Wer hat es 2024 in die Hitliste der größten Automobilzulieferer geschafft?(Bild: BlackMediaHouse - stock.adobe.com)
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Summary: Die TOP 100-Zuliefererstudie von Berylls by AlixPartners zeigt für 2025 einen Umsatzrückgang der 100 größten Automobilzulieferer auf 1.061 Mrd. EUR. Obwohl die weltweite Fahrzeugproduktion auf 92,9 Mio. Fahrzeuge stieg, belasteten Wechselkurse, schwächere E-Auto-Nachfrage außerhalb Chinas und geopolitische Risiken die Branche. Besonders China prägt mit höheren Wachstumsraten, Technologieführerschaft und Kostenvorteilen die neue Wettbewerbsordnung.
Warum Automobilzulieferer trotz mehr Produktion verlieren
Die weltweite Automobilindustrie steckt in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Zwar stieg die globale Fahrzeugproduktion im Jahr 2025 um rund 4 % auf 92,9 Mio Fahrzeuge. Die 100 größten Automobilzulieferer konnten davon jedoch kaum profitieren. Ihr kumulierter Umsatz sank um 2,2 % auf 1.061 Mrd. EUR, wie die 15. Ausgabe der Berylls by AlixPartners TOP 100-Zuliefererstudie zeigt.
Als Hauptursachen nennt die Studie ungünstige Wechselkurse, eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen außerhalb Chinas sowie zunehmende geopolitische und wirtschaftliche Belastungen. Auch die zehn größten Automobilhersteller verzeichneten rückläufige Umsätze und einen deutlichen Einbruch ihrer Profitabilität.
Das sind die größten Automobilzulieferer der Welt
Platz 30: Gestamp. Der spanische Automobilzulieferer rutscht vom 27. Platz drei Plätze nach unten mit einem Umsatzrückgang von 5,4% auf 11,349 Mrd. EUR. Gestamp baut Karosserieteile und Fahrwerksteile. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in Madrid.Gestamp
Platz 29: Motherson. Motherson ist ein indischer Automobilzulieferer, der Kunststoffteile, Spiegel, Kameras und Elektroniksysteme für die OEMs herstellt. 2025 sank der Umsatz um 2,6% auf 11,74 Mrd. EUR. Damit geht es für Motherson drei Plätze nach unten.carlesmayet - stock.adobe.com
Platz 28: Toyota Boshoku. Der Automobilzulieferer ist Teil der Toyotagruppe mit Sitz in Karyia. Das Unternehmen wurde 1918 gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Anbietern von Automobil-Innensystemen und -komponenten. Toyota Boshoku beschäftigt rund 45.000 Mitarbeitende und ist in über 20 Ländern mit mehr als 130 Standorten vertreten. 2025 geht es mit dem Umsatz um 1,3% rauf auf 11,921 Mrd. EUR, im Ranking bleibt das Unternehmen stabil.Toyota Boshoku
Platz 27: Horse Powertrain. Der britische Automobilzulieferer steigt 2025 neu ein ins Ranking der größten Automobilzulieferer mit einem Umsatz von 12,626 Mrd. EUR.Mahle
Platz 26: BorgWarner. BorgWarner ist ein US-Automobilzulieferer mit Sitz in Auburn Hills. Die Fertigung läuft in 22 Ländern an mehr als 90 Standorten. 2025 sank der Umsatz um 2,6% auf 12,669 Mrd. EUR. Außerdem geht es drei Plätze nach unten.Autoliv
Platz 25: Astemo. Astemo ist ein Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Tokio, Japan. Der Name steht für „Advanced Sustainable Technologies for Mobility“. Die Produkte umfassen Antriebe, Fahrwerke, Brems- und Assistenzsysteme sowie Software. 0,2% Umsatzrückgang auf 12,721 Mrd. EUR bedeuten einen Platz weniger im Ranking der Automobilzulieferer.LG Energy Solution
