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Die 10 größten Wirtschaftskartelle

Die 10 größten Wirtschaftskartelle

29.06.2017

Die größten Kartelle weltweit

Für Kartelle hagelt es oft Milliardenstrafen. Doch worum geht es bei den größten Kartellen? Und wer musste bislang die höchsten Strafen zahlen?

Mit einem Kartell versuchen beteiligte Unternehmen die Vorteile eines Monopols zu erreichen. Typischerweise handelt es sich dabei um die Gestaltung von Preisen, es gibt aber auch Absprachen zur Aufteilung von Kunden oder Marktanteilen. Diese zehn Kartelle aus unterschiedlichsten Branchen mussten in den vergangenen Jahren die höchsten Kartellstrafen zahlen:

1. Google

Darum geht’s: Google hat Smartphonehersteller dazu gewungen, Android-Handys mit einem Paket an Apps von Google auszustatten, etwas den Google-Browser Chrome, die Google-Suche oder YouTube. Zudem sieht eine “Antifragmentierungsvereinbarung” vor, dass Anbieter von Geräten mit Google-Diensten nicht gleichzeitig auch Smartphones mit abgewandelten Android-Versionen verkaufen dürfen.

Beteiligte Unternehmen: Google

Strafe: 4,3 Mrd. Euro (2018)

2. Lkw-Kartell

Darum geht’s: Die Beteiligten hatten ihre Verkaufspreise für mittelschwere und schwere Lastwagen abgesprochen und sich beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen verständigt. Die Kosten für dieTechnologien gaben sie an ihre Kunden weiter.

Beteiligte Unternehmen: Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault

Strafe: 2,93 Mrd. Euro

3. Google Shopping

Darum geht’s: Google hat bei Preisvergleichen seine eigene Shopping-Suche bevorzugt

Beteiligte Unternehmen: Google

Strafe: 2,42 Mrd. Euro (2017)

4. Libor-Kartell

Darum geht’s: Banken hatten die Referenzzinssätze Libor und Euribor manipuliert, um Handelsgewinne einzustreichen. Die Zinssätze beruhen auf Angaben der Banken über ihre Refinanzierungskosten.

Beteiligte Unternehmen: Deutsche Bank, Société Générale, Royal Bank of Scotland, JPMorgan, Citigroup, RP Marin, Barclays, UBS

Strafe: 1,712 Mrd. Euro

5. Google

Darum geht’s: Google hat bei der Online-Werbung (Adsense) Wettbewerber benachteiligt. Dabei stellen Betreiber von Webseiten Google Plätze zur Verfügung, auf denen Werbung platziert werden kann. Falls Nutzer über eine Google-Suche auf eine solche Seite kommen, liefert Google an diese Plätze von seinen Servern Anzeigen aus, die mit den gesuchten Begriffen zu tun haben. In Klauseln hatte der Konzern seinen Adsense-Kunden zunächst untersagt, neben Anzeigen von Google auch solche von Mitbewerbern auf ihren Seiten anzuzeigen, später verlangte der Konzern, eine schriftliche Erlaubnis, wenn sie Anzeigen von Google-Konkurrenten aufnehmen wollten.

Beteiligte Unternehmen: Google

Strafe: 1,49 Mrd. Euro (2019)

6. Bildröhrenkartell

Darum geht’s: „Ein Kartell aus dem Bilderbuch“ nennen es Experten. Fast zehn Jahre lang, von 1996 bis 2006, trafen die beteiligten Unternehmen Preisabsprachen, teilten Märkte und Kunden untereinander auf und beschränkten ihre Produktion”, so die Wettbewerbskommission.

Beteiligte Unternehmen: Philips, LG Electronics, Panasonic, Samsung SDI, Thomson, Toshiba, MTPD, Chunghwa

Strafe: 1,47 Mrd. Euro

7. Autoglaskartell

Darum geht’s: Die Firmen hatten von 1998 bis 2003 Preise für Windschutzscheiben, Autofenster und Schiebedächer abgesprochen und Märkte untereinander aufgeteilt. Dabei betrogen sie die Autoindustrie sowie Millionen von Autokäufern.

