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Mit Finetrading kann dem Spannungsverhältnis Abnehmer und Lieferant entgegengewirkt werden. Der Lieferant möchte möglichst frühzeitig die Begleichung seiner Rechnungen verbuchen, der Abnehmer versucht hingegen, ein ausgedehntes Zahlungsziel zu verhandeln. Finetrading entspricht beiden Positionen und sorgt damit für ein entspanntes Lieferanten-Kunden-Verhältnis.

Die INAS Engineering GmbH gehört zu den füh­renden Ausrüstern der Automobilindustrie. Dabei hat sich das Unternehmen auf Maschinen und Anlagen zur Kunststoffverarbeitung, wie beispielsweise Schweiß­anlagen, spezialisiert. „Von Einzelmaschinen bis hin zu komplett automatisierten, großen Anlagen bieten wir Lösungen für die Verarbeitung, Montage und Prüfung für nahezu alle Kunststoffteile am und vor allem im Auto“ erläutert Robert Auracher, Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Geretsried bei München. Dabei werden die Maschinen und Anlagen oft auf Kundenwunsch individuell geplant und konstruiert.

„Unser wichtigster Kunde ist ein großer deutscher Automobilhersteller“, so Auracher. „Unsere Anlagen kommen aber auch häufig in der Kunststoff-verarbeitenden Industrie im Non-automotive-Bereich zum Einsatz.“ Von der Beauftragung über die Planung, Produktion und Installation der fertigen Anlage vergehen oft bis zu sieben Monate, dementsprechend lange muss INAS Engineering in Vorleistung gehen. „Eine vollständige Fakturierung ist in der Regel erst nach der Endabnahme beim Kunden möglich“, so Auracher.

So wie INAS Engineering geht es vielen deutschen Maschinenbauunternehmen: In keiner anderen Branche müssen die Unternehmen länger auf ihr Geld warten. Durchschnittlich betrug die Kapitalbindungsdauer (Netto-Umlaufvermögensbindung) deutscher Maschinenbauer laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte stolze 89 Tage.

Während INAS Engineering also erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Rechnung für die gelieferten Anlagen ausstellen kann, müssen die Komponenten für die Spezialmaschinen schon sehr viel früher bezahlt werden. In der Regel werden dafür die eigenen, liquiden Mittel herangezogen. Um dennoch zu jedem Zeitpunkt, also beispielsweise auch in Hochphasen, die nötige Liquidität und damit Flexibilität zu gewährleisten, nutzt INAS Engineering als Ergänzung seit Mitte 2013 die Wareneinkaufsalternative Finetrading und arbeitet mit dem Marktführer WCF Finetrading zusammen.

Wareneinkauf in Dreiecksbeziehung

Finetrading basiert auf einer Dreiecksbeziehung, das heißt: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich WCF Finetrading als Zwischenhändler oder sog. Finetrader. Dieser tritt, nachdem sich die beiden Parteien handelseinig sind, als neuer Debitor auf und erwirbt die Waren gemäß Kundenauftrag. Während die Ware direkt an den Abnehmer geliefert wird, geht die Rechnung an den Finetrader, der sie sofort bezahlt.

Finetrading basiert auf einer Dreiecksbeziehung: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich Finetrading als Zwischenhändler oder sogenannte Finetrader.

Finetrading basiert auf einer Dreiecksbeziehung: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich Finetrading als Zwischenhändler oder sogenannte Finetrader.

 

„Der Lieferant profitiert vom Wegfall des Ausfallrisikos und einem unmittelbaren Zahlungseingang“, erläutert Clemens Wagner, Direktor Beratung bei WCF Fine­trading. Mit dem Abnehmer vereinbart der Finetrader ein Zahlungsziel von maximal 120 Tagen. Durch das verlängerte Zahlungsziel kann das Unternehmen sein Working Capital (Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten) optimieren und liquide Mittel freisetzen. „Üblicherweise lassen sich Einkaufslinien ab einem Volumen von 250 000 Euro realisieren, sie können jedoch auch problemlos zweistellige Millionenvolumen erreichen,“ so Clemens Wagner.

Sowohl den genauen Zeitpunkt der Rückzahlung als auch die Gebühren verhandelt das Unternehmen mit dem Finetrader individuell. Etwaige Stundungsgebühren, die über das Skonto hinausgehen, werden taggenau abgerechnet.

Finetrading setzt also sehr früh in der Wertschöpfungskette an und schafft bereits Liquidität, noch vor der Produktion, nämlich beim Einkauf. „Dies ist einer der Hauptunterschiede zum Beispiel zum Factoring, bei dem Forderungen aus erfolgten Warenlieferungen angedient werden“, erläutert Wagner.

Bei INAS Engineering überzeugten vor allem die Flexibilität und einfache Anwendung von Finetrading. Das Unternehmen kann bei jeder Bestellung autonom entscheiden, ob sie über das Instrument abgewickelt werden soll. „Wir können Finetrading sowohl für den Einkauf von einzelnen Komponenten wie auch von ganzen Baugruppen nutzen. Darüber hinaus sind wir unabhängiger von den Banken und haben durch das verlängerte Zahlungsziel bis zu vier Monate Zeit, Umsatz zu generieren, bevor die Zahlung fällig wird. Zusätzlich profitieren wir vom Skonto. Für uns ist Finetrading einfach ideal“, sagt Robert Auracher begeistert.