Platz 24: Adient. Adient ist ursprünglich eine Ausgründung des Autositze-Segments von Johnson Controls. Der Zulieferer produziert Komplettsitze und Sitzkomponenten für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie Flugzeuge und hat seinen Sitz in Dublin, Irland. Über Joint-Ventures ist Adient auch in der Innenraumausstattung aktiv. Adient verliert Umsatz in Höhe von 3,2% und rutscht mit einem Umsatz von 12,995 Mrd. EUR drei Plätze nach unten unter den größten Automobilzulieferern.Adient
Platz 23: Hankook. Hankook ist mit einem Umsatzsprung von 106,1% neu im Ranking der größten Automobilzulieferer. 13,145 Mrd. EUR reichen für Platz 23. Hankook hat seinen Hauptsitz in Daejeon, Südkorea. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Batterien aktiv und produziert unter anderem 12V-Starterbatterien sowie 2V-Speicherbatterien.MoiraM - stock.adobe.com
Platz 22: Yazaki. Yazaki ist ein japanischer Automobilzulieferer mit Sitz in Minato in der Präfektur Tokio. Das Unternehmen fertigt vor allem Verkabelungssätze, Steckverbindung, Anzeigen und Kombischalter. Diese kommen in vielen Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Weltweit beschäftigt Yazaki rund 290.000 Mitarbeiter in 45 Ländern. Das Besondere: Yazaki befindet sich heute noch in japanischem Familienbesitz. Der Umsatz steigt 2025 um 1,6% auf 13,379 Mrd. EUR.Yazaki
Platz 21: Continental. Continental, kurz Conti, stürzt rasant ab - von Platz 3 auf den 21. Rang. Bis 2019 hatten die Hannoveraner noch den zweiten Platz inne, den sie mit Beginn der Pandemie verloren. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Hannover und beschäftigt etwa 235.000 Mitarbeiter an über 400 Standorten in 61 Ländern. Groß geworden ist Conti als Reifenhersteller, heute gehören auch Elektronik-Komponenten und Antriebskomponenten. Der Umsatz sinkt um 18 % auf 13,798 Mrd. EUR.Continental
Platz 20: Tenneco. Tenneco ist ein US-Automobilzulieferer, der viele der großen OEMs beliefert. Hauptsitz des Konzerns ist in Lake Forest, Illinois, nahe Chicago. In Deutschland gibt es fünf Werke. Produziert werden insbesondere Stoßdämpfungs- und Abgasregelsysteme (Katalysatoren, Dieselpartikelfilter). 2025 rutscht Tenneco zwei Plätze im Ranking der größten Automobilzulieferer runter. Der Umsatz fällt um 8,9% auf 14,124 Mrd. EUR.HERRNDORFF_ images - stock.adobe.com
Platz 19: Goodyear. Goodyear wurde bereits 1898 gegründet und ist bekannt für seine Reifen. Zu den ersten Produkten zählen jedoch auch Pokerchips oder Hufeisenunterlagen für Pferde – alles aus Kautschuk. Außerdem hält Goodyear die Markenrechte an dem Namen Dunlop für Europa, Australien und Neuseeland. Heute arbeiten etwa 64.000 Mitarbeiter für den US-Konzern mit Sitz in Akron, USA. 2025 bleibt Goodyear stabil auf dem 19. Rang mit einem Umsatz von 15,803 Mrd. Euro, muss aber einen Umsatzrückgang um 6,9% hinnehmen.Brian Contoni/Flickr.com
Platz 18: Sumitomo Electric. Sumitomo Electric fertigt elektrische Drähte und optische Glasfaserkabel. Seinen Hauptsitz hat der Konzern, der mehr als 200.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Osaka, Japan. Sumitomo gibt es schon lange: Das Unternehmen wurde 1897 gegründet und spezialisierte sich auf die Produktion von Kupferdrähten. 2025 kann der Konzern seinen Umsatz um 2,6% steigern auf 16,921 Mrd. EUR und steigt zwei Plätze nach oben im Ranking der größten Automobilzulieferer.Thomas Söllner - stock.adobe.com
Platz 17: Aptiv. Aptiv war lange Zeit bekannt als Delphi Automotive. Der Zulieferer hat seinen Sitz in Dublin, Irland. Aptiv hat zwei Segmente: “Signal and Power Solutions” (elektrische Systeme, Verkabelungen und Verbindungen) sowie “Advanced Safety and User Experience” (u.a. Software und Sensoren, Plattformen, Sicherheitssysteme und autonomes Fahren). Aptiv bleibt trotz Umsatzrückgang von 1,9% auf dem 17. Rang. Der Umsatz 2025 betrug 18,051 Mrd. EUR.Aptiv
