Gasherd

Unkonventionelle Gasproduktion verdoppelt sich bis 2030

| von Dörte Neitzel

Der Erdgas-Anteil an der weltweiten Primärenergieversorgung  wird voraussichtlich auf 24 Prozent in 2030 und zum Nachteil anderer fossiler Brennstoffe ansteigen. Das sagt die aktuelle Frost & Sullivan-Studie 2030 Vision for the Global Unconventional Gas Industry.

Wer vom unkonventionellen Erdgas profitiert

Die USA profitiert von reichlichen Vorkommen an sogenanntem unkonventionellem Gas (zum Beispiel Gas aus Schiefergestein), weshalb das Land in den Markt für Flüssig-Erdgas einsteigen und mit Australien und Katar in Wettbewerb treten wird. Außerhalb Nordamerikas werden E&P-Unternehmen in Australien, dem Mittleren Osten, China und Argentinien außergewöhnliches Wachstum im Markt für unkonventionelles Gas verzeichnen.

Vor ungefähr 30 Jahren beschränkten sich die Ressourcen für Erdgas auf herkömmliche Felder. Mit der Entwicklung der Exploration und Bohrtechnologie wurden jedoch unkonventionelle Quellen aufgetan, die das Entstehen einer neuen Versorgungslandschaft für Schiefergas, Tight-Gas, Flözgas und auch Gashydrate zur Folge hatte. Ressourcen für unkonventionelles Gas werden zum Wachstum der Gasversorgung beitragen, ihr Marktanteil wird sich von 20 Prozent in 2016 auf 30 Prozent in 2030 erhöhen. Der Versorgungsmarkt für unkonventionelles Gas wird voraussichtlich bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fünf Prozent zwischen 2016 und 2030 wachsen.

„Die Produktion von konventionellem Gas wird sich moderat erhöhen, die von unkonventionellem Gas wird dagegen sehr viel schneller ansteigen,” erklärt Frost & Sullivan. „Wir gehen davon aus, dass Schiefergas das am schnellsten wachsende Segment im Vergleich zu Tight- und Flözgas sein wird. Sein Marktanteil wird voraussichtlich von neun Prozent in 2016 auf 16 Prozent in 2030 anwachsen.”

Zu den weiteren wichtigen Ergebnissen der Studie gehören:

  • das Wachstum bei der Produktion von unkonventionellem Gas wird in erster Linie durch die USA, China und Argentinien erbracht, die die meisten technisch abbaubaren Schiefergasvorkommen mit jeweils 623 Tcf (Billionen Kubikfuß), 1.115 Tcf und 802 Tcf haben;
  • in den USA wird der Anteil der unkonventionellen Gasproduktion von 64 Prozent in 2016 auf 72 Prozent in 2030 anwachsen;
  • China wird das schnellste Wachstum bei der unkonventionellen Gasproduktion zu verzeichnen haben, und zwar bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von neun Prozent zwischen 2016 und 2030;
  • Russland, Saudi-Arabien, Iran, Algerien, Mozambik und Tansania werden ein stetiges Wachstum der konventionellen Gasproduktion erleben. Diese Länder werden voraussichtlich 50 Prozent der gesamten weltweiten konventionellen Gasproduktion in 2030 ausmachen.

Obwohl wichtige Bereiche wie Stromerzeugung und Allgemeine Industrie weiterhin Bedarf haben werden, wird es auch zukünftig einige Herausforderungen für das Wachstum im Markt geben, insbesondere in aufstrebenden Märkten wie in Afrika, dem Mittleren Osten und Asien-Pazifik. Geopolitik, fehlendes technologisches Know-how, ein Mangel an FDI-Investitionen, eingeschränkte Wasserressourcen und unzugängliche Märkte könnten das Wachstum in diesen Regionen bremsen.

„Das zukünftige Wachstum im Versorgungsmarkt für Erdgas wird von der Entwicklung von unkonventionellen Gasquellen in aufstrebenden Märkten, wie Algerien, Ägypten, Oman, Saudi-Arabien, Russland, Mozambik, Südafrika, China und Australien abhängen. Diese Länder haben bedeutende Gasvorkommen, die noch unerforscht und nicht ausgeschöpft sind. Mit dem nötigen Geldzufluss und technischem Know-how können diese Länder den zukünftigen Bedarf sichern,” erläutert Frost & Sullivan.

Bild: Pixabay

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