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Die größten Pleiten in Deutschland

Das waren die größten Insolvenzen in Deutschland

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Lilium
20. Lilium Doch 2024 ging der bayerischen E-Flugtaxi-Firma das Geld aus. Ein kurzfristiger Rettungsversuch durch ein Investorenkonsortium misslang, sodass Lilium Ende Februar 2025 erneut Insolvenz anmeldete. Die nach dem Luftfahrtpionier Otto Lilienthal benannte Firma wurde 2015 von Ingenieuren der TU München gegründet. Betroffen sind rund 1.000 Mitarbeiter.
Lilium
Familie in einer Alno-Küche
19. Alno Der Küchenhersteller Alno beantragte im Juli 2017 – 90 Jahre nach seiner Ghttps://mi-contao.cia-network.net/system/themes/flexible/icons/drag.svgründung – Sanierung in Eigenverwaltung. Das Unternehmen beschäftigte zu dem Zeitpunkt nach eigenen Angaben an vier Produktionsstandorten weltweit insgesamt rund 1.900 Mitarbeiter. Ende 2017 übernahm der britische Finanzinvestor Riverrock große Teile der Alno für 20 Millionen Euro und baute das Geschäft neu auf. 2021 meldetet Alno zum zweiten Mal Insolvenz an - mit einem juristischen Nachspiel.
Screenshot Alno Katalog 2024
Photovoltaik
18. SolarWorld Im Jahr vor seiner Insolvenz 2017 zählte der PV-Hersteller Solarworld 3.034 Mitarbeiter. Es war eine der spektakulärsten Pleiten, da sie symbolisch für den Niedergang der Photovoltaikindustrie in Deutschland war. Das Unternehmen war an drei Standorten in drei Ländern. Produziert wurde im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt.
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Kleiderstange mit vielen Klamotten in einem Kaufhaus
17. Hertie In den 1990ern wurde die Warenhauskette von Karstadt für 1,652 Milliarden D-Mark aufgekauft. Zuvor war Hertie das zweitgrößte Kaufhaus in Deutschland. Finanzielle Probleme ihres britischen Hauptinvestors Dawney, Day and Hilco Ltd. brechen im Juli 2008 der 1882 gegründeten Kaufhauskette jedoch endgültig das Genick. Die 3.200 Beschäftigten der 55 Warenhäuser stehen auf der Straße. Eine Rettung war aussichtslos, nachdem potenzielle Investoren ihre Angebote zurückgezogen hatten.
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Sportauto von hinten
16. Karmann Als Karmann 2007 seine wichtigsten Kunden, Daimler und Audi, verliert, hat der Auftragsfertiger Probleme, Anschlussaufträge zu gewinnen. Im April 2009 meldet das Osnabrücker Traditionsunternehmen Insolvenz an. Bis dahin hatte Karmann Cabrio für Mercedes und Audi gefertigt. Volkswagen und Automobilzulieferer wie Magna International und Webasto übernehmen nach der Insolvenz große Teile von Karmann. Viele der betroffenen 3.500 Mitarbeiter können weiterbeschäftigt werden.
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Qimonda
15. Qimonda Der Münchner Konzern Infineon hatte 2004 seine Speicherchip-Sparte in die spätere Qimonda AG ausgegliedert. Diese verschläft den Umstieg auf neue sparsame Produktionsverfahren in der Branche und gerät in die Verlustzone. Im Januar 2009 ordnet das Amtsgericht München die Insolvenz der Qimonda AG an, nachdem ein Rettungsversuch mit staatlicher Unterstützung gescheitert war. Fabriken in München, den USA und Portugal mussten schließen. Betroffen von der ersten Welle waren rund 3.000 von den 13.500 Arbeitsplätzen weltweit. Lediglich am Standort Dresden setzte Infineon die Fertigung ab Mai 2011 fort.
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Wirecard
14. Wirecard Im Jahr 2020 erwischte es das DAX-Unternehmen Wirecard: Der Bezahldienstleister wickelte bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet ab - ist also eine Schnittstelle zwischen Händlern und Banken bzw. Kreditkartenfirmen. Was führte zur Insolvenz von Wirecard? Einen Teil seines Geschäfts hatte das Unternehmen in Asien und im Mittleren Osten an Drittfirmen ausgelagert, die Zahlungen - angeblich - im Auftrag von Wirecard abwickeln sollten. Ein großer Teil dieses Drittgeschäfts bestand allerdings wohl aus Luftbuchungen. Nach Stand Juni 2020 soll es sich um rund 1,9 Milliarden Euro handeln. Den Skandal aufgedeckt hatte die britische Zeitung Financial Times (FT). Erste Verdachtsmomente gab es bereits 2019. Erst danach fand die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG heraus, dass ein Milliardenbetrag nicht nachgewiesen werden konnte und es sich wahrscheinlich um kriminelle Manipulation handelt. Die FT-Journalisten hatten es mit ihren Recherchen jedoch nicht leicht: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin stellte sich zunächst schützend vor Wirecard und bezichtigte die Rechercheure der möglichen Marktmanipulation. Man hätte einen Kursrutsch auslösen wollen und sich anschließend durch Wetten auf einen fallenden Kurs bereichern wollen. BaFin-Chef Felix Hufeld hat mittlerweile eingestanden, dass es sich dabei um ein "komplettes Desaster" gehandelt habe. Im Ranking der größten Pleiten Deutschlands landet Wirecard trotzdem nur auf dem zwölften Platz, betroffen waren mehr als 5.000 Mitarbeiter (Stand 2018: 5.154 Mitarbeiter).