Platz 16: Aumovio. Aumovio ist neu im Ranking der größten Automobilhersteller. Der deutsche Automobilzulieferer hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 86.000 bis 93.000 Mitarbeitende und entwickelt sowie produziert Elektronik-, Software- und Systemlösungen für die Automobilindustrie. Zum Portfolio gehören unter anderem Sensorlösungen, Displays, Brems- und Komfortsysteme, Fahrerassistenz- und Softwarearchitekturen sowie Produkte für den Aftermarket wie Bremsbeläge, Batterien und Sensoren. Der betrug 2025 rund 18,55 Mrd. EUR.OPmobility
Platz 15: Schaeffler. Schaeffler stellt Komponenten für den Antriebsstrang und das Fahrwerk her sowie Elektromotoren. Der Umsatz 2025 betrug 19,671 Mrd. EUR, ein leichtes Plus um 0,1%. Das bedeutet auch einen Platz höher.Schaeffler (Dominik Obertreis)
Platz 14: Lear. Die Lear Corporation ist ein Automobilzulieferer aus den USA mit Sitz in Southfield-Michigan. Auch in Deutschland hat Lear Standorte. Zwischenzeitlich meldeten die US-Betriebe im Jahr 2009 Insolvenz an, kam daraus aber saniert wieder heraus. 2024 beträgt das Umsatzminus 4,4%, weshalb es um zwei Plätze nach unten geht mit einem Umsatz von 20,583 Mrd. EURLear
Platz 13: Cummins. Cummins ist ein US-Motorenhersteller mit Hauptsitz in Columbus, Indiana. Seine Anfänge hatte Cummins in der Konstruktion von Dieselmotoren. Heute findet man die Motoren in Lkw und großen US-Geländewagen. Seinen elften Platz unter den größten Automobilzulieferern der Welt kann Cummins nicht halten, wegen seines Umsatzrückgangs um 10,3% auf 20,6 Mrd. EUR.Cummins
Platz 12: Bridgestone/Firestone. Bridgestone ist der weltweit größte Reifenhersteller für Pkw, Busse, Lkw und Spezialfahrzeuge. Der Zulieferer wurde 1931 in Japan gegründet und hat seinen Sitz in Tokio. Firestone ist ein US-amerikanischer Reifenhersteller, segelt seit 1988 als Tochtergesellschaft von Bridgestone aber unter japanischer Flagge. 2025 geht es mit dem Umsatz zwar um 2,7% zurück, dafür klettert der Zulieferer vom 15. auf den 12. Platz mit einem Umsatz von 20,832 Mrd. EUR.Hatsukari715, Wikimedia
Platz 11: Valeo. Valeo ist ein französischer Automobilzulieferer mit Sitz in Paris und mehr als 82.000 Mitarbeitern weltweit. In Deutschland ist Valeo mit rund 4.500 Mitarbeitern an fünf Standorten vertreten. 2024 geht es mit dem Umsatz runter um 2,7% aber im Ranking gewinnt Valeo zwei Plätze mit einem Umsatz von 20,9 Mrd. EUR.Valeo
Platz 10: HASCO. HASCO (Huayu Automotive Systems Company Limited) ist ein Automobilzulieferer aus China. Das Unternehmen hat sich auf drei Hauptbereiche spezialisiert: Intelligenz und Konnektivität, Elektrifizierungssysteme und Leichtbautechnologien. Im Ranking macht es zwei Plätze gut wegen einer Umsatzsteigerung um 4,5% auf 22,665 Mrd. EUR.Covestro
Platz 9: Michelin. Michelin ist ein französischer Reifenhersteller mit Sitz im mittelfranzösischen Clermont-Ferrand. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 114.000 Mitarbeitern. 2024 kann es seinen Platz unter den größten Automobilherstellern der Welt halten, blickt aber trotzdem auf einen Umsatzrückgang von 4,4 % auf 25,992 Mrd. EUR.Michelin
Platz 8: Forvia. Forvia ist der zehntgrößte Automobilzulieferer, nach der Fusion von Faurecia und Hella und wurde der Konzern umbenannt. Hella liefert vor allem Lichttechnik, Fahrerassistenzsysteme und Steuerelemente, Faurecia liefert Sitze und Innenraumtechnik. Der Umsatz lag 2025 nur 0,3% unter Vorjahr, damit gehört das Unternehmen zu den besten im Ranking und kann sogar einen Platz gutmachen mit einem Umsatz von 26,154 Mrd. EUR.Forvia Hella
