Reifenproduktion bei Zulieferer Continental

Zulieferer leiden unter der aktuellen Konjunkturdelle. (Bild: Continental)

| von Dörte Neitzel

Vor allem kleinen und mittelgroßen Automobilzulieferern stehen schwere Zeiten bevor. Das besagt eine Studie der Mittelstandsbank IKB. Danach sind vor allem jene Zulieferer betroffen, die sich auf den deutschen Markt konzentrieren und deren Fokus auf Teilen für Verbrennungsmotoren liegt.

Probleme mit dem Ertrag

„Die aktuelle Schwächephase des Automobil-Produktionsstandortes Deutschland hält aktuell deutlich länger an und ist vom Ausmaß erheblich schlimmer als die während der Finanzkrise“, so die Studie. Die Erträge der kleineren Zulieferer seien weniger diversifiziert als die größerer Zulieferer, sodass sie mit Beginn des forcierten Strukturwandels hin zur E-Mobilitiät im Jahr 2018 stark unter Druck gerieten - vor allem in zwei Bereichen.

Für die Studie hat die IKB die Jahresabschlüsse von 50 deutschen mittelständischen Zulieferern ausgewertet. Die Jahresumsätze liegen zwischen 50 Millionen und mehreren Milliarden Euro.

Dieser Trend soll sich nach Einschätzung der Bank 2020 fortsetzen, denn eine deutliche und schnelle konjunkturelle Erholung sei nicht zu erwarten.

Größere Zulieferer profitieren vom Auslandsgeschäft

Größere Zulieferer hingegen konnten ihre Erträge stabiler gestalten. So sank deren EBITDA nur um einen knappen Prozentpunkt und auch die Kapitalrendite gab "nur" um zwei Prozentpunkte nach. Dafür lieben Investitions- und Eigenmittelquote zwischen 2016 und 2018 relativ stabil bzw. sanken nur leicht. Da macht sich das internationale Parkett, auf dem sich Zulieferer wie Bosch, Conti & Co. bewegen, bemerkbar.

Fest steht jedoch: Sinkt die Rentabilität weiter ab, wird es für viele Unternehmen schwer zu überleben. Besonders Zulieferer mit einer hohen Schuldenquote würden Schwierigkeiten bekommen, wenn die Zinsen wieder steigen.