Ein Stahlarbeiter gießt flüssigen Stahl in einen Behälter.

Ferrolegierungen werden in der Stahlerzeugung benötigt. (Bild: industrieblick/Adobestock)

| von Dörte Neitzel

Metalshub, die digitale Handelsplattform für Ferrolegierungen und Spezialmetalle, hat die ersten, komplett transaktionsbasierten Preisindizes veröffentlicht. Die Preisberichterstattung wird so digitalisiert. Auf diese Weise soll der Markt effizienter und transparenter werden.

Die Preise für Ferrolegierungen und Spezialmetallen waren traditionell eher intransparent für Händler und Kunden. Agenturen zur Preisberichterstattung (PRAs) veröffentlichten zwar Preisinformationen. Diese wurden jedoch journalistisch recherchiert. Das war zeitaufwändig und die Informationen waren nur zeitlich versetzt verfügbar.

Ab dem 4. November bietet Metalshub wöchentliche Indizes für folgende Ferrolegierungen:

  • Ferrosilizium,
  • Ferrochrom,
  • Ferromolybdän,
  • Ferrovanadium,
  • Ferromangan und
  • Manganmetall.

Mit diesen sechs Indizes will das Unternehmens zum Datenanbieter werden. Metalshub hat bereits angekündigt, dass weitere Preisindizes folgen sollen.

Echte Handelsdaten als Basis

Die Metalshub-Indizes krempeln den Markt für Ferrolegierungen und Spezialmetalle um, da sie ausschließlich auf echten Verhandlungs- und Transaktionsdaten und nicht auf einer Mischung aus journalistisch berichteten Handels- und Angebotsindikationen basieren.

Der Marktplatz umfasst mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen und generiert mehr als 900 Bid/Offer-Datenpunkte pro Monat. Aus diesen Daten werden die Indizes errechnet.

Lieferanten und Käufer sollen zum ersten Mal in der Lage sein, die Indizes für ihre Jahresverträge zu verwenden, während Teilnehmer des Spotmarktes Zugang zu den neuesten Preisinformationen erhalten.

Die Metalshub-Indizes sollen Käufern und Verkäufern, schneller bessere Handelsentscheidungen ermöglichen. Denn die Zeitverzögerung, die sich aus dem manuellen Datenerfassungsansatz der PRAs ergibt, fällt weg.

Die Nutzer können zudem ihre Preisrealisierung mit dem integrierten Analytics Center beurteilen. Dieser vergleicht Transaktionen mit Indexpreisen.

Was kosten die Preisinformationen?

Die volumengewichteten Preisindizes sollen günstiger sein als die recherchierten Informationen der PRAs. Genaue Angaben macht Metalshub jedoch nicht.

Der Wert der Verträge, die über die Plattform abgeschlossen wurden, ist 2019 um das Fünffache auf rund 100 Millionen Euro gestiegen. Trotz der durch die Corona-Pandemie angespannten Marktlage rechnet Metalshub, dass sich der Betrag in diesem Jahr auf 200 Millionen Euro verdoppelt.

Metalshub mit Hauptsitz in Düsseldorf ist weltweit aktiv. Das Unternehmen wurde 2016 von Sebastian Kreft und Frank Jackel gegründet. Die digitale Plattform wird im Dezember 2017 in Betrieb genommen.

Auf dem Marktplatz handelt Einkäufer und Verkäufer mit 17 Metallen und Ferrolegierungen. Seit der Eröffnung wurden 3.326 Kauf- und Verkaufsanfragen über die Plattform erstellt.

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