Bundesregierung muss Rohstoffstrategie überdenken
03.07.2018

Bundesregierung muss Rohstoffstrategie überdenken

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist die zentrale Herausforderung. Daher hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die Bundesregierung aufgefordert, die eigene Rohstoffstrategie zu überdenken.

„Die steigende Nachfrage nach Rohstoffen für Zukunftstechnologien erfordert einen zügigen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf am Dienstag auf dem BDI-Rohstoffkongress in Berlin. Der Preisverfall bei Rohstoffen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise habe die Notwendigkeit von Rohstoffsicherung reduziert. „Jetzt wird die Verfügbarkeit von Rohstoffen zu einer zentralen Herausforderung für das Industrieland Deutschland.“

“Made in Germany” hängt von Rohstoffen ab

Nur mit High-Tech-Rohstoffen werde es Zukunftstechnologien “Made in Germany” geben, erklärte Kempf. „Innovative Produkte und neue Technologien wie Elektromobilität, Digitalisierung, Industrie 4.0 und die Energiewende vergrößern den Bedarf.“

Die Nachfrage nach Kobalt, Lithium, Nickel, Kupfer, Graphit oder Seltenen Erden, aber auch heimischen Rohstoffe wie Kies oder Sand wachse immer stärker. Von vielen Rohstoffen sei Deutschland komplett importabhängig. Damit steige die Abhängigkeit von rohstoffreichen Ländern – auch solchen, die deutsche oder europäische Sozial- und Umweltstandards oder die der guten Regierungsführung nicht erfüllen.

Rohstoffbezug muss nachhaltig und verantwortungsvoll sein

„Die deutsche Industrie bekennt sich zu höchsten Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards – auch in der Rohstoffförderung“, unterstrich der BDI-Präsident. „Weil Deutschland selbst nicht mehr in der Exploration tätig ist, ist ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Rohstoffbezug unser Ziel. Aber der Rohstoffmarkt hat sich von einem Nachfrager- zu einem Anbietermarkt verändert. Förderländer und Mienen können sich ihre Kunden aussuchen und nicht umgekehrt.“

Laut dem Fünf-Punkte-Plan des BDI für die Rohstoffpolitik soll der Bundeswirtschaftsminister Rohstoff-Beauftragter der Bundesregierung werden und die Rohstoffstrategie der Bundesregierung weiterentwickeln. Heimische Abbauflächen sollten gefördert, bürokratische Hürden abgebaut werden. Die Bundesregierung müsse effiziente Raumplanungs-, Genehmigungs- und Zulassungsverfahren sicherstellen.

Zudem soll der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft von Rohstoffen für Zukunftstechnologien Priorität haben. International müssten Rohstoffförderung und Entwicklungszusammenarbeit verzahnt werden. Zudem sollte die Bundesregierung den Tiefsee- und Weltraumbergbau durch Pilotprojekte gezielt fördern.

Bild: Gary Whitton/Shutterstock.com

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