Platz 7: Aisin. Aisin ist ein japanische Automobilzulieferunternehmen, das zu 30% zur Toyota-Gruppe gehört. Die Zentrale liegt in Kariya in der Präfektur Aichi in Japan. Das Unternehmen ist in unterschiedlichen Anwendungsgebieten unterwegs wie Automatikgetriebe, Navigationssysteme, Schaltgetriebe, Bremsen und Faserlaser. Gegründet wurde es 1943 als Tokai Koku Kogyo, einem Hersteller von Flugzeugmotoren, aber auch Nähmaschinen und Ölpumpen waren zeitweise im Programm. 2025 klettert Aisin mit einem Umsatzplus von 2,8% vom achten auf den siebten Platz. Der Umsatz steht bei 29,228 Mrd. EUR.nito - stock.adobe.com
Platz 6: ZF Friedrichshafen. ZF Friedrichshafen zählt zu den weltweit führenden Automobilzulieferern und bleibt stabil auf Platz drei. ZF ist weltweit in rund 40 Ländern an etwa 230 Standorten vertreten. Die Besonderheit von ZF ist seine stiftungsbasierte Eigentümerstruktur: Zu 93,8 Prozent ist der Zulieferer in der Hand der Zeppelin-Stiftung und 6,2 Prozent sind im Besitz der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung. 2025 sinkt der Umsatz auf 35,573 Mrd. EUR, ein Minus von 6,6 %.ZF Friedrichshafen
Platz 5: Magna. Für Magna, einen kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer mit Sitz in Aurora, Ontario (Kanada), geht es vom vierten auf den fünften Platz nach unten. Der europäische Zweig wird von Wien aus gesteuert. Weltweit ist der Konzern in 28 Ländern aktiv und beschäftigte 2019 rund 169.000 Mitarbeiter. 2025 sinkt der Umsatz um 6,1 % auf 37,177 Mrd. Euro.Magna Steyr
Platz 4: Hyundai Mobis. Hyundai Mobis ist ein südkoreanischer Automobilzulieferer mit Sitz in Seoul. Das Unternehmen ist Teil der Hyundai Motor Group. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1977, es erhielt seinen heutigen Namen allerdings erst im Jahr 2000, wobei Mobis für Mobile und System steht. 2025 klettert der Zulieferer wieder vom fünften auf den vierten Platz mit einem Umsatz von 37,893 Mrd. EUR, der allerdings um 2,3% sinkt.Hyundai
Platz 3: CATL. Der chinesische Zulieferer schwingt sich vom siebten auf den dritten Platz in den Top 10 der größten Automobilzulieferer der Welt. Er ist vor allem für seine Batterien für Elektroautos bekannt. Der Umsatz steigt 2025 um 20% auf 38,987 Mrd. EUR.CATL
Platz 2: Denso. Denso ist ein globaler Automobilzulieferer, insbesondere für Automobilelektronik und Automobilmechatronik. Der Hauptsitz befindet sich im japanischen Kariya in der Präfektur Aichi. Das Unternehmen wurde 1949 als Nippondenso Co. Ltd. gegründet. Auch mit seinem 2025er-Umsatz bleibt das Unternehmen auf dem zweiten Platz unter den größten Automobilzulieferern. Der bleibt mit 42,8 Mrd. EUR stabil (+0,7%).Rainer - stock.adobe.com
Platz 1: Bosch. Die Robert Bosch GmbH hat rund 450 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Der Mischkonzern ist in der Verpackungstechnik, Sicherheitstechnik und im Bereich Haushaltsgeräte unterwegs. Als Automobilzulieferer hat sich das Familienunternehmen weltweit erneut die Spitze erkämpft. Der Umsatz steigt ganz leicht (+0,1%) auf 55,845 Mrd. EUR.Bosch
Dr. Jan Dannenberg, Partner und Managing Director sowie Co-Leader der DACH-Region bei AlixPartners, erklärt: „Obwohl 2025 weltweit mehr Fahrzeuge produziert wurden als im Vorjahr, blieb das Wachstum ungleich verteilt.
