.

Die Stärken der einzelnen Länder liegen in unterschiedlichen Schiffstypen. Das sind die wichtigsten:

Rohöltanker

Von den 8.305.000 CGT Auftragsvolumen legen 2.940.000 in China und 3.980.000 in Südkorea. Japan ist mit 994.000 CGT abgeschlagen, die Phillippinen steuern noch 52.000 CGT bei.

Gastanker

Hier liegt der Fall ähnlich wie bei den Rohöltankern: Südkoreanische Werften liegen mit 9.484.000 CGT weit vorn, gefolgt von China mit 1.691.000 CGT. Japan kann mit 660.000 CGT noch mithalten. Die restlichen 1.428.000 CGT verteilen sich auf unterschiedliche Länder.

Massengutschiffe

Im Jahr 2020 lag der Auftragsbestand an Massengutschiffen bei 12.214.000 CGT. Daran hat China einen Anteil von 7.400.000 CGT und Japan baut Schiffe mit insgesamt 3.830.000 CGT. Die Phillippinen sind mit 510.000 CGT dabei und Südkorea steuert immerhin 324.000 CGT bei. Die Differenz von 149.000 CGT wird von Werften in anderen Ländern übernommen.

Containerschiffe

Dieser Schiffstyp ist eine chinesische Domäne. Frachter im Wert von 5.536.000 CGT werden chinesischen Werften gefertigt. Dahinter folgen Südkorea (3.068.000 CGT) und Japan (1.729.000 CGT). Auch die Phillippinen und Brasilien sind am Bau dieses Schiffstyps beteiligt.

Fähren und Passagierschiffe

In dieser Kategorie ist Italien führend. Immerhin 4.252.000 CGT werden hier gefertigt. Deutschland blickt auf 1.656.000 CGT, China ist mit 1.557.000 CGT dabei. Aber auch Japan (208.000), Südkorea (75.000) und die Phillippinen (29.000) sind mit von der Partie.

Was ist CGT?

Die Compensated Gross Ton oder Tonnage ist ein Maß, mit dem sich weltweit die Schiffsproduktion vergleichen lässt. Es wurde von der OECD entwickelt. Zu deutsch heißt es so viel wie gewichtete Bruttoraumzahl. Anders als die reine Bruttoraumzahl ist für CGT nicht nur das umbaute Volumen maßgeblich. Vielmehr werden hier auch der Arbeitsaufwand und die Wertschöpfung - abhängig vom Schiffstyp - eingerechnet. So werden kostspielige Ausstattung mitberücksichtigt.

So hat beispielsweise ein LNG-Tanker mit einer Bruttoraumzahl von 0,68 eine CGT von 32, während ein Passagierschiff mit einer ähnlichen Bruttoraumzahl von 0,67 auf eine CGT von 49 kommt. So muss ein Land relativ mehr (unaufwändige) Containerschiffe bauen als ein Land, das ausschließlich Kreuzfahrtschiffe herstellt, um auf dieselbe CGT zu kommen.

Quelle: OECD

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Die Länder mit dem größten Schiffbau 2016

  1. Südkorea: 11,7 Millionen CGT
  2. China: 11,36 Millionen CGT
  3. Japan: 6,93 Millionen CGT
  4. Deutschland: 0,41 Millionen CGT
  5. Vietnam: 0,39 Millionen CGT
  6. USA: 0,37 Millionen CGT
  7. Türkei: 0,28 Millionen CGT
  8. Indonesien: 0,2 Millionen CGT
  9. Malaysia: 0,15 Millionen CGT

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