Überspülte Straße mit Durchfahrt-Verboten-Schild

Wegen des extremen Hochwassers im Westen Deutschlands kommt es zu Lieferengpässen in der Stahlindustrie. (Bild: PhotographyByMK - stock.adobe.com)

Dem größten deutschen Stahlhersteller könnten bald die Vorprodukte ausgehen. Auch die Auslieferungen an Kunden könnten sich durch die Flutkatastrophe erheblich verzögern, da die Lieferketten zum Teil unterbrochen seien.

Das zumindest deutet Thyssen Krupp Steel Europe an. Aufgrund von Störungen vieler Bahnstrecken im Westen Deutschlands ist die Zulieferung von Vormaterial ins Stocken geraten. Schienen wurden durch das Extremhochwasser unterspült oder ganz weggerissen. Das Problem betrifft daher vor allem tonnenschwere Produkte, die auf der Schiene in Duisburg angeliefert und dort weiterverarbeitet werden. Diese per Lkw zu transportieren sei nicht ohne Weiteres möglich.

Zwar laufe die Produktion aktuell noch, sagte ein Unternehmenssprecher dem Handelsblatt. Doch wie lange die Vorräte an den Standorten ausreichten, um die Fertigung aufrecht zu erhalten, sei unklar. Auf die Standorte selbst habe das Hochwasser nur sehr vereinzelt Auswirkungen gehabt. Weitaus gravierender seien die Beeinträchtigungen bei Zulieferern und Logistikpartnern.

Daher erklärte Thyssen Krupp gegenüber seinen Kunden Höhere Gewalt, sogenannte Force Majeure, geltend gemacht. Das teilte der Konzern mit. Man arbeite an Alternativen.

Bilstein ebenfalls mit Lieferengpässen

Auch der Kaltbandhersteller Bilstein, eine Tochter von Thyssen Krupp hat mit Lieferengpässen zu kämpfen. Bei dem Unternehmen aus Hagen kommen die meisten Vorprodukte ebenfalls per Bahn an. Doch viele Gleise sind unterspült, denn auch Hagen wurde durch die Unwetter schwer getroffen.

Einer Sprecherin zufolge könne das in den nächsten Wochen zu massiven Problemen in der Produktion führen. Daraus folgend sind die Abnehmer stark betroffen. An einem normalen Arbeitstag würden etwa 1.800 Tonnen Stahl auf den Weg zu den Kunden geschickt, so das Unternehmen. Halte der Mangel an Vorprodukten länger an, werde diese Menge schnell sinken.

Daher hat Bilstein bereits am 14. Juli 202, gleich nach den verheerenden Regenfällen, Force Majeure erklärt. Das Produktionswerk in Hagen stand unter Wasser.

Nicht betroffen von der Flutkatastrophe sind bislang Kloeckner und Becker Stahl. Arcelor Mittal gab bekannt, dass die Logistik an einigen Standorten zwar etwas unrund laufe, die Produktion aber "nahe normal" weitergehe.

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