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Während China seine Produktion zweistellig ausbaute und inzwischen rund 30% der globalen Fahrzeugfertigung stellt, stagnierten oder schrumpften die Produktionsvolumina in Europa, den USA und Südkorea. Die höheren Produktionszahlen führten jedoch nicht automatisch zu steigenden Umsätzen bei den Zulieferern. Rund 62 der 100 größten Zulieferunternehmen mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Selbst ohne negative Wechselkurseffekte wäre das Wachstum nur minimal ausgefallen.“
Hinzu kommt eine Verschiebung im Fahrzeugmix. Vor allem im chinesischen Markt gewannen preisgünstigere Klein- und Mittelklassemodelle an Bedeutung. Dadurch sank der durchschnittliche Fahrzeugwert, was OEMs und Automobilzulieferer gleichermaßen belastete.
Plätze 30 bis 50 der größten Automobilzulieferer
Platz
Unternehmen
Land
Umsatz in Mrd. EUR
Umsatzveränderung
31.
Mahle
DE
11,26
-3,6%
32.
Opmobility
FR
10,22
-2,6%
33.
Autoliv
SE
9,57
-0,3%
34.
Clarios
US
8,91
-4,2%
35.
Marelli
IT
8,91
-15,0%
36.
Dana
US
8,85
-6,9%
37.
LG Energy Solution
KR
8,63
-21,8%
38.
BHAP
CN
8,62
-4,1%
39.
Weichai Power
CN
8,54
3,3%
40.
TE Connectivity
IE
8,51
-0,7%
41.
Flex-N-Gate
US
8,23
0,1%
42.
JTEKT
JP
8,00
5,7%
43.
Brose
DE
7,90
2,6%
44.
Joyson
CN
7,54
5,1%
45.
Luxshare-ICT
CN
7,52
325,5%
46.
Infineon
DE
7,30
-11,5%
47.
PAS (Mobitera)
JP
7,24
n.a.
48.
Benteler
AT
7,03
-4,6%
49.
ThyssenKrupp Automotive
DE
6,99
-4,8%
50.
LG Electronics
KR
6,90
-4,1%
Quelle: Berryls
Wie stark geraten Margen unter Druck?
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Noch deutlicher als beim Umsatz zeigt sich der Strukturwandel bei der Profitabilität. Die durchschnittliche Marge der zehn größten Fahrzeughersteller fiel laut TOP 100-Studie von 6,9 auf 4,2 %. Einzelne Unternehmen wie Stellantis rutschten sogar tief in die Verlustzone.
Auch die Automobilzulieferer konnten sich diesem Trend nicht entziehen. Die durchschnittliche Marge der TOP 100-Zulieferer sank von 5,8 auf 5,2 %. Besonders betroffen waren Unternehmen mit hoher Abhängigkeit von der Elektromobilität. Schwankende Nachfrage, verschobene Fahrzeuganläufe, politische Unsicherheiten, Sonderabschreibungen und Überkapazitäten verschärften die Lage.
Damit reicht steigende Produktion allein nicht mehr aus, um Wachstum und Profitabilität zu sichern. Die Belastungen treffen insbesondere Anbieter, deren Investitionen in neue Antriebe und Produktionskapazitäten noch nicht durch stabile Abrufe gedeckt werden.
Besonders deutlich wird der Wandel am Aufstieg chinesischer Unternehmen. Sie bestimmen zunehmend Innovationstempo und Marktstruktur der Branche. Dr. Alexander Timmer, Partner und Managing Director bei Berylls by AlixPartners, sagt: „Die Dynamik der Branche wird zunehmend von chinesischen Unternehmen bestimmt. Zum ersten Mal ist China, gemessen an der Anzahl vertretener Unternehmen, die drittgrößte Nation im Ranking der TOP 100-Zulieferer und liegt beim Umsatzanteil inzwischen nahezu gleichauf mit den USA. Mit CATL schaffte es erstmals ein chinesischer Zulieferer auf Rang drei der weltweit größten Automobilzulieferer.“
Chinesische Unternehmen wachsen laut Studie deutlich schneller als ihre internationalen Wettbewerber. Während die globalen TOP 100-Zulieferer in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um knapp 6 % jährlich zulegten, erreichten chinesische Unternehmen durchschnittliche Wachstumsraten von rund 16 % pro Jahr.
