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Die größten Raffinerien in Deutschland

Deutschlands größte Erdöl-Raffinerien

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Raffinerie Emsland
Platz 10: Emsland. BP betreibt in Lingen die mit 4,7 Millionen Tonnen Kapazität eher kleine Raffinerie Emsland. Seit 1953 produziert die Raffinerie mit seinen heute rund 750 Mitarbeitenden unterschiedliche Produkte. Dafür verarbeitet sie etwa 3,8 Millionen Tonnen ausländisches Rohöl und rund 800.000 Tonnen deutsches Rohöl. Produziert werden Flüssiggase (LPG, Autogas), Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl sowie n-Paraffine, Kalzinat und Schwefel.
Stefan Kunzmann - Wikimedia Commons
Raffinerie Gunvor Ingolstadt
Platz 9: Gunvor Ingolstadt. Mit fünf Millionen Tonnen schafft es die Raffinerie Gunvor Ingolstadt auf den neunten Platz der größten Raffinerien in Deutschland. Die Raffinerie verfügt über zwei separate Rohölverarbeitungswege mit atmosphärischer Destillation und Vakuum-Destillation sowie eine katalytische Crackanlage. Anfang der 2000er-Jahre wurde die Raffinerie mit einer Wasserstoff-Erzeugung und zusätzlichen Entschwefelungsreaktoren nachgerüstet. Produziert wird hier Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin sowie Schwefel.
Mehrwertmedien - Wikimedia Commons
Raffinerie Holborn Europa
Platz 8: Holborn Europa. Die Holborn Europa Raffinerie in Hamburg kommt mit 5,15 Millionen Tonnen auf den achten Platz. Auf dem fast 100 Hektar großen Gelände produziert die Raffinerie schwerpunktmäßig Benzin und Mitteldestillate. Neben Benzin, Diesel und Heizöl erzeugt Horborn Schiffskraftstoff, Flüssiggas und Cyclohexan. Aus Hamburg kommt nach eigenen Angaben ein Fünftel der deutschen Cyclohexanproduktion - ein Grundstoff für beispielsweise Nylon. 300 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.
Holborn Europa
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Rheinland Raffinerie Werk Wesseling.
Platz 7: Rheinland Wesseling. Etwas weiter südlich des Godorfer Werks liegt das Werk Wesseling mit einer Produktion von 7,3 Millionen Tonnen. Es wird ebenfalls von Shell betrieben. Mit Rohöl wird das Werk zudem über die Nord-West-Ölleitung aus Wilhelmshaven versorgt - zusätzlich zur Rotterdam-Pipeline. Rechnet man beide Werke zusammen, entstünde die größte gemeinsame Raffinerie mit rund 16 Millionen Tonnen Kapazität.In Wesseling soll die Rohölverarbeitung bis 2025 beendet werden, stattdessen setzt der Betreiber auf die Wasserstoffproduktion. Im Juli 2021 ging bereits ein Wasserstoff-Elektrolyseur in Betrieb. Bis zu 1.300 Tonnen grüner Wasserstoff sollen dann entstehen.
Von Martin Falbisoner - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Raffinerie Rheinland Godorf
Platz 6: Rheinland Godorf. Deutschlands sechstgrößte Raffinerie wird von Shell betrieben und steht in Godorf im Energy and Chemicals Park Rheinland. Sie schaffte 2020 rund 9,3 Millionen Tonnen Raffinade-Öl. Ihr Werk tut sie seit 1960 mit einem Jahresdurchsatz von vier Millionen Tonnen Rohöl. Auf der Produktpalette stehen Propan und Butan, Benzin und Diesel, Kerosin, Heizöle, Bitumen, Schwefel, Ethen und Propen, n-Butene, Benzol, Toluol, Xylole (Aromaten), Dimethylether, Methanol, Naphta Hydrowax. Beliefert wird die Raffinerie über den Ölhafen Rotterdam per Pipeline. Für den Transport zu den Kunden nutzt der Betreiber sowohl den Binnenhafen Köln, als auch eine Pipeline (Rhein-Main-Rohrleitung, CEPS) sowie Bahn und Straße.
Wolkenkratzer - Wikimedia Commons
Raffinerie Vohburg Bayernoil
Platz 5: Bayernoil. Bayerns größte Raffinerie liegt in Vohburg und Neustadt an der Donau, deutschlandweit liegt sie auf dem fünften Platz mit einer raffinierten Menge von 10,3 Millionen Tonnen. Betrieben wird sie von Bayernoil. Die Raffineriegesellschaft entstand im Jahr 1998 durch die Fusion der Raffineriegesellschaft Vohburg-Ingolstadt und der Erdölraffinerie Neustadt. Anteilseigner sind die Schweizer Varo Energy (51,43 Prozent), Rosneft Deutschland (28,57 Prozent) sowie Eni Deutschland (20 Prozent). Auch hier übernimmt die Bundesnetzagentur bis auf weiteres die Treunhandschaft über den Anteil von Rosneft Deutschland. In Vohburg produziert Bayernoil Flüssiggas und Naphta als Grundstoffe für die Petrochemie, Kraftstoffe, Heizöl und Schweröl sowie Bitumen. Darüber hinaus erzeugt der Betreiber (grauen) Wasserstoff mittels Elektrolyse. Dieser wird als Prozesswasserstoff selbst verbraucht oder an Tankstellen geliefert. Beliefert werden beide Werke über die Transalpine Pipeline (TAL) mit Rohöl, das im italienischen Triest anlandet. 2019 gab es in Vohburg einen verheerenden Brand auf dem Raffineriegelände durch einen Reaktorriss. Die Produktionsanlagen wurden aber wieder aufgebaut.