Beteiligte Unternehmen: Saint-Gobain, Pilkington, Asahi Glass, Soliver

Strafe: 1,354 Mrd. Euro

8. Gasmärktekartell

Darum geht’s: Hintergrund ist eine Absprache zwischen Ruhrgas und dem französischen Energiemonopolisten Gaz de France (GDF), die noch in die 70er-Jahre zurückreicht. Mit dem damaligen Bau der Pipeline Megal, die bis heute Gas aus Russland nach Europa bringt, legten Deutsche und Franzosen die Aufteilung des jeweiligen Gasmarktes fest.

Beteiligte Unternehmen: E.ON, Gaz de France

Strafe: 1,106 Mrd. Euro

9. Intel

Darum geht’s: Intel hatte „in rechts- und wettbewerbswidriger Weise versucht, Wettbewerber vom Prozessorenmarkt zu verdrängen“, so die EU-Kommission.

Strafe: 1,06 Mrd. Euro

10. Aufzugs- und Fahrtreppenkartell

Darum geht’s: Nach Angaben der EU-Kommission hatten die beteiligten Unternehmen zwischen 1995 und 2004 ihre Gebote für Beschaffungsaufträge manipuliert, die Preise festgesetzt, Projekte gegenseitig zugeteilt, die Märkte aufgeteilt und geschäftlich wichtige und vertrauliche Informationen ausgetauscht.

Beteiligte Unternehmen: ThyssenKrupp, Otis, Schindler, Kone, Mitsubishi

Strafe: 992 Mio. Euro

11. Wälzlager-Kartell

Darum geht’s: Wälzlager-Hersteller hatten sich zwischen 2004 und 2011 mit ihren Preisen abgesprochen. EU-Wettbewerbskommission haben sie steigende Stahlpreise koordiniert an die Kunden in der Autoindustrie weitergegeben und sich bei Kostenvoranschlägen und Jahresrabatten für die Abnehmer abgestimmt.

Beteiligte Unternehmen: Schaeffler, SKF, NTN, NSK, JTEKT, NFC

Strafe: 953 Mio. Euro

12. Microsoft

Darum geht’s: Der amerikanische Softwarekonzern musste die Strafe zahlen, weil es seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt hatte und den Kunden nicht – wie zugesagt – verschiedene Internet-Browser zur Wahl gestellt hatte. Microsoft hatte seine der EU gegebene Verpflichtung dazu von Mai 2011 bis Juli 2012 nicht erfüllt, so die EU-Kommission.

Strafe: 899 Mio. Euro

13. Vitaminkartell

Darum geht’s: Acht große Vitaminhersteller hatten sich über Jahre hinweg den Markt für Vitamine untereinander aufgeteilt und gemeinsam überhöhte Preise festgesetzt. Unter der Federführung von Hoffmann-La Roche und BASF hat das Vitaminkartell bei Produkten wie Vitamin A und Vitamin E zwischen 1989 und 1999 den Markt streng in seinem Sinne beherrscht. In vierteljährlichen, zum Teil auch monatlichen Zusammenkünften wurden Informationen über Umsätze, Absatzmengen und Preise ausgetauscht. Damit die illegalen Preis- und Mengenabsprachen eingehalten wurden, hat das Kartell zudem Überwachungsmechanismen geschaffen.

Beteiligte Unternehmen: F. Hoffmann-La Roche, BASF, Takeda Pharmaceutical, Daiichi Pharmaceutical, Eisai, Merck, Solvay, Aventis (vormals Rhône-Poulenc)

Strafe: 855 Mio. Euro

14. Luftfrachtkartell

Darum geht’s: Zahlreiche Fluggesellschaften hatten nach Angaben der EU-Kommission zwischen Dezember 1999 und Februar 2006 die Konditionen für Frachtflüge abgesprochen. Sie vereinbarten bilateral und multilateral ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen, für die keine Rabatte eingeräumt wurden.

Beteiligte Unternehmen: Air France, KLM, British Airways, Cargolux, Singapore Airlines, SAS, Cathay Pacific Airways, Japan Airlines, Martinair, Air Canada, Qantas, LAN Chile, Lufthansa

Strafe: 799 Mio. Euro

Bild: Sondem/Fotolia.de

(Aktualisiert: 21.3.2019)

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Autor: Dörte Neitzel

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