Zugleich entstehen in China neue Technologieführer in Feldern wie autonomes Fahren und softwarebasierte Mobilität. Unternehmen wie Huawei, Horizon Robotics oder Momenta investieren massiv in Zukunftstechnologien und profitieren dabei von klarer industriepolitischer Unterstützung.
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Ein weiterer struktureller Vorteil liegt in den Produktionskosten. Seit dem Jahr 2000 sind die Erzeugerpreise in China deutlich langsamer gestiegen als in Deutschland oder den USA. Daraus ergeben sich erhebliche Kostenvorteile gegenüber westlichen Wettbewerbern.
Warum Elektromobilität regional auseinanderläuft
Die Elektromobilität entwickelt sich zunehmend uneinheitlich. Während chinesische Hersteller ihre Elektrostrategie konsequent fortsetzen, verzögern westliche OEMs zahlreiche batterieelektrische Programme. Besonders stark betroffen sind US-amerikanische und südkoreanische Hersteller.
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Gleichzeitig verlängern viele westliche OEMs die Laufzeiten ihrer Verbrennerplattformen. Damit sollen bestehende Produktionsanlagen besser ausgelastet und kurzfristig Liquidität gesichert werden. Die Rücknahme staatlicher Förderungen, insbesondere in den USA, verschärfte diese Entwicklung zusätzlich.
Für Automobilzulieferer, die bereits hohe Investitionen in Elektromobilität getätigt haben, entstehen dadurch erhebliche Belastungen. Produktionskapazitäten bleiben länger unausgelastet, Kapital ist über längere Zeiträume gebunden und Finanzierungskosten steigen.
OEMs verschärfen den Druck auf Lieferketten
Angesichts sinkender Gewinne richten die Fahrzeughersteller ihren Fokus wieder stärker auf Kostensenkungen. Besonders betroffen ist der Materialaufwand – und damit direkt die Zulieferindustrie.
Dr. Jürgen Simon, Partner bei Berylls by AlixPartners, beschreibt die Folgen so: „Die Folge sind härtere Preisverhandlungen, längere Claiming-Prozesse und eine restriktivere Unterstützung angeschlagener Lieferanten. Gleichzeitig zeigt sich, dass vor allem technologisch anspruchsvolle Segmente ihre Profitabilität besser verteidigen können. Halbleiterhersteller bleiben mit Abstand das margenstärkste Segment der Branche.“
Hohe Eintrittsbarrieren, technologische Komplexität und geopolitische Abhängigkeiten verschaffen Halbleiterherstellern weiterhin erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber OEMs. Anbieter austauschbarer Standardkomponenten geraten dagegen zunehmend unter Druck.
Wie Handelskonflikte Lieferketten verändern
Der eskalierende Handelskonflikt zwischen Europa und den USA belastete 2025 die transatlantischen Lieferströme massiv. Sowohl Importe als auch Exporte gingen deutlich zurück. Gleichzeitig verloren europäische Unternehmen Marktanteile in China und Indien, während die Exporte Asiens nach Europa zunahmen.
Indien entwickelt sich in dieser Neuordnung zunehmend zu einem strategischen Gewinner. Zahlreiche Automobilzulieferer investieren dort in neue Werke und Entwicklungszentren. Staatliche Förderprogramme und Anforderungen an lokale Wertschöpfung beschleunigen diesen Trend zusätzlich.
Deutschland steht dagegen unter erheblichem strukturellem Druck. Mehrere Werksschließungen, umfangreiche Stellenabbauprogramme und ausbleibende Neuansiedlungen zeigen den Rückbau industrieller Kapazitäten. Dr. Jan Dannenberg erläutert: „In den letzten acht Jahren sind in der deutschen Autoindustrie etwa 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Dieser Trend ist in den nächsten Jahren nicht aufzuhalten. Und Deutschland baut Standorte ab, die woanders neu entstehen. Wir sprechen mittlerweile von einer Reduktion der Wertschöpfung in unserer Industrie um 20 bis 25%. Die nächsten drei bis fünf Jahre werden bitter für die deutsche Zulieferindustrie.
