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Beschaffung in Thailand

Beschaffung in Thailand

27.11.2017

Beschaffung in Thailand: Länderanalyse für Einkäufer

Ist die Beschaffung in Thailand für deutsche Einkäufer attraktiv? Wenn ja: Welche Branchen setzen auf Thailand als Beschaffungsmarkt? Antworten auf diese Fragen gibt unsere Länder-Analyse.

Thailand ist der bevorzugte Beschaffungsmarkt für chinesische Unternehmen und das Zentrum der Automobilproduktion im südostasiatischen Staatenverbund ASEAN.

Jeden zehnten Baht verdienen thailändische Exporteure inzwischen in der Volksrepublik China. Diese beschafft in Thailand vor allem Komponenten für den Maschinenbau und Erzeugnisse der verarbeitenden Industrie wie Autos und Kfz-Teile. Vor allem japanische Autobauer wie Toyota, Mitsubishi, Mazda, Honda, Nissan und Isuzu haben Thailand zum weltweit fünft bedeutendsten Standort für die Automobilproduktion gemacht – noch vor Mexiko und Brasilien.

Beschaffung in Thailand

Verhandlungstipps für Einkäufer in Thailand. (Foto: Amnartk/Shutterstock.com)

Im Schatten der japanischen Konzerne hat sich in Thailand inzwischen auch eine überwältigende Zahl deutscher Automobilzulieferer niedergelassen – darunter Continental, Bosch, Dürr Lackiersysteme, ZF Lemforder, Henkel oder Schaeffler. Insgesamt gibt es in dem Land am Chao Praya heute eine Automobilzulieferkette mit 2.400 Unternehmen, die 25 Prozent ihrer Produktion exportieren.

Da sich im Kielwasser der Automobilindustrie auch andere produzierende Gewerbe erfolgreich entwickeln, finden Einkäufer in Thailand – anders als in anderen südostasiatischen Staaten – ein breites Angebot an industriellen Vorprodukten. Zudem können thailändische Lohnfertiger auch technologisch anspruchsvollere Prozessen für deutsche Kunden erledigen.

Einkäuferland Thailand: Fakten zur Beschaffung in Thailand

Offizieller Name Königreich Thailand
Hauptstadt Bangkok
Amtssprache Thai
Bevölkerung 69,1 Millionen
Bruttoinlandsprodukt 2017 432,9 Milliarden US-Dollar
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 6.265,30 US-Dollar
Wirtschaftswachstum 2016/2017/2018* 3,2% / 3,0% / 3,3%
Inflationsrate 2017 / 2018* 1,4% / 1,5%
Importe 2016 194,2 Milliarden US-Dollar
Exporte 2016 215,4 Milliarden US-Dollar
Deutsche Importe aus Thailand 2016 5,4 Milliarden US-Dollar
Deutsche Exporte nach Thailand 2016 4,4 Milliarden US-Dollar
Freihandelsabkommen Mitglied in ASEAN, AFTA, APEC und WTO
Rohstoffe Gips, Blei, Tantal, Wolfram, Erdgas, Zinn

* geschätzt

Beschaffung in Thailand: Deutsche Einfuhren aus Thailand in Prozent der Importe

Ausfuhrgüter Prozentualer Anteil
Elektronik 34%
Maschinen 8,7%
Elektrotechnik 7,5%
Nahrungsmittel 7,1%
Kfz und -Teile 6,3%
Sonstige 36,4%

Produktivität, Qualität und Kosten

Mit einem durchschnittlichen Monatslohn von 365 Euro für Industriearbeiter ist Thailand kein Billiglohnland mehr. Und da es thailändische Zulieferer zunehmend schwerer haben, Fachkräfte zu finden, werden die Löhne für qualifizierte Arbeiter und damit die Einstandspreise künftig weiter steigen.

Dennoch belegt das Land im World Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums den 34. Platz von insgesamt 138 Staaten und rangiert damit noch vor Polen auf Platz 36 und knapp hinter der Tschechischen Republik auf Rang 31.

Dies kommt nicht von ungefähr. Haben sich thailändische Zulieferer als Partner japanischer und chinesischer Konzerne doch eine hohe Technologiekompetenz und ausgeprägte Erfahrung im Export erworben. Viele thailändische Unternehmen wissen, welche Qualität und Liefertreue globale Industrieunternehmen erwarten.

Durchschnittlicher Monatslohn im verarbeitenden Gewerbe 365,8 Euro
Analphabetenquote 6%
Durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs 7,9 Jahre
Anteil der Bevölkerung mit sekundärer Schulbildung 43,3%
Human Development Index Platz 87 von 188
Global Competitiveness Index
Platz 34 von 138
Offizielle Arbeitslosenquote 2017 0,7%
Produktivität – Wachstum des Produktionsindex in der Industrie (2016) 2,6%

Beschaffung in Thailand: Infrastruktur und Logistik

Die thailändische Regierung investiert in den kommenden fünf Jahren 60 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des größten Tiefwasserhafens des Landes, Laem Chabang, sowie des Flughafens Bangkok. Dieser ist der neuntgrößte Airport Asiens. Im Ranking der größten Flughäfen der Welt belegt Bangkok Platz 20. Die Hafenarbeiter in Laem Chabang schlagen jedes Jahr 6,04 Millionen TEU um und heben den Hafen damit auf Platz 20 im Ranking der größten Seehäfen der Welt.

Die Regierung in Bangkok baut derzeit zudem neun neue Eisenbahnlinien. Bis 2020 soll das Land an die Schnellfahrstrecke zwischen der südchinesischen Handelsstadt Kunming und Singapur angebunden sein.

Wichtigster Seehafen Laem Chabang
Wichtigste Flughäfen Bangkok
Autobahnnetz 145 Kilometer
Eisenbahnnetz 4.431 Kilometer

Risiken bei der Beschaffung in Thailand

Thailand könnte wettbewerbsfähiger sein, wenn das Land politisch stabiler wäre. Doch in der Vergangenheit haben häufige Regierungswechsel die thailändische Wirtschaft durch neue Gesetze und Vorschriften oft belastet. Derzeit weiß zudem niemand, ob die für 2018 angekündigte Übergabe der Regierungsverantwortung durch die amtierende Militärregierung an eine zivile Verwaltung,  nicht erneut Konflikte zwischen der ärmeren ländlichen Bevölkerung und der städtischen Mittelschicht aufflammen lässt. Diese Spannungen hatten 2014 dazu geführt, dass das Militär die Regierungsgewalt an sich gezogen hat.

In der Regenzeit kommt es in Thailand zwischen Mai und Oktober außerdem häufig zu großflächigen Überschwemmungen und Erdrutschen. Auch Erdbeben treten relativ oft auf.

Mögliche Risiken im Überblick:    

  • Regierungswechsel 2018
  • Überschwemmungen
  • Erdrutsche
  • Erdbeben

Quellen: gtai, IMF, Auswärtiges Amt, Weltbank, UNDP, UNESCO

Bild: 69Studio/Shutterstock.com (Teaser)

Autor: Gerd Meyring

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Autor: Dörte Neitzel

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