Wärmebildkamera WB-80.

Erstklassig für den Einstieg: die Wärmebildkamera WB-80. (Bild: Conrad Electronic)

Mehr als 80.000 Produktangebote sind auf der Conrad Sourcing Platform allein im Bereich Mess- und Prüftechnik verfügbar. Darunter eine große Auswahl an Wärmebildkameras – angefangen bei Wärmebildkameras mit Griff, fürs Smartphone oder im Taschenformat bis hin zu Drohnen für die thermografische Inspektion aus der Luft. Für Sachverständige und Gutachter*innen sind ISO- und über ein akkreditiertes Labor zertifizierte Wärmebildkameras von besonderer Bedeutung.

IR-Kamera oder IR-Thermometer – der Unterschied

Eine Wärmebildkamera, auch IR-Kamera genannt, misst die fürs menschliche Auge unsichtbare Infrarotstrahlung und arbeitet ansonsten wie eine normale Kamera. Selbst mit einer relativ geringen Auflösung können tausende Messpunkte in einem Bild dargestellt werden. Die Wärmebildkamera WBS-220 von Voltcraft beispielsweise hat eine Auflösung von 206 x 156 Pixeln und zeigt damit 32.136 Messpunkte in einem Bild. Und genau das unterscheidet eine IR-Kamera von einem IR-Thermometer, das die Temperatur an einer Maschine oder einer Gebäudefassade nur an einem bestimmten Punkt misst.

Hervorragende Auflösung für Android-Geräte.
Hervorragende Auflösung für Android-Geräte: die Voltcraft Smartphone-Kamera WBS-220. (Bild: Conrad Electronic)

Wärmebild und Sichtbild in einer Aufnahme

Eine Wärmebildkamera visualisiert unterschiedliche Temperaturen als farbige Flecken. Dunklere Farben für kältere Materie und helle Farben dort, wo es warm ist. Für einen erfahrenen Profi, der die Messung vor Ort betreut, liegt die Interpretation eines solchen Wärmebilds auf der Hand. Für Kund*innen ist die Aufnahme jedoch häufig erklärungsbedürftig. Hier hilft ein spezieller Ansichtsmodus: Das sogenannte Bild-im-Bild integriert einen Teil des Wärmebilds als separate Aufnahme in das Umgebungsfoto (Sichtbild). Doch selbst dann bleiben manchmal Unklarheiten, vor allem dann, wenn es um Details geht. Flir und Fluke haben ihre Kameras daher mit den innovativen Technologien MSX beziehungsweise IR-Fusion ausgestattet. Diese kombinieren Wärmebild und Sichtbild und legen die zwei Darstellungen übereinander. Problemstellen lassen sich so eindeutig lokalisieren.

Wichtig: Emissionsgrade einstellen

Der Emissionsgrad eines Körpers gibt an, welches Absorptionsverhalten er im Vergleich zu einem idealen Wärmestrahler besitzt. Um Fehlmessungen zu vermeiden, kann der Emissionsgrad bei den meisten Wärmebildkameras manuell eingestellt werden, um eine optimale Anpassung an das zu messende Umfeld zu ermöglichen. Die Emissionsgrade weiterer Materialien sind online zu finden und lassen sich dementsprechend manuell einstellen. Um die Ergebnisse bei einer Messung mit der Wärmebildkamera richtig lesen und interpretieren zu können, sind jedoch noch weitere Aspekte zu berücksichtigen.

Messung richtig interpretieren

Metall beispielsweise leitet Wärme deutlich schneller als Isoliermaterial. Durch diesen Unterschied im Leitverhalten kann es auf der Kamera so aussehen, als hätten diese Materialien eine unterschiedliche Temperatur, was aber nicht der Fall ist. Materialien wie Spiegel und Fenster reflektieren Infrarotstrahlung. Indem man reflektierende Teile mit Karton, Zeitungen oder dunklen Tüchern abdeckt, kann fehlerhaften Messungen vorgebeugt werden. Auch andere Objekte in der Umgebung können einen Einfluss auf die Messung haben: Steht beispielsweise ein Bücherregal vor einer Wand, an der eine Leitung geprüft werden soll, kann dies zu Temperaturdifferenzen führen. Deshalb sollten Räume beziehungsweise Wände im Idealfall sechs Stunden vor einer Messung freigeräumt werden. Dasselbe gilt für Belüftungs- und Heizsysteme. Auch sie sollten rechtzeitig vor der Messung abgestellt werden.

Die Messung kann sogar von Körperwärme beeinflusst werden, weshalb beim Messvorgang keine weiteren Personen anwesend sein sollten. Je nach Material, aufgrund von Feuchtigkeit oder Wind kühlen Körper unterschiedlich schnell ab. Diese Wärmeunterschiede gilt es bei der Ergebnisanalyse ebenso zu berücksichtigen, wie die Differenz von Innen- und Außentemperatur bei der Messung an Mauerwerk. Auch Belüftungs- und Heizsysteme können verfälschte Messergebnisse liefern. Die Systeme sollten daher mindestens sechs Stunden vor der Messung abgestellt werden.

Messung richtig interpretieren
Mit guter Auflösung und thermischer Empfindlichkeit meistert die Voltcraft WB-300 anspruchsvolle Messaufgaben. (Bild: Conrad Electronic)

Checkliste für den Kauf von IR-Kameras

  1. Auflösung: Eine Wärmebildkamera mit einer höheren Auflösung zeigt mehr Details an. Jedes Pixel fungiert als Sensor: Eine Auflösung von 60 x 80 Pixeln misst also mit 4.800 Sensoren, eine Kamera mit 640 x 480 Pixeln hingegen mit 307.200 Sensoren.
  2. Datenexport: Das Bild und die Messung direkt auf dem Kameradisplay zu sehen ist praktisch. Aber speichert die Kamera die Daten auch und können sie an Laptop oder Tablet weitergeleitet werden?
  3. Kalibrierung: Für besonders genaue Messungen sind kalibrierte Geräte empfehlenswert. Abgesehen von bereits vorkalibrierten Wärmebildkameras gibt es den Conrad Kalibrierservice: Angeboten wird hier gegen Aufpreis eine amtliche Kalibrierung für fast jedes Messgerät inklusive Zertifikat.
  4. Temperaturbereich: Es gibt Kameras mit einem besonders großen Temperaturbereich von -20 °C bis + 1.200 °C. Entscheidend für die Auswahl des richtigen Geräts ist: Was sind meine Anforderungen?
  5. Zubehör: Für bestimmte Arbeiten wird z.B. ein Objektiv mit einer höheren Auflösung benötigt. Vor dem Kauf ist es sinnvoll zu prüfen, ob ergänzendes Zubehör für die Kamera der Wahl erhältlich ist.
  6. Qualität: Eine Wärmebildkamera, die intensiv genutzt wird, muss robust sein. An der baulichen Qualität zu sparen, ist daher beim professionellen Einsatz nicht empfehlenswert.
  7. Software: Eine Momentaufnahme zeigt zwar einen Defekt oder ein verschlissenes Teil an, sagt jedoch wenig darüber aus, ob es sofort ausgewechselt werden sollte. Mit spezieller Software ist es möglich, Berichte über einen längeren Zeitraum oder sogar Analysen und Wartungspläne für separate Geräte zu erstellen.
WBP-80 von Voltcraft
Dank kompakter Abmessungen in der Gebäudetechnik beliebt: die Taschenkamera WBP-80 von Voltcraft (Bild: Conrad Electronic)

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