Vor allem für Mittelständler, die ihr Geschäft noch nicht stark internationalisiert haben.“
Finanzierung wird zur Kernfrage der Transformation
Die Transformation der Automobilindustrie erfordert hohe Investitionen in neue Technologien, Produktionsnetzwerke und Digitalisierung. Gleichzeitig erschweren sinkende Margen und steigende Finanzierungskosten den Zugang zu Kapital.
Dr. Alexander Timmer ordnet die Lage ein: „Während sich die Aktienmärkte 2025 teilweise erholten und viele Zulieferer deutliche Kursgewinne verzeichneten, bleiben Banken und Fremdkapitalgeber vorsichtig. Die Branche befindet sich damit in einem Spannungsfeld zwischen notwendiger Transformation und begrenzter finanzieller Handlungsfähigkeit.“
Damit wird Finanzierung zu einer zentralen Herausforderung für die Automobilzulieferer. Notwendig sind Investitionen in Zukunftstechnologien, während die operative Ertragskraft vieler Unternehmen bereits unter Druck steht.
Was entscheidet künftig über Erfolg?
In den kommenden Jahren werden Flexibilität, regionale Präsenz und technologische Innovationskraft über den Erfolg der Automobilzulieferer entscheiden. Die Branche bewegt sich zunehmend in Richtung „Local for Local“. Produktion und Lieferketten werden regionalisiert, um Handelsrisiken zu reduzieren und Kundennähe zu sichern.
Gleichzeitig eröffnen chinesische OEMs durch ihre internationale Expansion neue Geschäftsmöglichkeiten für westliche Zulieferer. Dr. Jürgen Simon sagt: „Zusätzliche Wachstumsfelder entstehen im Aftermarket-Geschäft, in Non-Automotive- Bereichen sowie durch den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung“, und ergänzt: „Unternehmen, die diese Technologien konsequent integrieren und gleichzeitig ihre Kostenstrukturen optimieren, können sich langfristige Wettbewerbsvorteile sichern.“
Das sind die größten Automobilzulieferer 2025
Bosch
Denso
CATL
Hyundai Mobis
Magna
ZF Friedrichshafen
Aisin
Forvia
Michelin
Hasco
Wie hoch der Umsatz der einzelnen Unternehmen im Jahr 2025war und welche Zulieferer die Plätze 11 bis 30 belegen, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.
Quelle: Berylls
Die entscheidende Herausforderung bleibt jedoch die Finanzierung dieser Transformation. Erfolgreiche Automobilzulieferer werden ihre Portfolios fokussieren, nicht-strategische Geschäftsbereiche veräußern und ihre Kapitalbindung konsequent reduzieren müssen.
Die Automobilindustrie tritt damit in eine neue Phase des globalen Wettbewerbs ein. Geopolitische Verschiebungen, technologische Neuordnung und der Aufstieg Chinas prägen eine Branche, in der Produktionswachstum allein nicht mehr genügt.
FAQ - Automobilzulieferer
Warum geraten Automobilzulieferer 2025 unter Druck?
Automobilzulieferer leiden trotz höherer Fahrzeugproduktion unter Wechselkurseffekten, schwächerer E-Auto-Nachfrage außerhalb Chinas, Margendruck und geopolitischen Belastungen.
Welche Rolle spielt China für Automobilzulieferer?
China prägt zunehmend Innovationstempo, Marktstruktur und Wachstum der Automobilzulieferer. Mit CATL erreichte erstmals ein chinesischer Zulieferer Rang drei der weltgrößten Anbieter.
Warum belastet Elektromobilität viele Automobilzulieferer?
Verzögerte batterieelektrische Programme westlicher OEMs führen zu unausgelasteten Kapazitäten, gebundenem Kapital und steigenden Finanzierungskosten.
Wie reagieren OEMs auf den Druck bei Automobilzulieferern?
OEMs verschärfen Preisverhandlungen, verlängern Claiming-Prozesse und unterstützen angeschlagene Lieferanten restriktiver.
Was wird für Automobilzulieferer künftig entscheidend?
Entscheidend werden Flexibilität, regionale Präsenz, technologische Innovationskraft, fokussierte Portfolios und geringere Kapitalbindung.