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Präzisionswerkzeuge richtig beschaffen

Präzisionswerkzeuge richtig beschaffen

Einkaufsführer: Präzisionswerkzeuge

Eine maßgeschneiderte Fertigungsstrategie ist eine Voraussetzung, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. Dazu gehört auch die richtige Auswahl der Werkzeuge, die auf den ersten Blick C-Teile sind, aber trotzdem sehr teuer werden können.

In der Großserienfertigung machen Präzisionswerkzeuge nur etwa drei bis fünf Prozent der Fertigungskosten aus. Allerdings beeinflussen die Werkzeuge die restlichen Kosten immens. Zudem ist für diese ‚C-Teile‘ ein hoher administrativer Aufwand notwendig, der sich bei den Gesamtkosten durchaus niederschlägt. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl der Werkzeuge, des Lieferanten, der Dienstleistu     ngen und Software die richtige Wahl zu treffen.

Hierfür ist es elementar, dass Einkauf und Fertigung von Beginn an eng zusammenarbeiten. Nur so können die Gesamtkosten reduziert und die besten Konditionen erreicht werden. Denn: Für die tatsächlichen Werkzeugkosten zählt nicht nur der Preis des Werkzeugs, vielmehr sind die TCO (Total Cost of Ownership) entscheidend. Sowohl die Technik als auch die Kosten müssen über die gesamte Prozesskette betrachtet werden.

Präzisionswerkzeuge richtig einkaufen

Viele Werkzeuge können nachgeschliffen und wiederaufbereitet werden, um die Produktionskosten zu senken.

Für Werkzeughersteller ist es das Ziel, die Werkzeuge technisch ständig weiterzuentwickeln, die Standzeit zu erhöhen, das Qualitätsniveau zu steigern und die Kosten zu senken. Und dem Kunden das optimale Werkzeug für seine Bearbeitungsaufgabe zu liefern. Der Kunde will höchste Produktivität, die bedarfsgerechte Versorgung mit Werkzeugen und eine prozesssichere Bearbeitung – die Fertigung muss laufen. Der Einkauf zielt zudem auf niedrige Kosten, Standardisierung, beispielsweise für die Fertigung an unterschiedlichen Standorten, sowie niedrigen administrativen Aufwand durch Automatisierung und Konsolidierung der Lieferanten.

Um die Anforderung des Kunden also vollständig erfüllen zu können, ist für den Werkzeughersteller hohes Prozesswissen, großes Fachwissen in allen Zerspanungsarten sowie ein umfassendes, internationales Angebot an Werkzeugen und den dazugehörigen Services vonnöten. Nur wenn alle Punkte erfüllt sind, kann der optimale Bearbeitungsprozess zu den optimalen Kosten ausgelegt werden.

Worauf ist bei den Werkzeugen zu achten?

Bei der Auslegung der Werkzeuge ist es wichtig, eine möglichst kurze Gesamtbearbeitungszeit zu erreichen. Dies wird zum einen durch den Einsatz von Kombinationswerkzeugen erreicht. Hier werden einzelne Bearbeitungsschritte zusammengelegt. Mit diesen Werkzeugen wird nicht nur Hauptzeit wegen der gleichzeitigen Bearbeitung eingespart. Zudem entfallen Nebenzeiten durch Werkzeugwechsel und Verfahrwege. Zum anderen wird die Gesamtbearbeitungszeit durch optimierte Bearbeitungsgeschwindigkeiten verkürzt. Möglich machen dies unter anderem speziell angepasste Schneidstoffe.

Natürlich besteht ein Werkzeugkonzept für die Komplettbearbeitung nicht nur aus Kombinationswerkzeugen. Oft werden für die Bearbeitung einfacher Bohrungen oder für einfache Fräsoperationen Standardwerkzeuge eingesetzt. In diesen Fällen zählt für die Steigerung der Produktivität eine kürzere Hauptzeit. Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele, wie schnell sich ein vermeintlich teureres Präzisionswerkzeug gegenüber einem durchschnittlichen Standardprodukt amortisiert hat. Zudem ist die Auswahl des richtigen Spannmittels wichtig. Denn auch die Produkte aus dem Bereich der Spanntechnik werden mehr und mehr zum Investitionsgut. Mit dem richtigen Spannmittel können zum einen Zeit und Geld eingespart und zum anderen kann die Prozesssicherheit erhöht werden.Es gibt Bearbeitungskonzepte, bei denen sich die höheren Anschaffungskosten eines anwendungsoptimierten Spannfutters mit Standardwerkzeug gegenüber der Verwendung eines Standardfutters mit Sonderwerkzeug anbieten.

All diese Aspekte und die unterschiedlichen Konzepte müssen bei der Auslegung der Bearbeitungsprozesse beachtet werden. Dazu bieten Hersteller von Präzisionswerkzeugen eine Reihe von Dienstleistungen an, die zur Auslegung hochproduktiver und wirtschaftlicher Fertigungsprozesse führen. Alle notwendigen technologischen und ökonomischen Informationen stehen am Ende der Planungen für eine sichere und schnelle Umsetzung zur Verfügung und erleichtern den Auswahlprozess erheblich.

Worauf ist rund um die eigentliche Bearbeitung zu achten?