Vohburger - Wikimedia Commons
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Gelände der PCK Raffinerie Schwedt aus der Vogelperspektive
Platz 4: PCK Schwedt. Die Raffinerie PCK Schwedt gelangte mit den Sanktionen gegen Russland in die Schlagzeilen. Zum einen ist einer der Anteilseigner Rosneft, zum anderen bezog sie ihr Rohöl vornehmlich aus Russland über die Druschba-Pipeline.. Der Betrieb kann rund 11,48 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Das Werk versorgt Berlin und Brandenburg mit Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin. Weiters produziert die Raffinerie Flüssiggas, Bitumen, Schwefel, Aromate (Benzol, Toluol, Xylole) und Energie (Dampf und Strom).Anteilseigner sind Shell (37,5 Prozent) und Rosneft Deutschland (37,5 Prozent) sowie die AET Raffineriebeteiligungs-Gesellschaft (25 Prozent). An letzterer sind die Unternehmen Rosneft Refining & Marketing sowie Eni Deutschland beteiligt. Rosneft Deutschland sowie Rosneft Refining & Marketing wurde von der Bundesregierung im September 2022 unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt. Damit soll eine mögliche Gefährdung der Energieversorgung vermieden werden, da Rosneft eines der größten erdölverarbeitenden Unternehmen in Deutschland ist. Auch sollen Arbeitsplätze erhalten bleiben .Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Treuhandverwaltung zuletzt im März 2023 für weitere sechs Monate bis zum 10. September 2023 verlängert. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Klage von Rosneft dagegen abgewiesen.
Bilfinger ist für die Instandhaltung großer Teile des rund 320 Hektar großen TotalEnergies-Anlagenkomplexes zuständig.
Platz 3: Total Mitteldeutschland. Die Raffinerie des französischen Mineralölkonzerns Total Energies liegt in Leuna und bringt es auf eine Raffinerieleistung von 12 Millionen Tonnen, was der Kapazitätsgrenze entspricht. Sie wurde nach dem Mauerfall von Elf Aquitaine errichtet und ging 1997 in Betrieb. Heute versorgt sie vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen Tankstellen mit Treibstoff. Zum Produktangebot gehören Diesel, Bitumen, Heizöl, Schweröl, Kerosin, Benzin, LPG, Naphta und Methanol. Die Raffinerie ist Deutschlands größte Methanol-Produktionsstätte. Rund 700 Mitarbeiter arbeiten auf dem 320 Hektar großen Gelände in Leuna.
TotalEnergies
Making of BP Image Film
Platz 2: Ruhr Öl. Die Raffinerie von Ruhr Öl kommt auf den zweiten Platz unter den größten Raffinerien Deutschlands mit einer Kapazität von 12,8 Millionen Tonnen raffiniertem Rohöl. Damit produziert sie an ihrer Kapazitätsgrenze. Die Gelsenkirchener Raffinerie beschäftigt in ihren drei Werken in Gelsenkirchen-Hassel, Horst und Scholven rund 1.735 Mitarbeiter. Eigner ist BP. Insgesamt gibt es drei Destillationsanlagen und fünf Konversionsanlagen: einen Hydrocracker, eine FCC-Anlage, ein Coker, einen Visbreaker und eine Schwerölvergasung. Schwerpunkt der Produktion der petrochemischen Grundstoffe ist das Werk Scholven.Produziert werden Heizöl (8,7%), Kraftstoffe (61,2%), petrochemische (22,2%) und sonstige (7,9%) Produkte. In Bottrop, am Rhein-Herne-Kanal liegt das Tanklager für Zwischen- und Endprodukte. Diese werden per Schiff weitertransportiert.
BP
Kreisverkehr bei der Raffinerie Miro
Platz 1: Miro (Mineralölraffinerie Oberrhein). Die größte Raffinerie Deutschlands besitzt eine Raffinadekapazität von 14,9 Millionen Tonnen. Das 458 Hektar große Raffineriegelände liegt in Karlsruhe am Oberrhein, das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 1.100 Mitarbeiter. Gesellschafter sind Phillips 66, Esso, Rosneft und Shell. Produziert wird Benzin, Diesel, Heizöl, Propylen und Bitumen. Die Tanklagerkapazitäten liegen bei 730.000 Kubikmetern. Sein Rohöl bezieht Miro hauptsächlich aus Osteuropa, Zentralasien und Afrika. Geliefert wird es per Pipeline (TAL - Transalpine Ölleitung) mit Anlandung in Triest. Gegründet wurde die Miro in 1996 als Fusion der Oberrheinischen Mineralölwerke (OMW) mit der Esso-Raffinerie in Karlsruhe. Die Wurzeln gehen aber zurück auf die 1960er-Jahre.
Von Ikar.us - Eigenes Werk, CC BY 3.0 de
Raffinerie Emsland
Raffinerie Gunvor Ingolstadt
Raffinerie Holborn Europa
Rheinland Raffinerie Werk Wesseling.
Raffinerie Rheinland Godorf
Raffinerie Vohburg Bayernoil
Gelände der PCK Raffinerie Schwedt aus der Vogelperspektive
Bilfinger ist für die Instandhaltung großer Teile des rund 320 Hektar großen TotalEnergies-Anlagenkomplexes zuständig.
Making of BP Image Film
Kreisverkehr bei der Raffinerie Miro
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