Ranking 2024

Das sind die größten Automobilzulieferer der Welt

Automobilproduktion
Wer hat es 2024 in die Hitliste der größten Automobilzulieferer geschafft?

Welche Automobilzulieferer haben es 2024 trotz Krise an die Spitze geschafft? Können die Deutschen wieder punkten? Hier erfahren Sie es.

Nach drei Jahren der Erholung gerät die globale Zuliefererindustrie 2024 erneut ins Straucheln. Die Fahrzeugproduktion sinkt, der Absatz von Elektrofahrzeugen schwächelt und der Druck auf die Automobilhersteller steigt. All das hat die Aufwärtstendenz der vergangenen Jahre gestoppt. Zwar gelingt es vielen Zulieferern, ihre Margen stabil zu halten – doch die Krise zeigt sich im deutlichen Umsatzrückgang: Dieser sank binnen Jahresfrist um 4,6 Prozent auf 1.085 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr stand noch ein Umsatzanstieg von 6,9 Prozent zu Buche.

Die Lage ist also angespannt, das zeigt sich auch im Ranking der größten Automobilhersteller der Welt: Nur ein einziges der Zuliefererunternehmen aus den Top 20 hat im Jahr 2024 ein Umsatzwachstum verbucht. Das Beratungsunternehmen Berylls Strategy Advisors hat die umsatzstärksten Zulieferer der Autobranche des vergangenen Jahres zusammengetragen, hier ist das Ranking:

Das sind die größten Automobilzulieferer der Welt

TECHNIK+EINKAUF mit Daten von Berylls
Plätze 31 bis 50 im Ranking der größten Automobilzulieferer.

Auch die Top-10-OEMs mussten rückläufige Margen verzeichnen. Lag die umsatzgewichtete Marge in 2023 noch bei 8,5 Prozent, so ist sie um 20 Prozent auf nun 6,8 Prozent in 2024 gefallen. Dabei zeigt sich ein sehr heterogenes Bild zwischen den OEMs: Bei VW sank die Marge um 16,2 %, bei BMW um 32,0 Prozent, bei Mercedes um 27,6 Prozent und bei Stellantis gar um 80,1 Prozent. GM und Honda konnten ihre Marge hingegen um 26,0 Prozent bzw. 14,7 Prozent steigern.

Insgesamt prägten damit drei Trends das vergangene Jahr für die Automobilindustrie:

  • ein Einbruch bei der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen,
  • das schlechte finanzielle Abschneiden der ehemaligen Spitzenreiter Batterien und Halbleiter sowie
  • die stark finanziell angespannte Situation bei den Automobilherstellern, insbesondere in Deutschland.

Zudem verschärft sich der internationale Wettbewerb durch günstiger produzierende Standorte und protektionistische Tendenzen. Gerade europäische Zulieferer stehen unter doppeltem Druck: Fallende Nachfrage im Heimatmarkt trifft auf strukturell schwächere Standortbedingungen.

Rückläufige Fahrzeugproduktion und wirtschaftliche Unsicherheiten setzen Zulieferer weltweit unter Druck

Das Jahr 2024 war für die Automobilindustrie weltweit ein schwieriges Jahr – mit spürbaren Auswirkungen auf OEMs und Zulieferer gleichermaßen. Besonders deutlich zeigt sich dies an der rückläufigen Fahrzeugproduktion: Diese sank global um 2,2 Prozent von 90,5 auf 88,5 Millionen Einheiten. Europa war von diesem Rückgang besonders stark betroffen. Insgesamt wurden auf dem Kontinent 5 Prozent weniger Fahrzeuge produziert als im Vorjahr, was dem Vor-Covid-Niveau von 2019 entspricht. Auch die drei größten deutschen OEMs – Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz – mussten insgesamt einen weltweiten Produktionsrückgang von rund 4,7 Prozent hinnehmen

Für die weltweite Automobilindustrie war 2024 ein Krisenjahr. Bei 69 der 100 größten Automobilzulieferer der Welt stand zum Jahresende ein Umsatzrückgang in den Jahresabschlussberichten. Insgesamt ging der Umsatz der Top 100 um 4,6 Prozent von 1.135 Milliarden Euro auf 1.085 Milliarden Euro zurück und beendet damit die Wachstumsphase nach Corona, die zuletzt jährlich neue Bestmarken hervorbrachte. Maßgeblich verantwortlich für die schlechte Lage bei den Zulieferern ist der ausbleibende Umsatz ihrer Kunden.

So mussten die zehn größten OEMs im Jahr 2024 ebenfalls einen Umsatzrückgang verzeichnen. Ihr Umsatz sank von 1.770 Milliarden Euro auf 1.731 Milliarden Euro, ein Rückgang um 2,2 Prozent. Vor allem die fehlende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen führte damit entlang der Lieferkette zu ausbleibenden Umsätzen. Konnten Batteriehersteller in den vergangenen Jahren noch regelmäßig mit den höchsten Wachstumsraten aufwarten, bilden sie in 2024 mit Umsatzrückgängen von 12,7 Prozent (CATL), 28,3 Prozent (LG) oder 41,5 Prozent (Samsung SDI) das Schlusslicht.