Wirecard
Tempton
13. Tempton Der Personaldienstleister Tempton musste im Juni 2017 Insolvenz anmelden. Das Unternehmen wollte sich dadurch von Finanzverbindlichkeiten aus der Vergangenheit befreien. Es war ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung. Rund 6.000 Mitarbeiter hatte das Unternehmen zu dem Zeitpunkt. Bereits im September 2017 war das Verfahren abgeschlossen und Tempton bietet weiterhin Personaldienstleistungen an. Seit Oktober 2019 ist Tempton an der Frankfurter Börse.
Tempton
Edscha
12. Edscha Der Automobilzulieferer Edscha aus Remscheid meldete 2009 Insolvenz für die europäischen Standorte an. Wie Konkurrent Karmann war es - unter anderem - von der Finanzkrise und der folgenden Absatzkrise betroffen. Wie das Handelsblatt berichtet, hatte zudem aber auch der Investor Carlyle das Unternehmen durch zu viele Entnahmen geschwächt. 6.500 Mitarbeiter waren weltweit betroffen, in Europa waren es 4.200. Die Sparte Cabrio-Dächer übernahm Webasto (2010), die Karosserieprodukte übernahm der spanische Automobilzulieferer Gestamp. Die Marke selbst ist bis heute erhalten.
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Peek & Cloppenburg store brand shop with logo retail in Stuttgart, Germany
11. Peek und Cloppenburg P und C meldete 2023 Insolvenz an. Betroffen waren 6.300 Mitarbeiter. Ein Insolvenzplan rettete die Düsseldorfer Modekette.
Markus Mainka - stock.adobe.com
Bagger auf einer Baustelle
10. Walter Bau Die Krise der deutschen Bauwirtschaft in den neunziger Jahren bricht der Walter Bau AG im Februar 2005 das Genick. Das Unternehmen hatte zu lange an verlustreichen Projekten festgehalten, sein profitables Auslandsgeschäft vernachlässigt und fehlerhaft bilanziert. Die Deutsche Bank weigert sich schließlich, weiter für die Geschäfte des Unternehmens zu bürgen. Weitere Banken kündigen ihre Kredite. Walter kann keine Aufträge mehr annehmen. 6.900 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
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Air Berlin
9. Air Berlin Als sich Großaktionär Etihad Airways weigert, Air Berlin weiter finanziell zu unterstützen, meldet die Airline am 15. August 2017 Insolvenz an. Bereits am 25. September landete dann der letzte Flieger der Airline in Berlin Tegel. Nach jahrelanger Misswirtschaft ist das Unternehmen mit über 1,14 Milliarden Euro verschuldet. Betroffen von der Insolvenz waren 8.400 Beschäftigten. Ein Teil konnte weiter bei Easyjet arbeiten, die einen Teil aus der Insolvenzmasse aufkauften. Die Lufthansa zog ein Kaufangebot zurück.
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Gestapelte Einkaufskörbe von Woolworth
8. Woolworth Im April 2009 macht die Warenhauskette Woolworth mit einem Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt am Main Schlagzeilen. Gut 9.300 Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Das Unternehmen kann aber umstrukturiert werden. Die neu gegründete Woolworth Deutschland GmbH führt 160 der 310 Filialen fort. Im Mai 2010 übernimmt die Holding von KiK-Gründer, Stefan Heinig, die Gesellschaft. Die Modekette NKD übernimmt weitere 71 Woolworth-Filialen.
Woolworth
Georg Kofler
7. Kirch Gruppe Die Kirch-Gruppe war bis zu ihrer Insolvenz und der nachfolgenden Zerschlagung im Jahr 2002 einer der größten deutschen Medienkonzerne. 2002 brach das Film- und Fernsehimperium von Leo Kirch zusammen. Dazu gehörten beispielsweise Deutschlands erster Bezahlsender Premiere (heute Sky), aber auch der TV-Konzern ProSieben Sat1. Auch am Axel Springer Verlag war Kirch beteiligt - mit der Insolvenz gab es also ein Beben in der Medienlandschaft. 10.000 Arbeitsplätze standen auf dem Spiel, die letztendlich aber gerettet werden konnten. Die Gläubigerforderungen summierten sich auf mehr als fünf Milliarden Euro. Als Auslöser für den Crash galt damals ein Interview des damaligen Chefs der Deutschen Bank, Rolf Breuer, der öffentlich an der Kreditwürdigkeit von Firmenpatriarch Leo Kirch gezweifelt hatte: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen“, so Breuer zum TV-Sender Bloomberg im Februar 2002. Zwei Monate später meldete Kirch Insolvenz an.)
Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
FTI
6. FTI Im Mai 2024 meldetet FTI Insolvenz an, betroffen sind weltweit 12.000 Mitarbeiter. Noch einige Monate zuvor stieg US-Investor Certares in das Münchner Reiseunternehmen ein. FTI ist Europas drittgrößter Reisekonzern. Bereits in der Corona-Pandemie schoss der Bund rund 600 Millionen Euro zum Geschäft hinzu. Diese hat FTI nur zu einem sehr geringen Teil zurückgezahlt. Weitere Bundeshilfen lehnten Wirtschafts- und Finanzministerium ab - aus haushälterischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen.
FTI
Praktiker Markt
5. Praktiker Am 10. Juli 2013 erklärt sich die Baumarktkette Praktiker für überschuldet und zahlungsunfähig. Tags darauf stellt sie Insolvenzantrag. Eine Umstrukturierung sowie die Übernahme der profitablen Baumarkttochter Max Bahr durch Konkurrent Globus scheitern. In Deutschland gehen rund 20.000 Arbeitsplätze verloren. Die Praktiker-Filialen in Polen, Ungarn, der Ukraine und Griechenland übernehmen verschiedene Investoren.
A.Savin, Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace
Philipp Holzmann
4. Philipp Holzmann Der Baukonzern geriet bereits 1999 ins Schlingern. Zu der Zeit setzte sich der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder medienwirksam für die Rettung ein. Es half nichts, drei Jahre später war Philipp Holzmann endgültig insolvent. Das Unternehmen wurde zerschlagen. 24.000 Mitarbeiter waren von der Pleite betroffen.)
Wikipedia /Epizentrum (CC BY 3.0)
Galeria Kaufhof
3. Galeria Kaufhof Eine der wohl kürzesten, wenn auch spektakulärsten Insolvenzen war die von Galeria Kaufhof im Sommer 2020. Betroffen waren rund 28.000 Mitarbeiter. Doch schon ein halbes Jahr später war das Schutzschirmverfahren vorbei und das Kaufhaus agierte wieder in Eigenverantwortung. Allerdings schlitterte der Konzern mit der Coronakrise 2021 wieder in finanzielle Schwierigkeiten, Insgesamt floss viel Geld ins Unternehmen: Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds bezuschusste die Weiterführung des Geschäftsbetriebs 2021 und 2022 mit insgesamt rund 680 Millionen Euro. Zudem hatte der neue Eigentümer, die Signa-Gruppe, rund 200 Millionen Euro für die Sanierung zugesagt. Erst 2023 stimmte die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zu. Im Januar 2024 meldete der Warenhauskonzern zum dritten Mal Insolvenz an, da der Mutterkonzern Signa selbst insolvent ist - weniger, weil die Geschäfte schlecht laufen würden. Mittlerweile sind aber nur noch rund 15.000 Mitarbeiter betroffen. Weitere Staatsmittel sollen nun nicht mehr fließen.
Tobias Arhelger - stock.adobe.com
Verlassene Schlecker-Drogerie
2. Schlecker Im Februar 2012 kann Schlecker Forderungen in Höhe von 655 Millionen Euro nicht mehr bedienen. Im Juni beschließen die Gläubiger, die Drogeriekette zu zerschlagen. Sie sehen keine Möglichkeit, das Familienunternehmen an einen Investor zu verkaufen. Knapp 35.000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Seit März 2017 müssen sich Firmengründer Anton Schlecker und seine Familie wegen Untreue, Bankrott und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten.
Wikimedia – Echtner,Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Thomas Middelhoff von Arcandor.
1. Arcandor Arcandor ist die größte Pleite Deutschlands und gleichzeitig einer der größten Compliance-Skandale der letzten Jahre. Mitte 2009 kann der Handelskonzern seine 650 Millionen Euro Schulden nicht mehr bedienen. Die AG und die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle waren insolvent, nicht aber die Reisesparte, Thomas Cook. Besonders belastend waren die Monatsmieten der Kaufhäuser in Höhe von 23 Millionen Euro. Sie flossen zum Teil an einen Fonds, an dem Ex-CEO Thomas Middelhoff beteiligt ist. Er wurde später wegen Untreue verurteilt. Die Sanierung des Konzerns scheitert, Karstadt wird jedoch weitergeführt. Nur die Thomas Cook Group lässt sich veräußern. Betroffen von der Insolvenz waren insgesamt mehr als 86.000 Mitarbeiter.
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Lilium
Familie in einer Alno-Küche
Photovoltaik
Kleiderstange mit vielen Klamotten in einem Kaufhaus
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Air Berlin
Gestapelte Einkaufskörbe von Woolworth
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