Werkzeuge und ihr Handling werden immer komplexer. Deshalb werden beispielsweise das Toolmanagement oder das Wiederaufbereiten von Werkzeugen zunehmend ausgelagert. Denn auch rund um die eigentliche Bearbeitung fallen werkzeugbezogene Kosten an. Diese betreffen unter anderem: die fristgerechte Werkzeugversorgung, die Planung und Erhaltung des optimalen Bestandes, um Lagerkosten zu minimieren, das Verwalten der Werkzeugdaten, das Einstellen der Werkzeuge und das Handling nach Standzeitende. Die Kosten dieser Einflussfaktoren sind oft schwer zu erfassen und können leicht unterschätzt werden. Oft liegen in diesem Bereich wichtige Stellhebel, um die Gesamtkosten zu optimieren. Der Werkzeughersteller Mapal bietet deshalb ein digitales Toolmanagement mit zahlreichen Dienstleistungen an, um die maximale Kostentransparenz zu erreichen.

Wie lässt sich ein Mehrwert für weitere Prozesse erzielen?

Um höchste Wirtschaftlichkeit zu erreichen und einen Mehrwert standortübergreifend zu generieren, muss die komplette Lieferkette vernetzt sein. Denn so ist es möglich, die effizienteste Technologie zu identifizieren, die Zahl der Werkzeuge und der Lieferanten zu konsolidieren, Bestellungen zu bündeln und insgesamt Kosten zu reduzieren. Alle den Prozess betreffenden Daten müssen dafür vorhanden sein und automatisch geteilt werden können. Das gesamte Ökosystem rund um die Bearbeitung muss transparent sein.

Mapal hat deshalb c-Com entwickelt. ­c-Com ist die offene cloudbasierte Plattform, auf Basis der SAP Cloud Platform, für die effiziente Datenverwaltung zwischen Kunden und Lieferanten. Die von allen involvierten Seiten gespeiste Datenplattform birgt enormes Potenzial und große Synergieeffekte. Mit c-Com hat der Kunde seine eigene interne Technologiedatenbank. Änderungen bei den Werkzeugen, seien sie technisch oder wirtschaftlich, werden automatisch auf der Plattform aktualisiert. Kunden arbeiten auf diese Weise jederzeit mit den aktuellsten Daten ohne jeglichen administrativen Aufwand.

Autoren: Giari Fiorucci (Mapal Dr. Kress) und Kathrin Irmer

Bilder: Mapal


Checkliste für den Einkauf von Präzisionswerkzeugen

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Welchen Einfluss auf die notwendigen Eigenschaften der Werkzeuge hat das gewählte Maschinenkonzept?

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Für welche Bearbeitungsschritte ist es sinnvoll, Sonderwerkzeuge oder -spannmittel anstelle von Standardwerkzeugen zu verwenden?

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Können die Kosten pro Werkstück genau ermittelt werden?

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Welche Unterstützung bietet der Werkzeuglieferant bei der Planung, dem Einsatz und dem Handling der Werkzeuge?

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Wie sehen die indirekten Kosten aus und sind diese transparent?

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Welches System zur Werkzeugüberwachung und -versorgung ist sinnvoll oder lohnt sich ein Outsourcing?

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Ist die gesammelte Erfahrung für weitere Projekte nutzbar und entsprechend dokumentiert?

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Stellt der Werkzeughersteller alle Daten für ein zukunftsgerichtetes digitales Datenmanagement zur Verfügung?


Drei Fragen an Wolfgang Müller, Robert Bosch GmbH

Für welche Anwendungen kaufen Sie Präzisionswerkzeuge ein?

Wir kaufen überwiegend Präzisionswerkzeuge für den Automotive-Bereich (Tier-1) zur Bearbeitung von unseren sehr komplexen und anspruchsvollen hochwertigen Komponenten ein.

Welche Aspekte bestimmen, bei welchem Anbieter Sie diese einkaufen?

Für ein globales Unternehmen sind mehrere zu nennende Aspekte für eine Sourcing-Strategie wichtig: Der Globale „footprint“ eines Lieferanten ist uns sehr wichtig, weil wir im Fertigungsverbund an mehreren Standorten weltweit das gleiche Produkt in sehr hoher Quality fertigen. Dazu benötigen wir  eine sehr hohe technische Kompetenz, haben einen sehr hohen Anspruch an die Produkt-Qualität und bei der TCO-Betrachtung müssen die Produkte im Life-Cycle deutliche Vorteile bringen. Ein kompetenter Service vor Ort  ist uns wichtig (insbesondere im Leitwerk eines Fertigungsverbundes), der mit unseren Spezialisten gemeinsam neue und bessere Technologien weiterentwickelt und zur Anwendung bringt. Dazu nimmt der Consignment-Stock in Form von Vending-Machine an Wichtigkeit zu.

Wie wichtig ist dabei die TCO-Betrachtung für Sie?

Die TCO-Betrachtung ist ein sehr wichtiger Bestandteil der gesamten Sourcing-Strategie als auch von allen wichtigen Einkaufsentscheidungen (A- und B-Teile).


Einkaufsführer in Zusammenarbeit mit Mapal Dr. Kress KG

Die Mapal Präzisionswerkzeuge Dr. Kress KG gehört zu den international führenden Anbietern von Präzisionswerkzeugen für die Zerspanung nahezu aller Werkstoffe. Das 1950 gegründete Unternehmen beliefert namhafte Kunden vor allem aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau. Mit seinen Innovationen setzt das Familienunternehmen Trends und Standards in der Fertigungs- und Zerspanungstechnik. Mapal versteht sich dabei als Technologiepartner, der seine Kunden bei der Entwicklung effizienter und ressourcenschonender Bearbeitungsprozesse mit individuellen Werkzeugkonzepten unterstützt. Das Unternehmen ist mit Produktions-, Vertriebsstandorten und Servicepartnern in 44 Ländern vertreten. Im Jahr 2015 beschäftigte die Mapal Gruppe 4.800 Mitarbeiter, der Umsatz lag bei 540 Mio Euro.

Autor: Dörte Neitzel

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