Dies verdeutlicht auch eine Betrachtung der Top 100 ohne Batteriehersteller, womit der Umsatzrückgang lediglich bei 3,1 Prozent statt 4,6 Prozent liegen würde. Beim Jahresvergleich der umsatzgewichteten Marge zeigt sich ein leichter Rückgang von 5,9 auf 5,8 Prozent, was angesichts des signifikanten Umsatzrückgangs mehr als beachtlich ist und die Wirksamkeit aufgesetzter Sparprogramme zeigt. Während viele Unternehmen ihre Marge gar steigern konnten, ist sie bei rund der Hälfte im Vorjahresvergleich gefallen. Insbesondere die Spitzenreiter der letzten Jahre (aus der Halbleiterindustrie) zeigten in 2024 Schwächen.

Portrait Dörte Neitzel Redakteurin Technik+Einkauf

Die Autorin: Dörte Neitzel

Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.

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FAQ - Automobilzulieferer

Vor welchen größten Herausforderungen stehen Automobilzulieferer 2024?

Die Branche kämpft mit hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte, gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach klassischen Verbrennerkomponenten. Zusätzlich setzen OEMs verstärkt auf Direktverträge mit Software- und Batterieherstellern, wodurch traditionelle Geschäftsfelder unter Druck geraten. Der strukturelle Wandel fordert hohe Investitionen bei gleichzeitig niedrigen Margen.

Wie wirkt sich die Transformation zur Elektromobilität auf Zulieferer aus?

Die E-Mobilität verschiebt Wertschöpfungsketten massiv. Komponenten wie Motorblöcke, Getriebe oder Abgasstränge verlieren an Bedeutung, während Bereiche wie Batterietechnologie, Leistungselektronik, Thermomanagement und Software stark wachsen. Zulieferer mit flexiblem Portfolio profitieren – andere müssen Geschäftsmodelle neu ausrichten.

Welche Rolle spielt Software im Fahrzeug und was bedeutet das für Zulieferer?

Moderne Fahrzeuge werden zunehmend zu „Software-defined Vehicles“ (SDV). Funktionen wie Fahrerassistenz, automatisiertes Fahren, Infotainment und OTA-Updates bestimmen den Markt. Für Zulieferer bedeutet das: mehr Elektronikkompetenz, stärkere Partnerschaften mit Tech-Companies und Investitionen in Softwareentwicklung sowie Cybersecurity.

Wie beeinflussen Lieferkettenrisiken die Branche?

2024 bleibt geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und Engpässen bei Halbleitern, Seltenen Erden und Batteriematerialien. Zulieferer reagieren mit Multi-Sourcing-Strategien, stärkerer Regionalisierung, Risikomanagement in Echtzeit und höheren Lagerbeständen für kritische Bauteile. Transparente Supply Chains werden zum Wettbewerbsfaktor.

Welche Nachhaltigkeitsanforderungen müssen Zulieferer erfüllen?

Mit CSRD, CO₂-Bilanzierung und strengeren OEM-Anforderungen stehen Zulieferer unter Druck. Dekarbonisierung von Produktion und Logistik, nachhaltige Materialien, Kreislaufwirtschaft sowie lückenlose Daten zur Product Carbon Footprint (PCF) sind Pflicht. Wer ESG-Kriterien nicht erfüllt, verliert langfristig Aufträge.

Welche technologischen Trends prägen 2024 die Automobilzulieferer?

Zu den wichtigsten Trends gehören:

  • Halbleiterdesign und -produktion in Europa (EU Chips Act)

  • Leistungs- und Hochvolt-Elektronik

  • Wasserstoffkomponenten für Nutzfahrzeuge

  • Advanced Driver Assistance Systems (ADAS)

  • Lightweighting durch neue Werkstoffe

  • KI zur Prozess- und Qualitätsoptimierung

Wie entwickelt sich der globale Wettbewerb?

Chinesische Anbieter gewinnen weiter an Stärke – sowohl bei Batteriematerialien als auch bei Elektronik, E-Achsen und preisgetriebenen Komponenten. Europäische Zulieferer setzen dagegen auf Qualität, Technologie und Nähe zu OEMs. Dennoch zwingt der Wettbewerbsdruck viele Unternehmen zu Konsolidierung, Kooperation oder Spezialisierung.

Das sind die größten Automobilzulieferer 202

  1. Bosch
  2. Denso
  3. Continental
  4. Magna
  5. Hyundai Mobis
  6. ZF Friedrichshafen
  7. CATL
  8. Aisin
  9. Michelin
  10. Forvia

Wie hoch der Umsatz der einzelnen Unternehmen im Jahr 2024 war und welche Zulieferer die Plätze 11 bis 30 belegen, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Quelle: Berylls